Andrea Berg:
„Die weit verbreitete Resignation stört mich“
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Die Schlagerkönigin Andrea Berg, 60, genießt ihre Arbeit in vollen Zügen. Im Sommer hat sie viele Gastauftritte, auch hierzulande, und fürs nächste Jahr bereitet sie eine Tournee vor und hat einen wohltätigen Verein gegründet, wie sie dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth erzählt hat.
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Frau Berg, Sie haben Ende Jänner Ihren 60. Geburtstag gefeiert.
Wie fühlen Sie sich?
Ich freue mich riesig auf die Zeit, die vor mir liegt. Aber irgendwie ist das schon ein komisches Gefühl.
Inwiefern komisch?
Ich frage mich: Wo sind die Jahre hin? Ich blicke auf eine wunderbare Zeit zurück. Mein Leben ist ein tolles Geschenk und ein ganz großes Glück. Die 60 ist ja sowieso bloß eine Zahl. Ich fühle mich so gut wie noch nie, habe viel vor und bin voller Energie. Wir stehen mit vielen neuen Ideen und Aktionen in den Startlöchern. Und ich habe mir selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht.
Was haben Sie sich denn geschenkt?
Ich habe mich entschieden, mein soziales Engagement unter einen Hut zu packen, im Verein „Andrea Berg hilft e.V.“ zu bündeln und eine Gründungsspende von 60.000 Euro für 60 Jahre Andrea als Startkapital zu tätigen. Und ich würde mich freuen, wenn ich unterstützt werde, so wie es meine treuen Anhänger seit vielen Jahren machen. Sie spenden für Projekte, die ich auch unterstütze – das „stups KINDERZENTRUM“ etwa, oder für ein Hospiz, für die Hilfsprojekte der „Wiege e.V.“ sowie für mehrere Tierschutzinitiativen.
Diese positive Kraft, die fassen wir jetzt zusammen. Und ich gebe dem Ganzen ein Gesicht, weil die Menschen mir zuhören und weil sie mir vertrauen. So glaube ich, dass wir für die Sache auch weiterhin ganz, ganz viel erreichen können.
Warum liegt Ihnen die Wohltätigkeitsarbeit derart am Herzen?
Ich möchte etwas bewegen und halte es für wichtig, für Menschen, die Hilfe brauchen, Sensibilität und eine Sichtbarkeit zu schaffen. Wir alle können im Kleinen anfangen, mit ein bisschen mehr Menschlichkeit, mit ein bisschen mehr Nächstenliebe. Ich habe mir dieses Engagement seit Jahren auf die Fahne geschrieben, habe viel gemacht im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und des Spendensammelns, gerade auch in meiner Heimatstadt Krefeld. Jetzt wollen wir das alles unter ein Dach packen, was es einfacher für die Menschen macht, sich zu beteiligen. Wir müssen uns um die Alten kümmern, wir müssen uns um die Kinder kümmern, wir müssen uns um pflegende Angehörige kümmern. All diesen Aufgaben gebe ich ein Gesicht.
Für Ihr langjähriges soziales Engagement haben Sie unter anderem das deutsche Bundesverdienstkreuz erhalten.
Wollen Sie mit Ihrem Einsatz auch ein Zeichen gegen unsere Ich-komme-zuerst-Gesellschaft setzen?
Ich glaube, das Gefährliche in unserer Gesellschaft ist, dass die Menschen müde werden, Angst haben und denken, sie könnten sowieso nichts ändern. Diese verbreitete Resignation, die stört mich sehr. Da müssen wir dagegenhalten und mit Hoffnung nach vorne gehen. Denn aus Angst entsteht keine Energie. Wir sollten damit anfangen, dass wir in unserem kleinen Kosmos aus Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft füreinander da sind. Einfach Mensch sein. Und menschlich sein. Oder uns überhaupt wieder zuhören. Die Menschen verlieren ja oft schon die Diskussionsfähigkeit und die Diskussionsbereitschaft.
Die Menschen weigern sich, einander zuzuhören, weil sie von ihrer eigenen Haltung und Meinung überzeugt sind …
Ja, und was mir Sorgen macht, ist der Umgangston. Insbesondere in den sozialen Medien, wo es zum Teil erschreckend rau zugeht. Da schimpfen und pöbeln die Menschen los, bevor sie zuhören und ihr Gehirn einschalten. Jeder sollte bei sich selbst anfangen und seine eigene Diskussions- und Streitkultur überdenken. Auch in der Partnerschaft ist es ja oft so, dass wir uns irgendwann gegenseitig verletzen, weil wir meinen, dass der andere eh immer da ist.
Wie steht es in Ihrer Ehe mit dem Hotelier und Fußballmanager Uli Ferber um die Streitkultur?
Auch wir streiten manchmal, was aber ganz natürlich ist. Wir sind seit 25 Jahren Gefährten, seit 2007 verheiratet. Wir haben gemeinsam so viel durchgemacht und gemeistert, und ich finde, dass dieses Etwas-Miteinander-Durchstehen-und-Aushalten eine Partnerschaft mehr prägt als all das Schöne, das man zusammen erlebt hat. Unterm Strich können wir uns immer aufeinander verlassen, und das ist das Wichtigste. Dann kannst du dich auch ruhig einmal streiten, das ist gesund und kann auch für positive Energie sorgen.
Sie absolvieren zahlreiche Auftritte, wie halten Sie sich dafür fit?
Ich mache viel Sport, und ich ernähre mich vernünftig, aber ich genieße auch das Leben. Außerdem versuche ich immer, in allem das Positive zu sehen.
Lässt sich das üben?
Ja, das kann man. Der erste Schritt ist, die negativen Gedanken zu blockieren. Das lässt sich wirklich trainieren. Ich stehe jeden Tag mit Liebe auf, fotografiere den Sonnenaufgang, freue mich und bin dankbar für all die schönen, kleinen Glücksmomente. Wenn ich im Auto unterwegs bin und etwas Schönes sehe, halte ich an, und mache ein Foto. Das packe ich dann in mein „Glückskörbchen“.
Was halten Sie von Langlebigkeit?
Es gibt ein paar Weisheiten, die ich verinnerlicht habe. Einer dieser Sätze lautet: Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.
Sie planen fürs kommende Jahr eine große Tournee, ist das richtig?
Ja, wir arbeiten gerade an neuen Liedern.
Zur Person
Andrea Berg wurde am 28. Jänner 1966 in Krefeld (D) geboren. Die gelernte Arzthelferin gehört mit 16 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Sängerinnen im deutschsprachigen Raum.
Im Jahr 1998 brachte sie ihre Tochter Lena zur Welt, die
in Irland studiert hat, mittlerweile aber wieder daheim bei der Mutter und der Oma wohnt.
Seit dem Jahr 2007 ist Berg mit dem Hotelier und
Fußballmanager Uli Ferber verheiratet. Er brachte einen Sohn mit in die Ehe, der mittlerweile mit der Sängerin
Vanessa Mai den Bund fürs Leben eingegangen ist.
Am 18. August tritt die Sängerin in Mörbisch (B) auf,
am 29. August ist sie dann in Kitzbühel (T) auf der Bühne.
Wie fühlen Sie sich?
Ich freue mich riesig auf die Zeit, die vor mir liegt. Aber irgendwie ist das schon ein komisches Gefühl.
Inwiefern komisch?
Ich frage mich: Wo sind die Jahre hin? Ich blicke auf eine wunderbare Zeit zurück. Mein Leben ist ein tolles Geschenk und ein ganz großes Glück. Die 60 ist ja sowieso bloß eine Zahl. Ich fühle mich so gut wie noch nie, habe viel vor und bin voller Energie. Wir stehen mit vielen neuen Ideen und Aktionen in den Startlöchern. Und ich habe mir selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht.
Was haben Sie sich denn geschenkt?
Ich habe mich entschieden, mein soziales Engagement unter einen Hut zu packen, im Verein „Andrea Berg hilft e.V.“ zu bündeln und eine Gründungsspende von 60.000 Euro für 60 Jahre Andrea als Startkapital zu tätigen. Und ich würde mich freuen, wenn ich unterstützt werde, so wie es meine treuen Anhänger seit vielen Jahren machen. Sie spenden für Projekte, die ich auch unterstütze – das „stups KINDERZENTRUM“ etwa, oder für ein Hospiz, für die Hilfsprojekte der „Wiege e.V.“ sowie für mehrere Tierschutzinitiativen.
Diese positive Kraft, die fassen wir jetzt zusammen. Und ich gebe dem Ganzen ein Gesicht, weil die Menschen mir zuhören und weil sie mir vertrauen. So glaube ich, dass wir für die Sache auch weiterhin ganz, ganz viel erreichen können.
Warum liegt Ihnen die Wohltätigkeitsarbeit derart am Herzen?
Ich möchte etwas bewegen und halte es für wichtig, für Menschen, die Hilfe brauchen, Sensibilität und eine Sichtbarkeit zu schaffen. Wir alle können im Kleinen anfangen, mit ein bisschen mehr Menschlichkeit, mit ein bisschen mehr Nächstenliebe. Ich habe mir dieses Engagement seit Jahren auf die Fahne geschrieben, habe viel gemacht im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und des Spendensammelns, gerade auch in meiner Heimatstadt Krefeld. Jetzt wollen wir das alles unter ein Dach packen, was es einfacher für die Menschen macht, sich zu beteiligen. Wir müssen uns um die Alten kümmern, wir müssen uns um die Kinder kümmern, wir müssen uns um pflegende Angehörige kümmern. All diesen Aufgaben gebe ich ein Gesicht.
Für Ihr langjähriges soziales Engagement haben Sie unter anderem das deutsche Bundesverdienstkreuz erhalten.
Wollen Sie mit Ihrem Einsatz auch ein Zeichen gegen unsere Ich-komme-zuerst-Gesellschaft setzen?
Ich glaube, das Gefährliche in unserer Gesellschaft ist, dass die Menschen müde werden, Angst haben und denken, sie könnten sowieso nichts ändern. Diese verbreitete Resignation, die stört mich sehr. Da müssen wir dagegenhalten und mit Hoffnung nach vorne gehen. Denn aus Angst entsteht keine Energie. Wir sollten damit anfangen, dass wir in unserem kleinen Kosmos aus Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft füreinander da sind. Einfach Mensch sein. Und menschlich sein. Oder uns überhaupt wieder zuhören. Die Menschen verlieren ja oft schon die Diskussionsfähigkeit und die Diskussionsbereitschaft.
Die Menschen weigern sich, einander zuzuhören, weil sie von ihrer eigenen Haltung und Meinung überzeugt sind …
Ja, und was mir Sorgen macht, ist der Umgangston. Insbesondere in den sozialen Medien, wo es zum Teil erschreckend rau zugeht. Da schimpfen und pöbeln die Menschen los, bevor sie zuhören und ihr Gehirn einschalten. Jeder sollte bei sich selbst anfangen und seine eigene Diskussions- und Streitkultur überdenken. Auch in der Partnerschaft ist es ja oft so, dass wir uns irgendwann gegenseitig verletzen, weil wir meinen, dass der andere eh immer da ist.
Wie steht es in Ihrer Ehe mit dem Hotelier und Fußballmanager Uli Ferber um die Streitkultur?
Auch wir streiten manchmal, was aber ganz natürlich ist. Wir sind seit 25 Jahren Gefährten, seit 2007 verheiratet. Wir haben gemeinsam so viel durchgemacht und gemeistert, und ich finde, dass dieses Etwas-Miteinander-Durchstehen-und-Aushalten eine Partnerschaft mehr prägt als all das Schöne, das man zusammen erlebt hat. Unterm Strich können wir uns immer aufeinander verlassen, und das ist das Wichtigste. Dann kannst du dich auch ruhig einmal streiten, das ist gesund und kann auch für positive Energie sorgen.
Sie absolvieren zahlreiche Auftritte, wie halten Sie sich dafür fit?
Ich mache viel Sport, und ich ernähre mich vernünftig, aber ich genieße auch das Leben. Außerdem versuche ich immer, in allem das Positive zu sehen.
Lässt sich das üben?
Ja, das kann man. Der erste Schritt ist, die negativen Gedanken zu blockieren. Das lässt sich wirklich trainieren. Ich stehe jeden Tag mit Liebe auf, fotografiere den Sonnenaufgang, freue mich und bin dankbar für all die schönen, kleinen Glücksmomente. Wenn ich im Auto unterwegs bin und etwas Schönes sehe, halte ich an, und mache ein Foto. Das packe ich dann in mein „Glückskörbchen“.
Was halten Sie von Langlebigkeit?
Es gibt ein paar Weisheiten, die ich verinnerlicht habe. Einer dieser Sätze lautet: Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.
Sie planen fürs kommende Jahr eine große Tournee, ist das richtig?
Ja, wir arbeiten gerade an neuen Liedern.
Zur Person
Andrea Berg wurde am 28. Jänner 1966 in Krefeld (D) geboren. Die gelernte Arzthelferin gehört mit 16 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Sängerinnen im deutschsprachigen Raum.
Im Jahr 1998 brachte sie ihre Tochter Lena zur Welt, die
in Irland studiert hat, mittlerweile aber wieder daheim bei der Mutter und der Oma wohnt.
Seit dem Jahr 2007 ist Berg mit dem Hotelier und
Fußballmanager Uli Ferber verheiratet. Er brachte einen Sohn mit in die Ehe, der mittlerweile mit der Sängerin
Vanessa Mai den Bund fürs Leben eingegangen ist.
Am 18. August tritt die Sängerin in Mörbisch (B) auf,
am 29. August ist sie dann in Kitzbühel (T) auf der Bühne.
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