Histamin – die Menge macht‘s
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Kommt es nach dem Essen immer wieder zu unangenehmem Bauchzwicken, Schwindel,
Juckreiz oder Migräne, kann der Übeltäter Histamin sein.
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Histamin ist für unseren Körper kein „Fremder“. Im Gegenteil, es lagert als Gewebehormon in der Haut und Schleimhaut, im Magen und Darm, in der Lunge und in Teilen des Zwischenhirnes.
Höhere Mengen Histamin werden in bestimmten weißen Blutkörperchen gespeichert, etwa in den Mastzellen. Sie sind Teil der Immunabwehr und setzen Histamin frei, wenn sie den Körper vor Bakterien, Parasiten oder Allergenen schützen.
Histamin hat viele Funktionen. Es beeinflusst unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus, erweitert die Blutgefäße und regt eine erhöhte Magensäureproduktion an.
Histamin kann aber auch Probleme bereiten, vor allem, wenn bei entzündlichen, allergischen oder toxischen Prozessen zu viel davon ins Blut geschickt wird. Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall Herzstillstand können folgen.
Problem liegt im Darm
Ungefährlich, aber äußerst unangenehm wird Histamin, wenn es mit der Nahrung aufgenommen, aber im Darm nicht ausreichend abgebaut werden kann und ein Histaminüberschuss entsteht.
Es gibt einige Lebensmittel, die kleine „Histaminbomben“ sein können, wie Tamara Führer, Diätologin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen weiß. „Weniger verträglich sind Rotwein, Sekt, Bier, geräucherter, gepökelter oder konservierter Fisch, vor allem Thunfisch, Makrele, Lachs, Sardellen, Rollmops und Meeresfrüchte.
Außerdem Käse mit langer Reifezeit wie Emmentaler, Parmesan, Schimmelkäse, Bergbaron, vergorene Nahrungsmittel wie Sauerkraut, Sojasauce, Balsamico- und Weinessig, geräuchertes und gereiftes Fleisch und Dauerwurstwaren wie Speck, Prosciutto, Salami, Kantwurst, Rohschinken.
Auch Geschmacksverstärker wie Glutamat in Suppenwürfeln, Fertigprodukte, Paradeiser und Paradeiskonzentrate wie Ketchup oder Paradeissauce, Hülsenfrüchte, Aubergine, Spinat und Avocado zählen dazu.“
Histamin ist zudem hartnäckig. Weder Kochen, Braten, Backen noch Tiefkühlen zerstören es. Speisen wieder aufzuwärmen oder falsch zu lagern, erhöht sogar den Histamingehalt. Stress und körperliche Anstrengung wirken wie ein Verstärker.
Wer nach einem stressigen Tag am Abend ein Glas Rotwein, Parmesan und Spaghetti mit Paradeissoße genießt und daraufhin unter Blähungen, Bauchweh, Juckreiz, geschwollenen Augen, einer verstopften oder rinnenden Nase leidet, gehört vielleicht zu den geschätzten einhundertfünfzigtausend Menschen in unserem Land, die an einer Histamin-Unverträglichkeit leiden. Unter den Betroffenen sind zwei Drittel und mehr Frauen. Trotz der mitunter schmerzhaften Probleme ist bei einer Histamin-Intoleranz kein „Verbot“ von möglichen auslösenden Lebensmitteln empfohlen. „Es handelt sich hierbei weder um eine Allergie noch um eine echte Unverträglichkeit. Es ist eine durch Enzymmangel bedingte Abbaustörung von Histamin. Jeder Betroffene reagiert unterschiedlich empfindlich.
Unter Umständen werden kleine Mengen der histaminreichen Lebensmittel vertragen. Deshalb ist es wichtig, die eigene Toleranzschwelle herauszufinden“, sagt Führer.
Ernährungsexperten empfehlen, bei immer wieder auftretenden körperlichen Beschwerden nach dem Essen mit einem Symptom- und Ernährungstagebuch zu beginnen.
Bei Verdacht beobachten und notieren
Bestätigt sich der Verdacht, dass bestimmte Lebensmittel Beschwerden auslösen, werden sie für ein paar Wochen vom Speiseplan gestrichen.
Gleichzeitig wird eine Ernährungsumstellung im Sinne einer Gemüse betonten Mischkost und einer veränderten Zusammensetzung von Mahlzeiten vollzogen. Am besten geschieht dies mit Hilfe von Ernährungsexperten. Nach einiger Zeit werden die „verdächtigen“ Lebensmittel dosiert wieder eingeführt, um die Histamin-Toleranzgrenze zu ermitteln. Eindeutige Laborbefunde, die eine Histamin-Intoleranz bestätigen, gibt es nicht.
Weder Blut- noch Urin- und Stuhluntersuchungen sind aussagekräftig genug. Viele Ärzte warnen daher vor unnötigen Ausgaben für Labortests. Vor dem Weglassen von histaminreichen Lebensmitteln wird indes gewarnt. Der Speiseplan wäre stark eingeschränkt, das Risiko für einen Nährstoffmangel erhöht.
Ist eine Ernährungsumstellung schwierig, könnten Kapseln helfen, die als Nahrungsergänzungsmittel das Verdauungsenzym DAO liefern. Doch nicht bei allen Betroffenen lindern sich damit die Beschwerden. Das könnte daran liegen, dass eine Störung im zweiten Abbauenzym, kurz HNMT, vorliegt. HNMT ist für den Abbau von Histamin im Zentralnervensystem verantwortlich und kann eine histaminbedingte Migräne zur Folge haben. Ob und wie stark der Zusammenhang ist, wird noch erforscht.
Lebensmittel mit wenig Histamin
unverarbeitet, frisch, tiefgekühlt – Fleisch, Fisch, Gemüse
Brot, Erdäpfel, Reis
Milch und Milchprodukte
kurz gereifter Käse (Mozzarella, junger Gouda, Geheimratskäse, Tilsitter, Butterkäse)
ungeräucherter Kochschinken, kalt aufgeschnittenes Karree
Obst, Gemüse
Höhere Mengen Histamin werden in bestimmten weißen Blutkörperchen gespeichert, etwa in den Mastzellen. Sie sind Teil der Immunabwehr und setzen Histamin frei, wenn sie den Körper vor Bakterien, Parasiten oder Allergenen schützen.
Histamin hat viele Funktionen. Es beeinflusst unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus, erweitert die Blutgefäße und regt eine erhöhte Magensäureproduktion an.
Histamin kann aber auch Probleme bereiten, vor allem, wenn bei entzündlichen, allergischen oder toxischen Prozessen zu viel davon ins Blut geschickt wird. Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall Herzstillstand können folgen.
Problem liegt im Darm
Ungefährlich, aber äußerst unangenehm wird Histamin, wenn es mit der Nahrung aufgenommen, aber im Darm nicht ausreichend abgebaut werden kann und ein Histaminüberschuss entsteht.
Es gibt einige Lebensmittel, die kleine „Histaminbomben“ sein können, wie Tamara Führer, Diätologin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen weiß. „Weniger verträglich sind Rotwein, Sekt, Bier, geräucherter, gepökelter oder konservierter Fisch, vor allem Thunfisch, Makrele, Lachs, Sardellen, Rollmops und Meeresfrüchte.
Außerdem Käse mit langer Reifezeit wie Emmentaler, Parmesan, Schimmelkäse, Bergbaron, vergorene Nahrungsmittel wie Sauerkraut, Sojasauce, Balsamico- und Weinessig, geräuchertes und gereiftes Fleisch und Dauerwurstwaren wie Speck, Prosciutto, Salami, Kantwurst, Rohschinken.
Auch Geschmacksverstärker wie Glutamat in Suppenwürfeln, Fertigprodukte, Paradeiser und Paradeiskonzentrate wie Ketchup oder Paradeissauce, Hülsenfrüchte, Aubergine, Spinat und Avocado zählen dazu.“
Histamin ist zudem hartnäckig. Weder Kochen, Braten, Backen noch Tiefkühlen zerstören es. Speisen wieder aufzuwärmen oder falsch zu lagern, erhöht sogar den Histamingehalt. Stress und körperliche Anstrengung wirken wie ein Verstärker.
Wer nach einem stressigen Tag am Abend ein Glas Rotwein, Parmesan und Spaghetti mit Paradeissoße genießt und daraufhin unter Blähungen, Bauchweh, Juckreiz, geschwollenen Augen, einer verstopften oder rinnenden Nase leidet, gehört vielleicht zu den geschätzten einhundertfünfzigtausend Menschen in unserem Land, die an einer Histamin-Unverträglichkeit leiden. Unter den Betroffenen sind zwei Drittel und mehr Frauen. Trotz der mitunter schmerzhaften Probleme ist bei einer Histamin-Intoleranz kein „Verbot“ von möglichen auslösenden Lebensmitteln empfohlen. „Es handelt sich hierbei weder um eine Allergie noch um eine echte Unverträglichkeit. Es ist eine durch Enzymmangel bedingte Abbaustörung von Histamin. Jeder Betroffene reagiert unterschiedlich empfindlich.
Unter Umständen werden kleine Mengen der histaminreichen Lebensmittel vertragen. Deshalb ist es wichtig, die eigene Toleranzschwelle herauszufinden“, sagt Führer.
Ernährungsexperten empfehlen, bei immer wieder auftretenden körperlichen Beschwerden nach dem Essen mit einem Symptom- und Ernährungstagebuch zu beginnen.
Bei Verdacht beobachten und notieren
Bestätigt sich der Verdacht, dass bestimmte Lebensmittel Beschwerden auslösen, werden sie für ein paar Wochen vom Speiseplan gestrichen.
Gleichzeitig wird eine Ernährungsumstellung im Sinne einer Gemüse betonten Mischkost und einer veränderten Zusammensetzung von Mahlzeiten vollzogen. Am besten geschieht dies mit Hilfe von Ernährungsexperten. Nach einiger Zeit werden die „verdächtigen“ Lebensmittel dosiert wieder eingeführt, um die Histamin-Toleranzgrenze zu ermitteln. Eindeutige Laborbefunde, die eine Histamin-Intoleranz bestätigen, gibt es nicht.
Weder Blut- noch Urin- und Stuhluntersuchungen sind aussagekräftig genug. Viele Ärzte warnen daher vor unnötigen Ausgaben für Labortests. Vor dem Weglassen von histaminreichen Lebensmitteln wird indes gewarnt. Der Speiseplan wäre stark eingeschränkt, das Risiko für einen Nährstoffmangel erhöht.
Ist eine Ernährungsumstellung schwierig, könnten Kapseln helfen, die als Nahrungsergänzungsmittel das Verdauungsenzym DAO liefern. Doch nicht bei allen Betroffenen lindern sich damit die Beschwerden. Das könnte daran liegen, dass eine Störung im zweiten Abbauenzym, kurz HNMT, vorliegt. HNMT ist für den Abbau von Histamin im Zentralnervensystem verantwortlich und kann eine histaminbedingte Migräne zur Folge haben. Ob und wie stark der Zusammenhang ist, wird noch erforscht.
Lebensmittel mit wenig Histamin
unverarbeitet, frisch, tiefgekühlt – Fleisch, Fisch, Gemüse
Brot, Erdäpfel, Reis
Milch und Milchprodukte
kurz gereifter Käse (Mozzarella, junger Gouda, Geheimratskäse, Tilsitter, Butterkäse)
ungeräucherter Kochschinken, kalt aufgeschnittenes Karree
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