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Ausgabe Nr. 19/2026 vom 06.05.2026, Fotos: Großflohmarkt-Viktring, zvg, instagram
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Das Flohmarkt-Gelände Viktring. Ausstellerin Rosi Olsacher.
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Die Flohmarkt-Veranstalter –

Dr. Heinz Herbst mit Ehefrau Gerlinde (Mitte) und Familie.
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Europas berühmteste Flohmärkte: Flohmarkterlebnis für Groß und Klein in Kärnten
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Zwei Mal im Jahr wird der Klagenfurter Stadtteil Viktring zum Treffpunkt für Trödel-Freunde. Rund 60.000 Besucher strömen dann zum größten Flohmarkt des Landes, um zu gustieren und zu feilschen. Bereits zum 65. Mal ist dies möglich.
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In Kärnten längst eine Institution, zieht der zwei Mal im Jahr stattfindende „Großflohmarkt Viktring“ bis zu 60.000 Besucher aus dem gesamten Alpe-Adria-Raum an. An jeweils drei Tagen – Anfang Mai und am ersten Septemberwochenende – können sich Sammler und Flohmarktbegeisterte hier auf Schatzsuche nach Raritäten und Kuriositäten, Vintage-Bekleidung und Alltagsgegenständen begeben.

„Für den Frühjahrstermin, am kommenden Wochenende, haben sich 601 Aussteller angemeldet“, berichtet der Flohmarkt-Veranstalter Dr. Heinz Herbst. Er ist eigentlich HNO-Arzt und führt den Flohmarkt erst seit 2023. „Das Gelände hat meinem Vater gehört und war verpachtet. Als mein Vater vor drei Jahren gestorben ist, standen meine Geschwister und ich vor der Frage, wie es mit dem Flohmarkt weitergehen soll.“

Immerhin gibt es die Trödel-Großveranstaltung bereits seit 1992. „Der Viktringer Flohmarkt hat Tradition“, bestätigt Rosi Olsacher, die heuer ihr persönliches „Flohmarkt-Jubiläum“ feiert. „Ich bin hier seit 25 Jahren Ausstellerin“, erzählt die 65jährige, die sowohl im Mai als auch im September ihren Stand aufbaut. „Das Flair auf dem schönen Waldareal ist einmalig.“ Das Ganze sei aber alleine aufgrund der Größe ein „Mordsaufwand“ für den Veranstalter, ist die Klagenfurterin sicher.

„Wir hatten alle Angst, dass der Flohmarkt nicht weitergeführt wird, das war ja nicht selbstverständlich.“

Am Anfang habe keiner gewusst, was „da genau auf uns zukommt. Das war doch um einige Kapitel größer, als wir erwartet haben“, erinnert sich Herbst an die Entscheidung, weiterzumachen. Schließlich hatten weder er noch seine Geschwister je etwas mit einem Flohmarkt zu tun gehabt. Und hier ging es immerhin um eine Veranstaltung auf einem 45.000 Quadratmeter (etwa 6,5 Fußballfelder) großen Gelände – den größten Flohmarkt in unserem Land.

Nachdem der Arzt weder Bruder noch Schwester für die Sache gewinnen konnte, „habe ich mir gedacht, jetzt übe ich meinen Beruf schon so lange aus, warum nicht noch einmal etwas Anderes probieren“.

Eine Entscheidung, für die er anfangs nur Kopfschütteln erntete. „,Vollkommen ausgeschlossen, das sind Laien, die schaffen das nie‘, habe ich damals zu hören bekommen. Aber wir haben es trotzdem probiert und dank der großen Familie meiner Frau haben wir es doch tatsächlich zusammengebracht“, sagt er nicht ohne Stolz.

Gut 35 bis 40 Personen sind notwendig, damit alles reibungslos funktioniert. „Die Familie deckt so viel ab. Die Verwandten meiner Frau sind wirklich Alleskönner.“ In der Zwischenzeit wurde nicht nur die Ausstellungsfläche vergrößert, sondern auch alles saniert. Bemühungen, die sich bezahlt machen, denn „seit Anfang April sind wir bis auf den letzten Platz ausverkauft“, freut sich Herbst.

Dass der enorme Zuspruch nicht zuletzt an der guten Organisation liegt, weiß Rosi Olsacher aus eigener Erfahrung. „Früher hat es immer bei der Anfahrt zum Gelände Stau gegeben. Mittlerweile gibt es Zeitfenster für die Aussteller. Seit es der Dr. Herbst macht, muss keiner mehr auf der Straße stehen und warten“, lobt sie den Veranstalter.

Über ihr Flohmarkt-Angebot sagt die Kärntnerin, „ich verkaufe alles bis auf Möbel – unter anderem Geschirr, Spielsachen und Gewand. Wenn meine Freunde zuhause ausmisten, bringen sie mir die Sachen vorbei. Ich bekomme auch viel von der Familie, von den Geschwistern und meinen Enkeln“, meint Olsacher. Eigentlich müsse sie 100 Jahre alt werden, um all das noch verkaufen zu können.

„Besonders schön finde ich, wenn meine italienischen Stammkunden vorbeikommen, die schauen immer, was ich für Geschirr oder Heiligensachen habe.“

Mit den Antiquitätenstandlern rundum ist sie seit Jahren befreundet. „Es ist familiär hier. Wir freuen uns das ganze Jahr über auf Mai und September. Außerdem bin ich den ganzen Tag draußen an der frischen Luft. Diese drei Flohmarkt-Tage sind wunderschön, sie fühlen sich an wie ein Camping-Urlaub“, erzählt Rosi Olsacher begeistert.

Und sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, dann wird einfach in Gummistiefeln gearbeitet. „Wir hatten schon alles – Stürme und Regen, aber die Besucher kommen trotzdem, egal, wie das Wetter ist“, sagt sie schmunzelnd. Und sie kann das gut verstehen, schließlich „ist der Großflohmarkt in Viktring ein Erlebnis“.

Eines für die ganze Familie, wie der Veranstalter sagt. Ist doch der Kinderflohmarkt immer ein gesonderter Anziehungspunkt. „Die Kinder bekommen die Plätze kostenlos. Die Altersgrenze liegt bei zwölf Jahren, weil wir wollen, dass Kinder hier ihre alten Spielsachen oder Bücher verkaufen und nicht Jugendliche die Sachen der
Eltern“, meint Herbst. Daneben gibt es einen Aktivbereich für Kinder mit Hüpfburg und Bungee-Trampolin.

Auch für das leibliche Wohl der Flohmarktbesucher ist gesorgt. „Wir haben einen Gastronomiebereich mit einer voll eingerichteten Gastroküche“, sagt Herbst. Kulinarisch reicht das Angebot von Wiener Schnitzel mit Pommes frites über gebratene Käsekrainer, Leberkäse und Bratwürsteln bis zu hausgemachten Kuchen.

„Die werden von den weiblichen Familienmitgliedern gebacken und variieren je nach Saison, von Zwetschkenkuchen über Schokoladen- bis zu Apfelkuchen.“

Wenn Zeit bleibt, dreht Herbst auch gerne selbst die eine oder andere Runde über den Flohmarkt und kommt dabei aus dem Staunen nicht heraus. „Ich habe schon einen Stand mit rund 1.000 ,Lindekaffee‘-Figuren entdeckt. Außer dem Spaceshuttle und Kreuzfahrtschiffen wird hier so ziemlich alles verkauft – sogar Paradeispflanzen“, sagt Herbst lachend.

Es freut ihn, dass nicht nur die Besucher, sondern auch die Aussteller von nah und fern kommen. „Deutsche, Ungarn, Tschechen, Italiener und Slowenen und natürlich auch viele Kärntner und Steirer sind da.“

Zu letzteren gehört etwa Werner Kampl, der seit 20 Jahren seine Zelte am Viktringer Flohmarkt aufschlägt. „Ich habe einen der größten Stände hier“, erzählt der Besitzer einer Räumungs- und Umzugsfirma.

„Wir machen unter anderem vom Gericht aus die Räumung von Verlassenschaften. Da gibt es viele Dinge, die noch gut verwertbar sind.“ Sein Interesse gilt dabei weniger Möbeln, denn die lassen sich am Flohmarkt nur schwer verkaufen. „Porzellan hat auch schon jeder. Wir wollen uns von den anderen abheben und haben uns deshalb auf Haushaltsgeräte spezialisiert. Also Kaffeemaschinen oder Mixer, da nehmen wir alles, was neuwertig und hochwertig ist, auf den Flohmarkt mit“, erzählt Kampl.

Auch Werkzeuge und Fahrräder werden an seinem Stand angeboten. „Wir sind immer schon einen Tag, bevor der Flohmarkt endet, ausverkauft und fahren dann bereits am Samstagabend zurück.“ Das liege sicher auch an den Preisen, meint Kampl. Für die Kaffeevollautomaten bekannter Marken wie Jura oder Krups verlange er im Schnitt € 80,–.

„Die werden geputzt und vorher getestet. Wir legen Wert darauf, dass die Dinge, die wir verkaufen, in Ordnung sind.“ Ein Flohmarkt hat für ihn auch einen sozialen Charakter. Die Sachen sollen für die Flohmarktbesucher erschwinglich sein. „Sie sollen dort ein Schnäppchen machen können, dafür gehen sie ja auf den Flohmarkt“, meint Kampl.

Seit elf Jahren in Viktring dabei ist auch der Steirer Rene Reichel. „Das ist der einzige Flohmarkt, den ich besuche, weil er drei Tage dauert. Ich habe ja selbst eine Gebraucht- und Flohmarkthalle und das Flohmarktfahren ist ein großer Aufwand für mich“, erzählt der Betreiber von „Trödel-Flo“ im Murtal. Für einen einzelnen Tag würde es sich für ihn nicht auszahlen, dauert doch alleine der Aufbau seines zehn mal 16 Meter großen Standplatzes beinahe zehn Stunden.

Sein Angebot bezeichnet Reichel als „bunt gemischt. Ich habe typische Flohmarktware, Dekosachen, Konsolen, Spiele und alles, was im Haushalt gebraucht wird, etwa Elektrogeräte.“

Bei den Preisen sei er laut eigener Aussage einer der Günstigsten. „Ich bekomme relativ viel Ware durch Räumungen. Deshalb kann ich die Sachen auch preiswert anbieten. Dann hat jeder seine Freude und ich kann leer nach Hause fahren.“

Das sei besser, als Sachen wegzuschmeißen. „Mein Motto lautet, ,Gebraucht ist nicht verbraucht‘“, ist dem Steirer das Thema Nachhaltigkeit ein großes Anliegen. Das schätzen auch viele seiner Kärntner Stammkunden.

Für Rene Reichel ist der Großflohmarkt Viktring jedenfalls der beste in der Region, „weil er äußerst bekannt und dementsprechend gut besucht ist. Auch die anderen Standler sagen, dass hier alles passt – das Publikum, die Preise und die Organisation.“ rz


Wissenswertes

Wo:
Keutschacherstraße 72,
9073 Klagenfurt-Viktring

Wann:
8. Mai 2026: 12–18 Uhr
9. Mai 2026: 8–18 Uhr
10. Mai 2026: 8–16 Uhr

Herbsttermin: 4.–6. September

Wie:
Standplatzanmeldung unbedingt erforderlich,
außer für den Kinderflohmarkt

Kosten:
Es gibt drei Standplatz-Kategorien.
Die Preise gelten jeweils für alle drei Tage.
Klein, 9 Quadratmeter € 37,–,
Mittel, 25 qm € 105,–,
groß 28 qm € 115,–

Wer:
Veranstalter Dr. Heinz Herbst

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