Brandursache Mensch –
Wälder in Flammen
Wälder in Flammen
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
und Artikel an Freunde verschenken.
Das extrem trockene Frühjahr führte heuer bereits zu 122 Waldbränden – die meisten durch Unachtsamkeit ausgelöst. Für die Einsatzkräfte sind die Löscharbeiten ein Kampf am Limit.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
um Artikel vorlesen
zu lassen.
Der großflächige Waldbrand im Gebiet Eisbach-Rein nordwestlich von Graz hat Ende April den größten Feuerwehreinsatz in der Geschichte der Steiermark ausgelöst und zeigt, wie schnell sich Feuer bei trockener Witterung im Frühjahr ausbreiten können.
Entdeckt wurde der Brand am 25. April im Bereich des Mühlbachkogels durch eine Wanderin, die umgehend Alarm schlug. Begünstigt durch Trockenheit und Wind, breitete sich das Feuer jedoch rasch aus.
„Als wir mit dem ersten Auto ankamen, haben schon rund fünf Hektar gebrannt“, sagt der verantwortliche Einsatzleiter und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Eisbach-Rein ABI (Abschnittsbrandinspektor) Hannes Koch.
17 Tage dauerten die Löscharbeiten, bevor am 11. Mai endlich das „Brand aus“ gegeben werden konnte. „Der Waldbrand umfasste insgesamt 70 Hektar (etwa 100 Fußballfelder). Flachenmäßig gab es schon größere Brände in der Steiermark, aber nicht vom
Personlaufwand her“, erklärt Koch.
Der Ressourcen- und Materialeinsatz war enorm. 2.500 Einsatzkräfte verschiedener Blaulichtorganisationen und Unternehmen waren damit beschäftigt, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Neben der örtlichen Feuerwehr Graz-Umgebung unterstützten Waldbrandgruppen und KHD-Einheiten (Katastrophenhilfsdienst) aus anderen steirischen Regionen und Spezialtrupps aus Niederösterreich und dem Burgenland die Löscharbeiten, die sich auch aufgrund des unwegsamen Geländes äußerst schwierig gestalteten.
„Deshalb war hier auch die Bergrettung im Einsatz. Die Kollegen haben uns gesichert, wenn wir über Felsen ins steile Gelände mussten. Das Abseilen mit den Löschrucksäcken war körperlich enorm anstrengend“, berichtet der Feuerwehr-Kommandant.
Daneben wurde das Feuer auch mit acht Polizei-Hubschraubern und gut 300.000 Liter Löschwasser aus der Luft bekämpft. Drohnen, eine davon mit Wärmebildkamera, kamen ebenfalls zum Einsatz, um versteckte Brandherde zu lokalisieren.
Am Ende leistete der einsetzende Regen wertvolle Hilfe im Kampf gegen die verbliebenen Glutnester. „Jeder Tropfen war Gold wert“, betont Koch. Allerdings mussten dadurch auch die Schlauchleitungen schnell abgebaut werden, „denn im Schlamm wird es noch schwieriger für die Mannschaft, die wieder herunterzubringen“.
Alleine 194 B-Schläuche (sie dienten unter anderem der Wasserbeförderung zu den Containern, aus denen die Hubschrauber mit den sogenannten Bambi-Buckets das Löschwasser holten) wurden laut Koch gebraucht. „Das sind vier Kilometer an Schlauchlänge. Dazu kommen noch die normalen Löschschläuche.“
Nach dem „Brand aus“ wurden noch einige Tage lang Kontrollfahrten durchgeführt. „Die haben der Förster vom Stift Rein und die Jägerschaft übernommen. Dabei wurde der Schlag langsam mit einer Wärmebildkamera auf etwaige Rauch- oder Wärmeentwicklungen beobachtet.“
Laut dem steirischen Landesforstdirektor Michael Luidold werden „die Gesamtkosten für den Einsatz mit rund zwei Millionen Euro beziffert.“ Der bei Waldbränden entstehende Schaden hängt vom jeweiligen Baumbestand und Alter der betroffenen Waldbestände ab und liegt zwischen rund € 5.000,– und € 15.000,– pro Hektar. „Es kann daher von einem Gesamtschaden von zumindest € 700.000,– ausgegangen werden“, meint Luidold, der Blitzschlag als Ursache ausschließt.
Wahrscheinlicher Auslöser dürfte demnach menschliches
Fehlverhalten gewesen sein. Wie so oft, denn 80 Prozent der Waldbrände in unserem Land werden direkt oder indirekt durch Menschen verursacht – weltweit sogar 95 Prozent. Hauptursache sind achtlos weggeworfene Zigaretten, heiße Asche und Feuer, die außer Kontrolle geraten.
Laut der Walddatenbank der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien gab es im Jahr 2025 insgesamt 193 Waldbrände.
„Heuer sind es bereits 123 (Stand 18. Mai). Davon acht größer oder gleich ein Hektar“, weiß der Waldbrandforscher DI Dr. Mortimer M. Müller. Während im Vorjahr 45 Hektar Waldfläche von Bränden betroffen waren, sind es bis dato bereits 192 Hektar. Das entspricht der Fläche von 270 Fußballfeldern.
Das verheerende Feuer im Kärntner Lesachtal im April umfasst alleine schon 110 Hektar Wald. „Damit handelt es sich um einen der drei größten Waldbrände der vergangenen 40 Jahre“, erklärt Müller.
Ermittlungen zufolge wurde der Brand durch den fahrlässigen Umgang von Forstarbeitern mit Zigarettenresten ausgelöst. Der Schaden ist jedenfalls enorm. Erste Schätzungen gehen von 1,65 Millionen Euro aus.
Die Kosten für die Löscharbeiten werden aus unseren Steuern vom Bund übernommen.
Die Waldbesitzer selbst bleiben meist auf ihrem Waldschaden sitzen. rz
Brandgefährlich:
Entdeckt wurde der Brand am 25. April im Bereich des Mühlbachkogels durch eine Wanderin, die umgehend Alarm schlug. Begünstigt durch Trockenheit und Wind, breitete sich das Feuer jedoch rasch aus.
„Als wir mit dem ersten Auto ankamen, haben schon rund fünf Hektar gebrannt“, sagt der verantwortliche Einsatzleiter und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Eisbach-Rein ABI (Abschnittsbrandinspektor) Hannes Koch.
17 Tage dauerten die Löscharbeiten, bevor am 11. Mai endlich das „Brand aus“ gegeben werden konnte. „Der Waldbrand umfasste insgesamt 70 Hektar (etwa 100 Fußballfelder). Flachenmäßig gab es schon größere Brände in der Steiermark, aber nicht vom
Personlaufwand her“, erklärt Koch.
Der Ressourcen- und Materialeinsatz war enorm. 2.500 Einsatzkräfte verschiedener Blaulichtorganisationen und Unternehmen waren damit beschäftigt, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Neben der örtlichen Feuerwehr Graz-Umgebung unterstützten Waldbrandgruppen und KHD-Einheiten (Katastrophenhilfsdienst) aus anderen steirischen Regionen und Spezialtrupps aus Niederösterreich und dem Burgenland die Löscharbeiten, die sich auch aufgrund des unwegsamen Geländes äußerst schwierig gestalteten.
„Deshalb war hier auch die Bergrettung im Einsatz. Die Kollegen haben uns gesichert, wenn wir über Felsen ins steile Gelände mussten. Das Abseilen mit den Löschrucksäcken war körperlich enorm anstrengend“, berichtet der Feuerwehr-Kommandant.
Daneben wurde das Feuer auch mit acht Polizei-Hubschraubern und gut 300.000 Liter Löschwasser aus der Luft bekämpft. Drohnen, eine davon mit Wärmebildkamera, kamen ebenfalls zum Einsatz, um versteckte Brandherde zu lokalisieren.
Am Ende leistete der einsetzende Regen wertvolle Hilfe im Kampf gegen die verbliebenen Glutnester. „Jeder Tropfen war Gold wert“, betont Koch. Allerdings mussten dadurch auch die Schlauchleitungen schnell abgebaut werden, „denn im Schlamm wird es noch schwieriger für die Mannschaft, die wieder herunterzubringen“.
Alleine 194 B-Schläuche (sie dienten unter anderem der Wasserbeförderung zu den Containern, aus denen die Hubschrauber mit den sogenannten Bambi-Buckets das Löschwasser holten) wurden laut Koch gebraucht. „Das sind vier Kilometer an Schlauchlänge. Dazu kommen noch die normalen Löschschläuche.“
Nach dem „Brand aus“ wurden noch einige Tage lang Kontrollfahrten durchgeführt. „Die haben der Förster vom Stift Rein und die Jägerschaft übernommen. Dabei wurde der Schlag langsam mit einer Wärmebildkamera auf etwaige Rauch- oder Wärmeentwicklungen beobachtet.“
Laut dem steirischen Landesforstdirektor Michael Luidold werden „die Gesamtkosten für den Einsatz mit rund zwei Millionen Euro beziffert.“ Der bei Waldbränden entstehende Schaden hängt vom jeweiligen Baumbestand und Alter der betroffenen Waldbestände ab und liegt zwischen rund € 5.000,– und € 15.000,– pro Hektar. „Es kann daher von einem Gesamtschaden von zumindest € 700.000,– ausgegangen werden“, meint Luidold, der Blitzschlag als Ursache ausschließt.
Wahrscheinlicher Auslöser dürfte demnach menschliches
Fehlverhalten gewesen sein. Wie so oft, denn 80 Prozent der Waldbrände in unserem Land werden direkt oder indirekt durch Menschen verursacht – weltweit sogar 95 Prozent. Hauptursache sind achtlos weggeworfene Zigaretten, heiße Asche und Feuer, die außer Kontrolle geraten.
Laut der Walddatenbank der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien gab es im Jahr 2025 insgesamt 193 Waldbrände.
„Heuer sind es bereits 123 (Stand 18. Mai). Davon acht größer oder gleich ein Hektar“, weiß der Waldbrandforscher DI Dr. Mortimer M. Müller. Während im Vorjahr 45 Hektar Waldfläche von Bränden betroffen waren, sind es bis dato bereits 192 Hektar. Das entspricht der Fläche von 270 Fußballfeldern.
Das verheerende Feuer im Kärntner Lesachtal im April umfasst alleine schon 110 Hektar Wald. „Damit handelt es sich um einen der drei größten Waldbrände der vergangenen 40 Jahre“, erklärt Müller.
Ermittlungen zufolge wurde der Brand durch den fahrlässigen Umgang von Forstarbeitern mit Zigarettenresten ausgelöst. Der Schaden ist jedenfalls enorm. Erste Schätzungen gehen von 1,65 Millionen Euro aus.
Die Kosten für die Löscharbeiten werden aus unseren Steuern vom Bund übernommen.
Die Waldbesitzer selbst bleiben meist auf ihrem Waldschaden sitzen. rz
Brandgefährlich:
- Im Wald und in Waldnähe nicht rauchen.
- Keine glimmenden Zigarettenstummel oder Glutreste wegwerfen – auch nicht am Wegrand, auf Forststraßen oder Parkplätzen. Stummel im Mistkübel entsorgen.
- Kein offenes Feuer im Wald – Lagerfeuer, Grillen, Fackeln, Kerzen, Gaskocher oder Feuerstellen sind grundsätzlich im Wald verboten und bei Trockenheit gefährlich. Heiße Kohle, Asche oder Brandreste dürfen nicht im Wald entsorgt werden.
- Glas, Dosen, Verpackungen und anderer Abfall nicht im Wald liegen lassen. Neben der Umweltverschmutzung, können diese im Zusammenspiel mit Sonneneinstrahlung, Hitze, Trockenheit und menschlichem Fehlverhalten zusätzliche Risiken schaffen.
- Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abstellen – heiße Fahrzeugteile können die trockene Vegetation entzünden.
- Zufahrtswege für Einsatzkräfte freihalten. Sperren und Hinweise beachten.
- Rauch oder Feuer sofort unter Notruf 122 melden. (Die Stelle eventuell mit dem Mobiltelefon dokumentieren).
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.
Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung














