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Ausgabe Nr. 15/2026 vom 08.04.2026, Fotos: APA-Images
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Kiefer Sutherland:
„Ich sehne mich nach einer einfacheren Zeit“
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„Ich sehne mich nach einer einfacheren Zeit“
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Er gehört zur Riege der großen Darsteller Hollywoods. Doch Kiefer Sutherland, 59, hat sich ebenso als Musiker einen Namen gemacht.

Demnächst wird er im Kino den Mafia-Paten Al Pacino jagen. Vorher stellt der singende Schauspieler noch sein neues Album im deutschsprachigen Raum vor. Bei seiner derzeitigen Konzert-Reihe, die ihn am 30. April auch in die Simm City nach Wien führt, ist „Grey“ bereits zu kaufen. Offiziell in den Handel kommt das Album jedoch erst Ende Mai. Der WOCHE-Reporter Olaf Neumann hat mit dem Kanadier über schwierige Zeiten im Leben und Donalds Trumps Androhung, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen, gesprochen.
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Herr Sutherland, Ihr neues Album heißt „Grey“. Die Farbe Grau steht für melancholische Düsternis. War das die Stimmung, in der Sie waren, als Sie die Platte aufgenommen haben?

Beim Albumtitel ging es nicht so sehr um meine Stimmung, er spiegelt eher wider, wo wir mit der Arbeit an der Platte begonnen haben. Wir haben in England angefangen. Es war grau, und ich wurde von diesem wunderschönen Baum inspiriert, der auf der Titelseite zu sehen ist. Viele der Lieder entstanden in einer grauen Phase.

Sie singen Lieder über Menschen, denen das Leben nicht so wohlgesonnen ist. Können Sie sich mit den „einfachen Menschen“ und dem einfachen Leben identifizieren?

Nun, auf einer gewissen Ebene schreibe ich auch über mich. Die erste Zeile von „Come back down“ lautet: „Ist es nicht komisch, wie das Leben dich zerbricht, selbst wenn du es geschafft hast?“ Das bezieht sich definitiv auf mich. Ich konnte mein ganzes Leben lang beruflich das tun, was ich wollte. Ich konnte als Schauspieler arbeiten und jetzt als Musiker. Aber das ändert nichts daran, dass mir gewisse Dinge passieren. Ich hatte Freunde, die viel zu jung gestorben sind. Ich hatte Liebesbeziehungen, die nicht geklappt haben. Jeder hat sein eigenes Kreuz im Leben zu tragen. Ich habe immer geglaubt, dass das Sterben genauso zum Leben gehört wie das Leben selbst.

Spiegelt das Lied „American Farmer“ Beobachtungen wider, die Sie auf dem Land gemacht haben?

Ich lebe jetzt im Bundesstaat New York, etwas abseits der ausgetretenen Pfade. Aber ich habe schon in den 90ern Rinder gezüchtet, als ich eine Landwirtschaft hatte. Damals gab es viel mehr familiengeführte Höfe in den USA. In den 80ern wurden viele davon zwangsversteigert. Anfang der 2000er Jahre war zu beobachten, wie all diese Grundstücke von riesigen Agrarkonzernen aufgekauft wurden.

US-Präsident Donald Trump will, dass Ihr Heimatland Kanada der 51. Bundesstaat der USA wird. Können Sie über diese Forderung lachen oder besorgt Sie das eher?

Das ist absurd. Kanada ist ein eigenständiges Land, es hat seine eigene Geschichte. Es war immer ein guter Verbündeter der Amerikaner, aber das Ganze lässt die USA jetzt wie ein Raubtier erscheinen. Die Idee, Kanada zum 51. Bundesstaat zu machen und dann Grönland und Kuba einzunehmen, ist respektlos gegenüber den Menschen, die in diesen Ländern leben. Als Kanadier nehme ich das nicht ernst. Es hätte auch einen Weg gegeben, diese Beziehung zu würdigen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft findet in Kanada, in den USA und in Mexiko statt. Sie sind ein großer Fußball-Anhänger. Haben Sie schon Karten für die Spiele?

Nein. Wir hatten Probleme, in Texas Auftrittsorte zu finden, weil alle Veranstaltungsorte wegen der Weltmeisterschaft ausgebucht sind. Ich werde im Juni und Juli Konzerte in Nordamerika geben. Die Spiele werde ich leider wie die meisten Menschen nur im Fernsehen verfolgen können.

Im Lied „Simpler Time“ sehnen Sie sich nach einfacheren Zeiten. War es früher besser?

Das, was wir gerade durchmachen, ist in der Weltgeschichte ziemlich außergewöhnlich. In gewisser Weise sehne ich mich nach einer einfacheren Zeit, aber in Wahrheit war es früher nicht einfacher. Ich war nur jünger und habe mich auf andere Dinge konzentriert, wie mich zu verlieben oder ins Kino zu gehen.
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