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Ausgabe Nr. 19/2026 vom 06.05.2026, Foto: APA-Images
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Stefanie Stappenbeck, 52.
Stefanie Stappenbeck:
„Das Böse ist in der Familie am stärksten“
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An der Seite von Adele Neuhauser ist sie nun in der zweiteiligen Krimikomödie „Mama ist die Best(i)e“ (Samstag, 20.15 Uhr, ServusTV) zu sehen.

Stefanie Stappenbeck, 52, spricht über die Familie als Ort, an dem das Böse am stärksten gespürt wird, über mütterliche Herausforderungen sowie die „Rückwärtspubertät“.
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Frau Stappenbeck, im Zweiteiler „Mama ist die Best(i)e“ wird bitterböse gezeigt, wozu eine Familie fähig sein kann. Allerdings kommt der Humor auch nicht zu kurz …

Der dunkle, schwarze Humor, den ich sehr mag, ist eine besondere Qualität des österreichischen Volkes. Darum hat es mir große Freude gemacht, bei diesem Film mitzuwirken – es war einer meiner Höhepunkte in den vergangenen Jahren.

Grundsätzlich finde ich es wunderbar, wenn es jemand schafft, dem Leben humorvoll zu begegnen. Schließlich ist Humor – ohne den wir schon längst verloren wären – in vielen Fällen die einzige Chance, mit dem Leben zurechtzukommen.

Satirisch überzeichnet wird die Familie als Keimzelle des Bösen dargestellt. Dabei sollte sie doch der
liebevollste Ort sein. Halten Sie am Ideal „Familie“ fest?


Familie ist der Ort, an dem das Böse am stärksten gespürt wird, weil – im Normalfall – so viel Liebe vorhanden ist. Wenn dann das Böse „hindurchfliegt“, ist es gerade in einer Familie deutlich zu spüren.

Bei den Dreharbeiten wurde eine Art Familienaufstellung gemacht. Was hat das bewirkt?

Das war Teil eines vorbereitenden „Workshops“. Ich selbst habe mit Familienaufstellungen viel Erfahrung, weil ich diese Methode privat und beruflich seit 25 Jahren nutze. Entweder, um mir meine beruflichen und privaten Themen anzuschauen, oder schauspielerisch, um Figuren zu entwickeln.

Dabei werden Papierblätter auf dem Boden ausgelegt. Die Schauspieler können sich dazu in Beziehung setzen, um Machtverhältnisse oder emotionale Distanzen sichtbar zu machen. Die Regisseurin fasste uns an den Schultern und stellte uns in bestimmte Positionen zueinander. Dabei passieren Vorgänge, die schwer in Worte zu fassen, aber äußerst effizient und praktisch sind. Wir erfahren etwas über unsere Figuren und spüren die Beziehungen zu den anderen Schauspielern.

Oft kommen dabei große Überraschungen zutage, die unglaublich hilfreich sind und das Spiel lebendiger und echter machen.

Im Film sind Sie als Adele Neuhausers Schwiegertochter und als Mutter einer 16jährigen zu sehen. Sie sind selbst Mutter.
Was macht eine gute Mutter aus?


Darauf mit einem knackigen Satz zu antworten, wäre schön, aber den gibt es wahrscheinlich nicht. Mir ist wichtig, mein Kind als eigenständiges Wesen zu sehen und zu behandeln. Ich sollte und darf nichts von mir auf sie projizieren, was natürlich leichter gesagt als getan ist (lacht).

Mein großes Augenmerk liegt darauf, ihr keines ihrer Gefühle abzusprechen. Ich bin zwar keine Expertin für gesellschaftliche Entwicklungen, aber ich beobachte, dass es noch immer so ist: Männer dürfen oft keine Gefühle zeigen – außer Wut, Begeisterung und Stolz, etwa beim Fußball. Frauen hingegen dürfen viele Gefühle haben, außer Wut und Stolz. Wie sollen auf dieser Basis Männer und Frauen zueinanderfinden und Konflikte konstruktiv lösen?

Deshalb versuche ich in meinem kleinen Universum, die Gefühle meiner Tochter – egal wie anstrengend sie sein mögen – nie kleinzureden.

Das klingt vielleicht therapeutisch, funktioniert aber gut, auch weil ihr Vater das mitträgt. Unser Kind wird in der Schule als ausgeglichene Persönlichkeit beschrieben.

Vom Vater Ihrer Tochter sind Sie seit dem Jahr 2018 getrennt. Wie haben Sie die Trennung im Sinne Ihrer Tochter gestaltet?

Wir haben darauf geachtet, kein starres Modell wie „eine Woche bei Mama, eine Woche bei Papa“ einzuführen. Die Abstände waren kürzer. Wenn unsere Tochter Sehnsucht nach dem anderen Elternteil hatte, wurde das ermöglicht. Es gibt Montag/Dienstag Papa-Tage, Mittwoch/Donnerstag Mama-Tage, und an den Wochenenden wechseln wir uns ab.

Wir fahren mit ihr an die Ostsee oder unternehmen etwas Schönes. Ein Wochenende allein schätze ich ebenfalls sehr, weil ich danach eine geduldigere Mutter bin. Uns beschäftigen derzeit viele Themen – Kriege, Künstliche Intelligenz, politische Entwicklungen.

Da tut es mir gut, auch Zeit für mich zu haben, um das zu verarbeiten. Und wenn ich mit meinem Kind bin, gehört ihm meine ganze Zeit und Kraft.

Am kommenden Sonntag ist Muttertag.
Was bedeutet Ihnen dieser Tag?


Ich versuche, jeden Tag eine gute Mutter zu sein, und danke meiner eigenen Mutter jeden Tag dafür, dass sie so liebevoll ist. Dafür brauche ich eigentlich keinen besonderen Tag.

Wichtig ist mir auch zu sagen, dass wir kinderlose Frauen genauso brauchen – sie haben oft die Ressourcen, sich um andere Dinge zu kümmern, für die Mütter keine Zeit haben.

Wie gehen Sie mit Ihrer Gesundheit um?

Um klar und wach zu bleiben, beschäftige ich mich intensiv damit, was meinem Körper guttut. Ich bin eine Befürworterin der Hormonersatztherapie und achte auf ausreichend Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren.

Frauen in meinem Alter wissen, wie sich diese „Rückwärtspubertät“ anfühlt. Ich lasse mindestens ein Mal im Jahr meine Blutwerte überprüfen, bis hin zu Aminosäuren im Gehirn.

Was fehlt, wird gezielt ergänzt. Nach zwei Impfungen habe ich gemerkt, wie stark das Immunsystem beansprucht wird – ich musste sofort Vitamin D und Omega 3 nachlegen. Gleichzeitig muss ich sagen, mit solchen Themen lässt sich auch viel Geld verdienen.


Zur Person:

Stefanie Stappenbeck wurde am 11. April 1974 als Tochter eines Theologen und einer Soziologin in Potsdam (D) geboren.

Ihre Karriere begann bereits als Kind im DDR-Fernsehen („Die Weihnachtsgans Auguste“, 1988).
Ihren Durchbruch feierte sie 1999 mit „Dunkle Tage“.
Seit 2016 ist Stappenbeck als „Linett Wachow“ in der erfolgreichen ZDF-Krimireihe „Ein starkes Team“ zu sehen.

Die Schauspielerin hat eine zwölfjährige Tochter,
die ebenfalls Schauspielerin oder Tänzerin werden möchte. Die Mama fördert dies nicht, hält sie
aber auch nicht davon ab.

Stappenbeck lebt in Berlin. Von 2010 bis 2018 war sie
mit dem Schlagzeuger Christopher Farr verheiratet.
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