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Ausgabe Nr. 16/2026 vom 15.04.2026, Fotos: AdobeStock, zvg
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Wer ständig von Nörglern und Streithanseln umgeben ist, dem wird Lebensenergie geraubt.
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„Ich setze klare Grenzen“

Freddy Lankowitz, 80, Pensionist
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„Ich reagiere kurz angebunden“

Klara Satzinger, 19, Studentin
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„Ich habe den Kontak abgebrochen“

Peter Klees, 56, Autoverkäufer
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„Die Körpersprache ist mein Schutzschild“

Elena Fehr, 29, Yogalehrerin
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„Ich nutze eine Notlüge“

Claudio Orel, 37, Koch
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„Ich mache eine Therapie“

Patricia Karner, 69, Pensionistin
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Wer ständig von Nörglern und Streithanseln umgeben ist, dem wird Lebensenergie geraubt. Eine Studie belegt, dass derart belastende Menschen
unsere Zellen rascher altern lassen.
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Ein Kollege, der nur Probleme kennt. Eine Freundin, bei der jedes Gespräch in Beschwerden endet. Oder ein Familienmitglied, das aus jeder Kleinigkeit ein Drama macht. Nach solchen Begegnungen fühlen wir uns ausgelaugt, gereizt und müde – als hätte jemand heimlich unsere Energie abgezapft.

Was als ein „nerviges“ Verhalten empfunden wird, kann jedoch weitreichendere Folgen haben. Eine aktuelle amerikanische Studie belegt, dass uns anstrengende Mitmenschen biologisch schneller altern lassen. Die Forscher untersuchten die Daten von mehr als 2.000 Personen und analysierten neben Fragebögen zu Beziehungen auch biologische Marker in Speichelproben.

Die schlimmsten Nervensägen

Das Ergebnis erstaunte. Jede Person im nahen Umfeld, die uns dauerhaft Kraft raubt, lässt uns biologisch um rund neun Monate altern. Bei zwei Nervensägen summiert sich das bereits auf etwa eineinhalb Jahre zusätzliche Zellalterung. Extrem belastend sind laut Studie jene, denen wir im Alltag kaum entkommen können – etwa Kollegen, Nachbarn oder Familienmitglieder.

Deren ständige Präsenz macht aus Ärger Dauerstress. „Es wird unterschätzt, wie stark zwischenmenschliche Belastungen auf den Körper wirken“, erklärt Luisa Sonnfeld, die sich seit vielen Jahren mit den Themen innere Balance und Selbstfürsorge beschäftigt. Als ausgebildeter „Stresscoach“ begleitet sie Menschen, mit belastenden Situationen im Alltag gesünder umzugehen.

Es wird ständig Stresshormon augeschüttet

„Der Körper reagiert auf dauernde Konflikte ähnlich wie auf eine Bedrohung“, erklärt sie. „Er befindet sich in einem ständigen Alarmzustand.“ Dabei werden Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet. Hält dieser Zustand länger an, leidet der ganze Organismus, der Schlaf und das Immunsystem werden schlechter, Blutdruck und Puls steigen, Entzündungsprozesse nehmen zu. Langfristig kann chronischer Druck sogar die sogenannten Telomere verkürzen – das sind Schutzkappen an den Enden unserer Chromosomen. Werden sie schneller abgebaut, altern die Zellen rascher.

„Der wichtigste Schritt ist, Grenzen zu setzen“, sagt Sonnfeld. Oft reichen schon kleine Veränderungen im Alltag. „Wir müssen nicht jede Nachricht sofort beantworten und dürfen Gespräche bewusst kürzerhalten. Selbstfürsorge ist kein Egoismus.“ Schon ein Satz wie „Darüber möchte ich jetzt nicht sprechen“ könne entlastend wirken.

Abstand zu halten hilft – innerlich oder räumlich. Denn gesundes Altern hängt nicht nur von Ernährung, Bewegung und Schlaf ab, sondern auch von den Menschen, mit denen wir uns umgeben. morri


Wie wimmeln Sie kräfteraubende Menschen ab?

„Ich setze klare Grenzen“
Freddy Lankowitz, 80, Pensionist


Früher habe ich mir alles angehört, bis mir der Kopf rauchte. Heute bin ich ehrlich und sage: ,Pass auf, ich mag dich, aber dieses Thema zieht mich runter und ich habe keine Kraft dafür.‘ Das ist im ersten Moment hart, aber es setzt eine klare Grenze. Wer das nicht akzeptiert, ist ohnehin kein Freund. Ich habe gemerkt, dass diese Klarheit langfristig für beide Seiten gesünder ist, weil kein angestauter Groll entsteht.
Man muss sich wichtig genug und auch einmal ungemütlich sein.“


„Ich reagiere kurz angebunden“
Klara Satzinger, 19, Studentin


Ich reagiere auf Nachrichten von anstrengenden Menschen grundsätzlich erst nach 24 Stunden und dann kurz angebunden. Wenn ich sofort springe, fordere ich solche Energievampire erst recht auf, ihren emotionalen Müll abzuladen.
Durch die verzögerte Reaktion suchen sie sich meistens ein ,frischeres‘ Opfer. Ich stelle die Benachrichtigungen für diese Kontakte am Handy auf stumm, damit mich das bloße Aufleuchten am Bildschirm nicht stresst.“

„Ich habe den Kontak abgebrochen“
Peter Klees, 56, Autoverkäufer


Ich habe vor drei Jahren den ultimativen Schlussstrich gezogen und den Kontakt zu allen Menschen abgebrochen, die mir nicht gutgetan haben – das schloss auch Familienmitglieder ein.
Ich habe meine Telefonnummer geändert, bin in eine andere Stadt gezogen und fühle mich heute zum ersten Mal in meinem Leben frei und unbelastet. Es war die härteste Entscheidung meines Lebens, aber auch die einzige, die meine psychische Gesundheit gerettet hat.“


„Die Körpersprache ist mein Schutzschild“
Elena Fehr, 29, Yogalehrerin


Ich habe gelernt, meine Körpersprache als Schutzschild zu nutzen. Wenn ich merke, dass mir jemand die Energie absaugt, verschränke ich die Arme oder drehe meinen Oberkörper leicht weg. Ich nenne das ,energetisches Schließen‘.
Meist merken die Menschen unterbewusst, dass der Fluss unterbrochen ist, und hören von selbst auf zu reden. Es ist faszinierend zu sehen, wie viel ich bewirken kann, ohne ein einziges Wort des Protestes sagen zu müssen.“


„Ich nutze eine Notlüge“
Claudio Orel, 37, Koch


Ich habe für Notfälle immer einen ,Fake-Anruf‘ parat oder behaupte, ich hätte gerade den Ofen eingeschaltet oder einen dringenden Termin beim Tierarzt. Ich weiß, das ist eine Notlüge, aber bei manchen Menschen hilft keine Höflichkeit der Welt. Da rettet mich nur der schnelle Abgang, bevor mein eigener Akku auf null ist.
Manchmal fühle ich mich deswegen kurze Zeit schlecht, aber mein innerer Frieden ist mir wichtiger als eine unnötige Konfrontation.“


„Ich mache eine Therapie“
Patricia Karner, 69, Pensionistin


Ich habe es nie geschafft, ,Nein‘ zu sagen, weil ich Angst hatte, andere zu enttäuschen. Ich habe mir nachts um drei noch die Probleme anderer angehört, während ich selbst kaum noch schlafen konnte.
Irgendwann bin ich unter der Last der fremden Sorgen zusammengebrochen und in eine schwere Depression gerutscht, weil für mich selbst kein Platz mehr war.
Nun bin ich seit sechs Monaten in Therapie und lerne, dass Selbstfürsorge überlebenswichtig ist.“
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