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Ausgabe Nr. 16/2026 vom 15.04.2026, Fotos: APA-Images
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Audrey Hepburn († 63).
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Hepburn mit Sohn Sean und Ehemann Mel Ferrer.
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1969 heiratete sie Andrea Dotti.
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Glücklich mit ihrem letzten Partner Robert Wolders.
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Hepburn als UNICEF-Botschafterin.
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Die „Emily in Paris“-Darstellerin Lily Collins soll Audrey Hepburn bald in einem Film spielen.
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Als Eliza in „My fair Lady“ (1964).
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„Sabrina“ (1954).
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Mit Gregory Peck in „Ein Herz und eine Krone“ (1953).
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Hepburns Söhne Luca (li.) und Sean.
Audrey Hepburn († 63):
Die Frau hinter der Legende
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Für die Welt war sie eine Ikone – Sinnbild von Eleganz, Anmut und zeitloser Schönheit. Für ihren Sohn, Sean Hepburn Ferrer, war sie vor allem seine Mutter und beste Freundin.
In seiner neuen Biografie gewährt der
65jährige intime Einblicke in das Leben der Schauspielerin abseits der Öffentlichkeit.
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Geehrt und überglücklich. Die beiden Worte reichen kaum aus, um auszudrücken, wie ich mich fühle“, sagte die amerikanische Schauspielerin Lily Collins („Emily in Paris“). Verständlich, soll die 36jährige doch in einem biografischen Film über die Entstehung der Komödie „Frühstück bei Tiffany“ die Hollywood-Diva Audrey Hepburn verkörpern – eine Frau, die Collins eigenen Angaben zufolge ihr Leben lang bewundert hat.

Für Sean Hepburn Ferrer, 65, den ältesten Sohn der Schauspielerin, ist die Besetzung eine gute Entscheidung, weil „ich Lily sehr schätze und mag“. Gleichzeitig sei er gespannt, wie Collins den Charme, die Eleganz und die einzigartige Persönlichkeit seiner Mutter auf die Leinwand bringen wird. Schließlich war es die Figur der „Holly Golightly“ in „Frühstück bei Tiffany“ – schwarzes Givenchy-Abendkleid, dunkle Sonnenbrille, Zigarettenspitze –, die Audrey Hepburn Anfang der 1960er Jahre endgültig zur Stilikone machte.

Die Dreharbeiten zu dem Film in New York und Los Angeles (USA) seien auch die erste große Bewährungsprobe für seine Mutter gewesen. „Sie begannen im Herbst 1960, als ich erst drei Monate alt war, und sollten mehrere Monate dauern. Nach langem Ringen wurde beschlossen, mich in der Schweiz bei meiner Großmutter zu lassen“, schreibt Sean Hepburn Ferrer in seiner gerade veröffentlichten Biografie „Intimate Audrey – The Authorised Biography“ (Verlag HarperCollins, englische Originalfassung, € 31,99. Die deutsche Version erscheint am 30. April bei Piper).

Für die junge Mutter, die davor bereits zwei Fehlgeburten hatte, sei diese Trennung kaum zu verkraften gewesen. „Mein Vater, Mel Ferrer, mietete ein Haus in der Nähe des Filmstudios, aber das linderte Mamas Traurigkeit nicht. Sie gab Unsummen für Ferngespräche aus, nur um mich glucksen oder weinen zu hören“, erzählt der 65jährige.

Vielleicht waren es ihre eigenen Kindheitserfahrungen, die Audrey Hepburn so sensibel für das Wohlergehen ihres Sohnes machten. Eine Kindheit, die alles andere als unbeschwert war.

Geboren wurde sie am 4. Mai 1929 als Audrey Kathleen Ruston in der belgischen Gemeinde Elsene. Die Mutter, Ella Baroness van Heemstra (1900–1984) war eine niederländische Adelige, aus deren erster Ehe Hepburns Halbbrüder Alex und Ian stammten. 1926 heiratete sie den britischen Bankier Joseph Ruston (1889–1980), der später den aristokratischen Nachnamen Hepburn-Ruston annahm, da er glaubte, von einem gleichnamigen englischen Grafen abzustammen.

„Mein Großvater war zweifellos ein komplizierter Mann, der immer öfter seinem Zuhause fernblieb“, schreibt Ferrer.
Bis er 1935 seine Familie endgültig verließ und nach London (England) zog. Für die sechsjährige Audrey war das ein dramatisches Erlebnis. „Ich war am Boden zerstört, habe tagelang geweint“, erinnerte sie sich. Auch, dass etwas von diesem Gefühl in ihren eigenen Beziehungen stets gegenwärtig war, denn „als ich mich verliebte und heiratete, lebte ich in ständiger Angst, verlassen zu werden.“

Hepburn wurde zur Ausbildung nach England geschickt und besuchte dort eine Privatschule. Ihre große Liebe galt dem Ballett, die wöchentlichen Tanzlektionen waren der Höhepunkt ihres Schullebens. „Eine Primaballerina zu sein, das wollte ich mehr als alles andere auf der Welt.“ Sie wuchs zu einer Perfektionistin heran, entschlossen, die beste Schülerin und Tänzerin zu werden, nur um niemanden zu enttäuschen. „Sie hatte immer das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, weil ihr Vater nicht geblieben war. Und sie nahm sich vor, dass sich ihre eigenen Kinder niemals unerwünscht oder ungeliebt fühlen sollten“, sagt ihr Sohn.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges holte Ella van Heemstra ihre Tochter zu sich in die Niederlande, da sie das neutrale Land für sicherer hielt als Großbritannien. Ein Irrtum – die Nazis marschierten trotzdem ein. Ab Mai 1940 erlebte die mittlerweile Elfjährige im Haus ihres Großvaters in Arnheim (NL) Bombenangriffe, Entbehrungen und die Gräuel der deutschen Besatzung mit. „Aus Angst, dass alleine der englische Name meiner Mutter sie in Gefahr bringen könnte, änderte meine Großmutter eines ihrer eigenen alten Dokumente.“ Aus Audrey Hepburn wurde kurzerhand Edda van Heemstra.

Trotz des Krieges besuchte Hepburn weiterhin die Schule und bekam auch Ballettunterricht im Musik-Konservatorium. Die Baroness wusste, dass Tanzen das Einzige war, das ihre Tochter davor bewahrte, die Hoffnung aufzugeben. Das junge Mädchen tanzte, um Geld für Untergetauchte zu sammeln und überbrachte – unwissentlich – Nachrichten für den Widerstand. „Meiner Mutter wurde gesagt, es seien vertrauliche Liebesbotschaften, die sie da transportierte. Erst nach dem Krieg erfuhr sie, dass es geheime Sabotage-Anweisungen waren, für die sie verhaftet oder sogar hingerichtet hätte werden können.“

Es war der Krieg, der Hepburn mehr prägte als alles andere. Sie sah die Brutalität der Nazis und erlebte auch die Deportationen von Juden. Es müsse grauenhaft für seine Mutter gewesen sein, später zu erkennen, dass deren Eltern vor dem Krieg mit den Nazis sympathisierten, schreibt der Sohn. Wie Millionen anderer in dieser Zeit, litt sie unvorstellbaren Hunger. „Wir froren, versteckten uns im Keller vor dem Beschuss der Alliierten und ernährten uns von wässriger Suppe und Brot aus Tulpenzwiebelmehl“, berichtete die Schauspielerin später.

„Meine Mutter war durch die Mangelernährung und eine
Gelbsucht in einem so erbärmlichen Zustand, dass ihr die Ärzte nur noch wenige Wochen gaben“, schreibt ihr Sohn.
Doch sie war zäh, eine Eigenschaft, die sie auch dem jahrelangen Tanztraining verdankte. Zeitlebens bewahrte sie die graziöse Haltung einer Tänzerin – Rücken gerade, Schultern nach hinten, Fußspitzen nach außen. Dass dahinter eine Kriegsverletzung steckte – bei einem Luftangriff traf sie ein Granatsplitter am Hals, der ihre Bewegung stark einschränkte – war ein gut gehütetes Geheimnis.

„Sie hielt ihren Kopf und Hals auf eine bestimmte Weise, selbst wenn sie zu Hause mit uns spielte. Alle dachten, sie hätte ihr Auftreten beim Ballett gelernt“, verrät ihr Sohn in seinem Buch. Auch ihre berühmte schlanke Figur, hinter der viele strenge Diäten vermuteten, war laut ihrer Familie in Wahrheit das Ergebnis von Unterernährung in der frühen Jugend.

Nach dem Krieg wusste Audrey Hepburn, dass sie ihren Traum, Primaballerina zu werden, nie verwirklichen würde. Die Mangelernährung während des Krieges hatte ihr Muskelwachstum beeinträchtigt. Um Geld zu verdienen, begann sie, als Fotomodell zu arbeiten. Auch mit kleineren Filmrollen hielt sie sich über Wasser. Während eines Filmdrehs in Monte Carlo (Monaco) entdeckte die französische Autorin Colette die damals 22jährige am Strand und engagierte sie für die Hauptrolle ihres Stückes „Gigi“ am Broadway. Danach ging es mit der Karriere Hepburns schnell bergauf.

Sie spielte in „Die Verblendeten“ (1952) und neben Gregory Peck in der Hollywood-Romanze „Ein Herz und eine Krone“ (1953) mit. Für diese Rolle wurde sie 1954 mit einem „Oscar“ als „Beste Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet. Zu dieser Zeit lernte sie auch den französischen Modeschöpfer Hubert de Givenchy kennen, der für viele ihrer ikonischen Kleidungsstücke verantwortlich war und mit dem sie eine lebenslange enge Freundschaft verband.

Anfang 1954 stand Hepburn mit Mel Ferrer (1917–2008), den sie 1953 bei einer Party kennengelernt hatte, auf der Bühne in dem Broadway-Drama „Ondine“. Die Zusammenarbeit entwickelte sich zu einer Romanze und am 25. September 1954 heiratete sie den zwölf Jahre älteren Mimen. 1960 kam Sohn Sean auf die Welt, das Paar ließ sich in der Schweiz nieder, wo es 1963
die Villa „La Paisible“ in Tolochenaz erstand.

Doch schon bald gab es erste Schatten auf dem Liebesglück. Hepburn feierte Erfolge mit Filmen wie „Sabrina“ (1954), „Geschichte einer Nonne“ (1959) oder „My fair Lady“ (1964). Ihr Ruhm wurde immer mehr zur Belastung für den Ehemann, der „nicht erfreut war, Mr. Hepburn zu sein“. Nach einer neuerlichen Fehlgeburt 1965 trennte sich das Paar im Jahr darauf. 1968 folgte die Scheidung.

Noch im selben Sommer lernte Hepburn den neun Jahre jüngeren italienischen Psychiater Andrea Dotti (1938–
2007) bei einer Mittelmeerkreuzfahrt kennen. „Wir verliebten uns zwischen Ephesus und Athen. Es war, als hätte mich ein Ziegelstein am Kopf getroffen“, erzählte sie später. Ihn heiratete sie im Jänner 1969, im Februar 1970 machte Sohn Luca das Glück perfekt.

Hepburn zog sich von der Leinwand zurück, um sich ganz ihrer Familie und dem Leben in Rom (I) zu widmen. „Sie hat uns Frühstück gemacht und zur Schule gebracht, auch wenn überall Fotografen lauerten“, habe sich seine Mutter bemüht, den Kindern Normalität zu vermitteln. Die Ehe bekam jedoch bald Sprünge und Dottis ständige Untreue führte 1982 zur Scheidung.

Bis zu ihrem Lebensende sollte Audrey Hepburn nur noch fünf Filme drehen. „Sie übernahm stattdessen 1988 die Rolle, die sie für die wichtigste ihres Lebens hielt. Als Sonderbotschafterin für UNICEF wollte sie sich um die Kinder dieser Welt kümmern‘“, weiß ihr Sohn. Seine Mutter sah es als ihre moralische Verpflichtung an, ihren Ruhm für das Gute einzusetzen. Begleitet wurde sie dabei von ihrem letzten Partner Robert Wolders.

Im Jahr 1992, auf ihrer letzten Reise nach Somalia, ging es ihr gesundheitlich schlecht. Sie dachte an einen Magen-Darm-Infekt, doch im November 1992 stellten die Ärzte ein Gallertkarzinom (schleimproduzierende, bösartige Geschwulst im Magen oder Darm) im fortgeschrittenen Stadium bei der Schaupielerin fest. Trotz Operation und Chemotherapie starb Audrey Hepburn am 20. Jänner 1993 mit nur 63 Jahren in ihrem Haus in Tolochenaz. Ihr Grab befindet sich dort am örtlichen Friedhof.

„Meine Mama war meine beste Freundin. Sie überall zu sehen, erinnert mich daran, dass sie, obwohl sie nicht mehr da ist, in unseren Herzen weiterlebt. Sie ist das Licht am Ende des Tunnels“, ist Sean Hepburn Ferrer sicher. rz
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