Zweijähriger Bub nach Herztransplantation zu Grabe getragen
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Domenico Mercolino durfte seinen dritten Geburtstag nicht mehr erleben. Der Bub aus Italien, der mit einem schweren Herzfehler geboren wurde, hatte im Dezember ein Spenderherz empfangen. Aufgrund einer falschen Lagerung war das Organ beschädigt und das Kind verstarb. Zum Begräbnis kamen mehr als tausend Menschen, die Familie erhebt nun Anklage.
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Als der kleine weiße Sarg die Stufen des Domes von Nola (Italien) hinaufgetragen wurde, war es für einen Moment still. Hunderte Menschen standen auf dem Platz Spalier, um dem kleinen Buben die letzte Ehre zu erweisen. Dann setzte der Applaus ein, eine Geste des Respekts, wie sie in Italien bei Beerdigungen manchmal üblich ist. Viele hielten weiße Blumen in den Händen, andere trugen T-Shirts mit seinem Foto und der Aufschrift: „Il nostro guerriero“ (Unser Krieger).
Domenico Mercolino wurde nur zweieinhalb Jahre alt, schon bei seiner Geburt wurde ein schwerer Herzfehler diagnostiziert. Er litt an Dilatativer Kardiomyopathie, das ist eine Erkrankung, bei der das Herz mit zunehmendem Alter schwächer wird.
Es war von Anfang an klar, dass er ohne ein Spenderherz nicht lange überleben würde. Seine Mutter Patrizia Mercolino erzählt, dass er trotz allem ein lebensfroher Bub gewesen sei, der gerne mit seiner Schwester, 5, und seinem Bruder, 11, gespielt hat. Der trotz Medikamenten „das Leben eines ganz normalen Kindes führte“.
Am 22. Dezember 2025 kam schließlich der Anruf aus dem Spital, ein Spenderherz sei gefunden worden. In Südtirol (Italien) war ein Bub ertrunken und die Eltern bereit, die Organe zu spenden. Für die Familie Mercolino war dieser Moment kaum in Worte zu fassen. „Es war eine Mischung aus Hoffnung, Angst und Dankbarkeit. Wir waren positiv gestimmt, dass unser Sohn nun eine Zukunft hat“, sagte der Vater Antonio Caliendo, 39. Das Organ sollte aus Bozen (Italien) ins fast 800 Kilometer entfernte Neapel (I) gebracht werden.
Am 23. Dezember 2025 wurde das Herz in Bozen entnommen. Doch schon beim Transport wurden die ersten Fehler gemacht. Nach bisherigen Ermittlungen reiste das medizinische Team offenbar ohne die vorgeschriebene Transportbox für Spenderorgane nach Südtirol.
Stattdessen wurde das Herz in einer „Strand-Kühlbox“ mit Trockeneis transportiert. Trockeneis hat eine Temperatur von etwa minus 78 Grad, ein Spenderherz muss allerdings bei etwa vier Grad gelagert werden.
Als die Box schließlich im Spital Monaldi in Neapel geöffnet wurde, war das Herz gefroren und höchstwahrscheinlich auch erfroren. Das Organ, das Leben retten sollte, war bereits beschädigt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Operation schon begonnen, Domenicos krankes Herz war entfernt worden. Ein weiterer fataler Fehler. Offenbar ohne
vorher zu überprüfen, ob das neue Organ tatsächlich intakt war. Als sie erkannten, dass das Spenderherz beschädigt war, war es schon zu spät.
Berichten zufolge versuchten die Ärzte, das gefrorene Organ unter fließendem Wasser aufzutauen. Am Ende blieb ihnen nur eine Entscheidung, sie mussten das beschädigte Herz trotzdem einsetzen. Zwischen der Entnahme seines Herzens und der Implantation des neuen Organs vergingen nach späteren Auswertungen mindestens 45 Minuten.
Die Operation rettete Domenico Mercolino nicht, das neue Herz funktionierte nie richtig. Fast zwei Monate lang lag der kleine Bub auf der Intensivstation. Maschinen hielten ihn am Leben, eine Maschine übernahm die Arbeit von Herz und Lunge. Ärzte prüften die Möglichkeit einer zweiten Transplantation und Mitte Februar wurde sogar ein neues, passendes Herz gefunden.
Doch Domenicos Körper war bereits zu schwach, Nieren und Leber funktionierten nicht mehr richtig. Hinzu kam der Verdacht auf Infektionen.
Ein internationales Team von Spezialisten kam schließlich zu einem einstimmigen Urteil. Eine weitere Operation würde sein Leben nicht retten. Das Herz wurde einem anderen Kind auf der Warteliste gegeben. Als die Ärzte Domenico aus der Sedierung weckten, reagierte er nicht mehr. Am Morgen des 21. Februars hörte sein Herz schließlich auf zu schlagen. Seine Mutter blieb an seiner Seite und besuchte ihn bis zu dem Tag täglich. Dafür fuhr sie je zwei Stunden mit dem Bus hin und zurück. „Ich vermisse seine Stimme“, sagte sie damals. „Ich kann nicht aufhören, seine kleine Hand zu halten.“
Die Nachricht vom Tod des kleinen Buben verbreitete sich schnell. Vor dem Spital legten Menschen Blumen, Spielzeug und Kerzen nieder. In Domenicos Heimatstadt Nola wurde der Tag seiner Beerdigung zum offiziellen Trauertag erklärt. Gut 1.500 Menschen waren bei der Zeremonie vor Ort, darunter auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, 49. Für die Eltern bleibt die wichtigste Frage dennoch offen: „Wer trägt die Verantwortung für den Tod unseres Kindes?“
Das Gesundheitsministerium und die Staatsanwaltschaft haben Untersuchungen eingeleitet.
Im Mittelpunkt steht die Frage, warum das Spenderherz falsch gekühlt und die Operation trotz des beschädigten Organes fortgesetzt wurde. Der verantwortliche Herzchirurg weist jede Schuld von sich. „Ich habe alles richtig gemacht“, sagte er in einem Interview. „Ich bin selbst ein Opfer dieser Situation.“
Mitten in ihrer Trauer denkt Patrizia Mercolino bereits an die Zukunft. Sie möchte im Namen ihres Sohnes eine Stiftung gründen, um Opfern von Behandlungsfehlern zu helfen.
„Ich will, dass Domenico nicht vergessen wird“, sagt sie.
„Vielleicht kann aus seinem kurzen Leben etwas entstehen, das anderen Kindern Hoffnung gibt.“ Schuh
Domenico Mercolino wurde nur zweieinhalb Jahre alt, schon bei seiner Geburt wurde ein schwerer Herzfehler diagnostiziert. Er litt an Dilatativer Kardiomyopathie, das ist eine Erkrankung, bei der das Herz mit zunehmendem Alter schwächer wird.
Es war von Anfang an klar, dass er ohne ein Spenderherz nicht lange überleben würde. Seine Mutter Patrizia Mercolino erzählt, dass er trotz allem ein lebensfroher Bub gewesen sei, der gerne mit seiner Schwester, 5, und seinem Bruder, 11, gespielt hat. Der trotz Medikamenten „das Leben eines ganz normalen Kindes führte“.
Am 22. Dezember 2025 kam schließlich der Anruf aus dem Spital, ein Spenderherz sei gefunden worden. In Südtirol (Italien) war ein Bub ertrunken und die Eltern bereit, die Organe zu spenden. Für die Familie Mercolino war dieser Moment kaum in Worte zu fassen. „Es war eine Mischung aus Hoffnung, Angst und Dankbarkeit. Wir waren positiv gestimmt, dass unser Sohn nun eine Zukunft hat“, sagte der Vater Antonio Caliendo, 39. Das Organ sollte aus Bozen (Italien) ins fast 800 Kilometer entfernte Neapel (I) gebracht werden.
Am 23. Dezember 2025 wurde das Herz in Bozen entnommen. Doch schon beim Transport wurden die ersten Fehler gemacht. Nach bisherigen Ermittlungen reiste das medizinische Team offenbar ohne die vorgeschriebene Transportbox für Spenderorgane nach Südtirol.
Stattdessen wurde das Herz in einer „Strand-Kühlbox“ mit Trockeneis transportiert. Trockeneis hat eine Temperatur von etwa minus 78 Grad, ein Spenderherz muss allerdings bei etwa vier Grad gelagert werden.
Als die Box schließlich im Spital Monaldi in Neapel geöffnet wurde, war das Herz gefroren und höchstwahrscheinlich auch erfroren. Das Organ, das Leben retten sollte, war bereits beschädigt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Operation schon begonnen, Domenicos krankes Herz war entfernt worden. Ein weiterer fataler Fehler. Offenbar ohne
vorher zu überprüfen, ob das neue Organ tatsächlich intakt war. Als sie erkannten, dass das Spenderherz beschädigt war, war es schon zu spät.
Berichten zufolge versuchten die Ärzte, das gefrorene Organ unter fließendem Wasser aufzutauen. Am Ende blieb ihnen nur eine Entscheidung, sie mussten das beschädigte Herz trotzdem einsetzen. Zwischen der Entnahme seines Herzens und der Implantation des neuen Organs vergingen nach späteren Auswertungen mindestens 45 Minuten.
Die Operation rettete Domenico Mercolino nicht, das neue Herz funktionierte nie richtig. Fast zwei Monate lang lag der kleine Bub auf der Intensivstation. Maschinen hielten ihn am Leben, eine Maschine übernahm die Arbeit von Herz und Lunge. Ärzte prüften die Möglichkeit einer zweiten Transplantation und Mitte Februar wurde sogar ein neues, passendes Herz gefunden.
Doch Domenicos Körper war bereits zu schwach, Nieren und Leber funktionierten nicht mehr richtig. Hinzu kam der Verdacht auf Infektionen.
Ein internationales Team von Spezialisten kam schließlich zu einem einstimmigen Urteil. Eine weitere Operation würde sein Leben nicht retten. Das Herz wurde einem anderen Kind auf der Warteliste gegeben. Als die Ärzte Domenico aus der Sedierung weckten, reagierte er nicht mehr. Am Morgen des 21. Februars hörte sein Herz schließlich auf zu schlagen. Seine Mutter blieb an seiner Seite und besuchte ihn bis zu dem Tag täglich. Dafür fuhr sie je zwei Stunden mit dem Bus hin und zurück. „Ich vermisse seine Stimme“, sagte sie damals. „Ich kann nicht aufhören, seine kleine Hand zu halten.“
Die Nachricht vom Tod des kleinen Buben verbreitete sich schnell. Vor dem Spital legten Menschen Blumen, Spielzeug und Kerzen nieder. In Domenicos Heimatstadt Nola wurde der Tag seiner Beerdigung zum offiziellen Trauertag erklärt. Gut 1.500 Menschen waren bei der Zeremonie vor Ort, darunter auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, 49. Für die Eltern bleibt die wichtigste Frage dennoch offen: „Wer trägt die Verantwortung für den Tod unseres Kindes?“
Das Gesundheitsministerium und die Staatsanwaltschaft haben Untersuchungen eingeleitet.
Im Mittelpunkt steht die Frage, warum das Spenderherz falsch gekühlt und die Operation trotz des beschädigten Organes fortgesetzt wurde. Der verantwortliche Herzchirurg weist jede Schuld von sich. „Ich habe alles richtig gemacht“, sagte er in einem Interview. „Ich bin selbst ein Opfer dieser Situation.“
Mitten in ihrer Trauer denkt Patrizia Mercolino bereits an die Zukunft. Sie möchte im Namen ihres Sohnes eine Stiftung gründen, um Opfern von Behandlungsfehlern zu helfen.
„Ich will, dass Domenico nicht vergessen wird“, sagt sie.
„Vielleicht kann aus seinem kurzen Leben etwas entstehen, das anderen Kindern Hoffnung gibt.“ Schuh
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