Reisen mit Ausländer-Aufschlag
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In einigen Ländern müssen Urlauber höhere Eintrittspreise als die Einheimischen bezahlen. Um den Trevi-Brunnen in Rom (I) zu Gesicht zu bekommen, sind nun zwei Euro fällig. In den USA müssen ausländische Gäste für den Besuch der Nationalparks 86 Euro täglich als Sonder-Gebühr beisteuern. Auf Bali wollen die Behörden bald das Bankkonto der Gäste sehen.
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Der Grand Canyon ist eine atemberaubende Schlucht in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie erstreckt
sich über ein Gebiet von 450 Kilometer Länge, 30 Kilometer Breite und ist bis zu 1.600 Meter tief. Der Fluss Colorado hat sich über Millionen von Jahren in das Gestein gegraben und dieses Naturwunder geformt.
Jedes Jahr besuchen sechs Millionen Menschen dieses Schauspiel im Norden des Bundesstaates Arizona. Bisher mussten sie dafür einen Eintritt von umgerechnet 17 Euro bezahlen. Seit Anfang dieses Jahres zahlen Gäste aus dem Ausland das Sechsfache.
Denn zusätzlich zum Eintritt müssen sie für einen Tagesbesuch noch 100 Dollar, das sind 86 Euro, berappen. Diese neue Gebühr ist auch für den Besuch eines der elf beliebtesten Nationalparks in den USA, zu denen auch der Yellowstone im Bundesstaat Wyoming und der Yosemite Park in Kalifornien zählen, zu entrichten.
„Die Nationalparks haben Generationen amerikanischer Familien unvergessliche Erinnerungen beschert. Das Ziel meiner Regierung ist, diese Erinnerungen auch künftigen Generationen zu erhalten, indem wir die Eintrittspreise für ausländische Touristen erhöhen“, erklärte der 79jährige US-Präsident Donald Trump.
Neben dem Tageseintritt gibt es auch einen Jahrespass. Er kostet 80 Dollar (70 Euro) für Einheimische und das Dreifache für Urlauber. Auf der neuen Jahreskarte prangt anstelle eines Landschaftsbildes nun ein Foto von Trump, was in den USA bereits für viel Kritik sorgte.
Empörung liegt seit Anfang Februar auch im italienischen Rom in der Luft. Wer den Trevi-Brunnen sehen möchte, muss eine Gebühr von € 2,– entrichten. Diese Maßnahme betrifft ausschließlich Touristen, Einwohner haben weiterhin kostenlosen Zugang.
„Die Gebühr ist ein gefährlicher Schritt in Richtung Kommerzialisierung des kulturellen Erbes. Der Trevi-Brunnen ist kein Museum, sondern ein öffentliches Gut“, warnt der Unternehmer Claudio Lauretti, der eine Unterschriftensammlung gegen die Eintrittsgebühr eingeleitet hat.
Gegen den Massentourimus wehrt sich auch die italienische Mittelmeerinsel Capri. Sie ist berühmt für ihre weißgetünchten Villen und die zerklüftete Felsenküste. Auf dem Eiland leben 13.000 Menschen, im Sommer strömen täglich bis zu 50.000 Touristen auf die Insel. Der Gemeinderat hat daher neue Regeln beschlossen.
Im Sommer dürfen nur noch Touristengruppen von maximal 40 Menschen an Land gehen. Die Reiseleiter dürfen bei Führungen keine Lautsprecher mehr verwenden. Stattdessen sollen sie mit den Gästen mithilfe von Funkkopfhörern sprechen.
In den französischen Museen ist nicht nur die Kunst teuer, sondern auch der Eintritt. In sechs Museen des Landes müssen jene Menschen, die ihren Wohnsitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes haben, einen höheren Eintritt bezahlen. Das betrifft jene Personen, die nicht in der EU, Norwegen, Island oder Liechtenstein wohnen.
Im Pariser Louvre, wo das Ölgemälde Mona Lisa ausgestellt wird, zahlen EU-Bürger € 22,–, Besucher aus Drittstaaten € 32,–. Im Schloss Chambord, einem prächtigen Renaissance-Bau im Loiretal, steigt der Eintrittspreis für Nicht-Europäer von € 21,– auf € 31,–. Im Schloss Versailles wird der Eintritt für diese Gäste um drei Euro teurer. „Die Erhöhung der Preise ist notwendig. Das Geld wird für die Renovierung des Louvre benötigt“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, 48.
Höhere Eintrittspreise für Ausländer gibt es in asiatischen Ländern schon länger. Beim Besuch des Taj Mahal in Indien zahlen Ausländer etwa 1.100 Rupien (€ 10,–), Einheimische nur rund 50 Rupien (47 Cent). Der Eintritt in den Tempel „Wat Phra Kaew“ in Bangkok (Thailand) ist für Einheimische kostenlos, während Ausländer 500 Baht, das sind € 14,–, beisteuern müssen. Diese Preispolitik gilt auch für die meisten Tempel und Nationalparks in Thailand.
Im Königreich Bhutan, im östlichen Himalaya gelegen, müssen Touristen eine Ortstaxe von 100 Dollar (€ 86,–) pro Nacht bezahlen.
Der Gastfreundschaft einen Dämpfer versetzt auch die Insel Bali. Das indonesische Eiland ist für seine bewaldeten Vulkanberge, Reisfelder und Sandstrände bekannt. Wer diese Idylle erleben möchte, muss den Behörden schon bald einen Blick auf das Bankkonto erlauben. Die Urlauber sollen die Kontoauszüge der vergangenen drei Monate sowie einen Rückflugschein vorlegen.
Derzeit besteht dazu keine Pflicht. Gouverneur Wayan Koster möchte die Idee aber bald in die Tat umsetzen. „Der Entwurf ist fast fertig. Wir wollen damit Billigtouristen abschrecken, denen nach ein paar Tagen das Geld ausgeht. Zudem setzen wir auf Gleichberechtigung. Indonesische Staatsbürger müssen bei Reisen ins Ausland oft nachweisen, dass sie ihren Aufenthalt finanzieren können“, sagt der Gouverneur. widlak
sich über ein Gebiet von 450 Kilometer Länge, 30 Kilometer Breite und ist bis zu 1.600 Meter tief. Der Fluss Colorado hat sich über Millionen von Jahren in das Gestein gegraben und dieses Naturwunder geformt.
Jedes Jahr besuchen sechs Millionen Menschen dieses Schauspiel im Norden des Bundesstaates Arizona. Bisher mussten sie dafür einen Eintritt von umgerechnet 17 Euro bezahlen. Seit Anfang dieses Jahres zahlen Gäste aus dem Ausland das Sechsfache.
Denn zusätzlich zum Eintritt müssen sie für einen Tagesbesuch noch 100 Dollar, das sind 86 Euro, berappen. Diese neue Gebühr ist auch für den Besuch eines der elf beliebtesten Nationalparks in den USA, zu denen auch der Yellowstone im Bundesstaat Wyoming und der Yosemite Park in Kalifornien zählen, zu entrichten.
„Die Nationalparks haben Generationen amerikanischer Familien unvergessliche Erinnerungen beschert. Das Ziel meiner Regierung ist, diese Erinnerungen auch künftigen Generationen zu erhalten, indem wir die Eintrittspreise für ausländische Touristen erhöhen“, erklärte der 79jährige US-Präsident Donald Trump.
Neben dem Tageseintritt gibt es auch einen Jahrespass. Er kostet 80 Dollar (70 Euro) für Einheimische und das Dreifache für Urlauber. Auf der neuen Jahreskarte prangt anstelle eines Landschaftsbildes nun ein Foto von Trump, was in den USA bereits für viel Kritik sorgte.
Empörung liegt seit Anfang Februar auch im italienischen Rom in der Luft. Wer den Trevi-Brunnen sehen möchte, muss eine Gebühr von € 2,– entrichten. Diese Maßnahme betrifft ausschließlich Touristen, Einwohner haben weiterhin kostenlosen Zugang.
„Die Gebühr ist ein gefährlicher Schritt in Richtung Kommerzialisierung des kulturellen Erbes. Der Trevi-Brunnen ist kein Museum, sondern ein öffentliches Gut“, warnt der Unternehmer Claudio Lauretti, der eine Unterschriftensammlung gegen die Eintrittsgebühr eingeleitet hat.
Gegen den Massentourimus wehrt sich auch die italienische Mittelmeerinsel Capri. Sie ist berühmt für ihre weißgetünchten Villen und die zerklüftete Felsenküste. Auf dem Eiland leben 13.000 Menschen, im Sommer strömen täglich bis zu 50.000 Touristen auf die Insel. Der Gemeinderat hat daher neue Regeln beschlossen.
Im Sommer dürfen nur noch Touristengruppen von maximal 40 Menschen an Land gehen. Die Reiseleiter dürfen bei Führungen keine Lautsprecher mehr verwenden. Stattdessen sollen sie mit den Gästen mithilfe von Funkkopfhörern sprechen.
In den französischen Museen ist nicht nur die Kunst teuer, sondern auch der Eintritt. In sechs Museen des Landes müssen jene Menschen, die ihren Wohnsitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes haben, einen höheren Eintritt bezahlen. Das betrifft jene Personen, die nicht in der EU, Norwegen, Island oder Liechtenstein wohnen.
Im Pariser Louvre, wo das Ölgemälde Mona Lisa ausgestellt wird, zahlen EU-Bürger € 22,–, Besucher aus Drittstaaten € 32,–. Im Schloss Chambord, einem prächtigen Renaissance-Bau im Loiretal, steigt der Eintrittspreis für Nicht-Europäer von € 21,– auf € 31,–. Im Schloss Versailles wird der Eintritt für diese Gäste um drei Euro teurer. „Die Erhöhung der Preise ist notwendig. Das Geld wird für die Renovierung des Louvre benötigt“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, 48.
Höhere Eintrittspreise für Ausländer gibt es in asiatischen Ländern schon länger. Beim Besuch des Taj Mahal in Indien zahlen Ausländer etwa 1.100 Rupien (€ 10,–), Einheimische nur rund 50 Rupien (47 Cent). Der Eintritt in den Tempel „Wat Phra Kaew“ in Bangkok (Thailand) ist für Einheimische kostenlos, während Ausländer 500 Baht, das sind € 14,–, beisteuern müssen. Diese Preispolitik gilt auch für die meisten Tempel und Nationalparks in Thailand.
Im Königreich Bhutan, im östlichen Himalaya gelegen, müssen Touristen eine Ortstaxe von 100 Dollar (€ 86,–) pro Nacht bezahlen.
Der Gastfreundschaft einen Dämpfer versetzt auch die Insel Bali. Das indonesische Eiland ist für seine bewaldeten Vulkanberge, Reisfelder und Sandstrände bekannt. Wer diese Idylle erleben möchte, muss den Behörden schon bald einen Blick auf das Bankkonto erlauben. Die Urlauber sollen die Kontoauszüge der vergangenen drei Monate sowie einen Rückflugschein vorlegen.
Derzeit besteht dazu keine Pflicht. Gouverneur Wayan Koster möchte die Idee aber bald in die Tat umsetzen. „Der Entwurf ist fast fertig. Wir wollen damit Billigtouristen abschrecken, denen nach ein paar Tagen das Geld ausgeht. Zudem setzen wir auf Gleichberechtigung. Indonesische Staatsbürger müssen bei Reisen ins Ausland oft nachweisen, dass sie ihren Aufenthalt finanzieren können“, sagt der Gouverneur. widlak
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