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Ausgabe Nr. 17/2026 vom 22.04.2026, Fotos: AdobeStock, VenaSeal Closure System/Medgagdget, zvg
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So funktioniert das Verkleben von Krampfadern:

1. Aus dem Katheter, der in die Vene geschoben wird, kommt der Venenkleber direkt in die Vene.
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2. Mit seinen Fingern übt der Chirurg von außen leichten Druck aus, damit die Vene verklebt.
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3. Zentimeter für Zentimeter wird der Katheter zurückgezogen und die Vene verklebt.
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4. Am Ende wird der Katheter aus dem Bein gezogen. Auf die Einstichstelle kommt nur ein Pflaster.
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Der Eingriff erfolgt unter sterilen OP-Bedingungen, ohne Narkose, und dauert zirka 15 Minuten.
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Oberarzt Dr. Jan Danko
„Super-Kleber“
verschließt
Krampf-Adern
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Patienten, die für keine der herkömmlichen Krampfadern-Operationen geeignet sind, kann geholfen werden. Das Verkleben der Krampfadern senkt das Risiko späterer Gesundheitsprobleme.
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Schwere und geschwollene Beine, Schmerzen, Juckreiz oder Muskelkrämpfe. Varizen, oder wie der Volksmund sagt „Krampfadern“, gehören zu den häufigsten Venenerkrankungen. Schätzungen zufolge leidet rund ein Drittel aller Frauen und Männer im Land daran. Werden Krampfadern nicht rechtzeitig behandelt, können sie schwere Erkrankungen wie Venenthrombosen, Geschwüre oder offene Beine zur Folge haben.

Methoden der Venenbehandlung gibt es viele, vom Ziehen der Venen, dem „Stripping“, über das Verschließen mit Hilfe von Hitze, wie es bei der Laser- und der Radiofrequenzbehandlung erfolgt, bis zur Verödung, die mit Hilfe von eingespritzten Verödungsmitteln zum Verschluss der kranken Vene führt.

Dennoch gibt es immer Patienten, für die keine der bewährten Methoden infrage kommt, weiß Oberarzt Dr. Jan Danko von der Klinik Kittsee (Burgenland). Für diese Fälle gibt es eine spezielle Behandlung und zwar das Verkleben der Venen. „Das Verkleben ist für jene Patienten geeignet, die zum Beispiel keinerlei Kompressionsmittel erhalten dürfen, etwa bei Durchblutungsstörungen oder bei besonderen Nervenleiden, bei denen es anatomisch anders nicht möglich ist oder die Probleme mit einer Anästhesie haben.“

Dr. Danko, der diese minimalinvasive Behandlung schon mehrmals durchgeführt hat, erklärt den Eingriff. „Bei dieser Behandlung wird die Vene verklebt anstatt verbrannt. Dadurch wird das umliegende Gewebe geschont. Dazu kommt das Verfahren ohne großflächige Betäubung entlang der Vene aus und die Patienten können sofort nach der Behandlung zu normalen Aktivitäten zurückkehren“, verrät der erfahrene Chirurg.

In Frage kommen hierfür alle Venen, die grundsätzlich für eine Behandlung mit einem Katheter geeignet sind. So manche Vene ist sogar für das Verkleben besser geeignet als für die Behandlung mit Hitze.

„Sowohl der Laser als auch der Venenkleber haben fast die gleichen begründeten Anlässe für ihren Einsatz. Bei der ,kleinen Rosenvene‘, die vom Außenknöchel des Fußgelenks bis in die Kniekehle verläuft, liegt der Nerv an der Venenwand. Hier ist der Venenkleber eigentlich zu bevorzugen, weil die 90 Grad, die vom Laser kommen, den Nerv verbrennen.“

Patienten erholen sich rasch

Der Eingriff selbst beginnt ähnlich der sonst üblichen Laserbehandlung bei Krampfadern. „Nach einer örtlichen Betäubung an der Einstichstelle wird eine dünne Nadel in die Vene eingeführt, über die ein Katheter vorgeschoben wird, um den Klebstoff einzuspritzen.

Danach wird der Katheter schrittweise zurückgezogen und so die Vene schmerzfrei mit dem Klebstoff gefüllt. Die betroffene Vene wird währenddessen mit Hilfe von Ultraschall genau lokalisiert. Das umliegende Gewebe wird kaum verletzt, da keine weiteren Einschnitte nötig sind. Schon nach 15 Minuten ist der Eingriff beendet.

Nicht einmal die Einstichstelle muss vernäht werden, ein Pflaster reicht“, berichtet Dr. Danko.

In einem „Behandlungs-Set“ sind fünf Milliliter Venenkleber enthalten.

„Das ist meist die Menge, die für ein Bein benötigt wird“, verrät der Chirurg. Da der verwendete Klebstoff die Vene in nur wenigen Minuten dauerhaft verschließt, entfällt danach das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Dies erleichtert den Erholungsprozess für die Patienten enorm.

Das Verfahren ist besonders effektiv bei der Behandlung chronischer Veneninsuffizienz, also einer dauerhafte Funktionsschwäche der Beinvenen. Der spezialisierte medizinische Klebstoff auf Cyanoacrylat-Basis versiegelt die Venenwände und verhindert den Blutfluss durch die erkrankten Venen. Das führt zu anhaltenden Ergebnissen und einer deutlichen Verringerung der Symptome venöser Erkrankungen. Nach einiger Zeit gelingt es dem Körper, den Rest der verklebten Vene schließlich abzubauen.

Zur Anwendung kommt diese Behandlung, wie jede andere auch, freilich nur nach entsprechender ärztlicher Diagnose. Das betrifft fünf bis zehn Prozent der Fälle.

Ein Nachteil sind die Kosten, die deutlich höher sind als bei der klassischen Hitzebehandlung. Zu den möglichen unerwünschten Reaktionen auf den Klebstoff gehören allergische Reaktionen sowie die Bildung von Verhärtungen.

Auch die Erfolgsquote, mit der die Venen verschlossen bleiben, ist nicht höher als bei der Behandlung mit Radiowellen, also mit Hitze.

Empfohlen bei chronischen Durchblutungsstörungen

„Für Patienten mit gewissen Vorerkrankungen ist diese Methode der Venenverklebung oft die einzige Möglichkeit, ihre Krampfadern zu behandeln. Dazu gehören Patienten, die eine Nadel- oder Spritzenphobie haben, an Gerinnungsproblemen oder einer chronischen Durchblutungsstörung der Extremitäten leiden, kurz pAVK, also periphere arterielle Verschlusskrankheit, genannt.

Diese Erkrankung betrifft meist die Beine und ist durch Arterienverkalkung verursacht. Ebenso spricht eine Allergie gegen Lokalanästhetikum für die Behandlung mit dem Venenkleber.“
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