Ausgabe Nr. 12/2026 vom 18.03.2026, Fotos: APA-Images, ZDF/Lukas Pfaff/[M] Irenaeus Herok
Doris Schretzmayer:
„Ich lernte, mit Kühen umzugehen“
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In der ländlichen Idylle des Salzburgerlandes kümmert sich Doris Schretzmayer, 53, als Tierärztin Dr. Maiwald um die Wehwehchen kleiner und großer Vierbeiner. Auch mit der Kraft ihrer Stimme, die sie regelmäßig trainiert.
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Frau Schretzmayer, was hat Sie an der Rolle der Landtierärztin Dr. Johanna Maiwald besonders gereizt?
Als ich das Drehbuch zu lesen bekam, spürte ich sofort eine wohltuende Leichtigkeit in den Figuren ebenso wie in den Geschichten, die erzählt werden. Reizvoll war für mich auch die Aussicht, in Maria Alm im Salzburgerland drehen zu dürfen, weil es einfach schön ist, am Land zu arbeiten. Bei einer Hauptrolle beläuft sich das Arbeitspensum auf zwölf Stunden am Tag. Ich genieße es, an den freien Tagen von dieser wohltuenden Natur und den Bergen umgeben zu sein, wo man viel schneller Kraft schöpft als in der Stadt.
Zu Ihren Patienten gehören nicht nur Hunde, Katzen
und Hamster, sondern auch größere Vierbeiner wie Rinder und Ziegen. Hatten Sie keine Angst, dass Ihnen eine Kuh zu nahe treten könnte?
Bei allen Rollen, bei denen der Beruf im Zentrum der Figur steht, ist mir wichtig, einen Einblick in den Beruf zu bekommen. In diesem Fall hatte ich das Glück, mich mit zwei großartigen Tierärztinnen, die in der Nähe von Maria Alm gemeinsam eine Praxis führen, vorbereiten zu können. Tanja durfte ich bei ihren Stallbesuchen begleiten, um herauszufinden, wie ich neben der Kuh stehen muss und mich verhalte, wenn ich sie untersuche und abhöre. Tiere sind es natürlich nicht gewohnt, dass ein 30-köpfiges Filmteam und Scheinwerfer um sie herum sind. Und niemand weiß, wie die Kuh reagiert. Deshalb ist es umso wichtiger, gut darauf zu achten, wie und wo man steht. Nicht zu nah am Kopf, nicht zu nah bei den Hinterbeinen, aber trotzdem in engem Körperkontakt (lacht). Gut ist, eine Art innere stille Verbindung mit dem Tier aufzubauen, damit man die Dialoge selbstverständlich und ohne Anstrengung spielen kann.
Was gilt es bei der Arbeit mit Tieren zu beachten?
Oberstes Gebot ist die Sicherheit, das Wohlbefinden der Tiere steht über allem. Die Kuh, mit der wir drehten, wurde jeden Tag um 18 Uhr mit den anderen gemolken. Wir begannen zeitig in der Früh zu drehen, um hundertprozentig sicherzugehen, dass wir pünktlich fertig sind. Die Kuh wurde schon um 17 Uhr leicht unruhig, weil das Euter voll war. Beim Drehen mit Tieren finde ich es schön, dass das ganze Team noch konzentrierter und ruhiger als sonst ist, weil Tiere eine andere Dimension ins Geschehen bringen.
Die von Ihnen verkörperte Dr. Maiwald war in ihren 20ern viel im Ausland unterwegs, hatte jedoch von Kindesbeinen an den Plan, heimzukehren und die väterliche Tierarztpraxis zu übernehmen.
Was haben Sie mit Johanna gemeinsam?
Johanna ist nicht von ihrem Wunsch abgewichen, die Praxis vom Papa zu übernehmen. Es gibt Menschen, die wissen schon als Kind, was sie wollen, das ist eine Leidenschaft, die bleibt. Was eine ganz große Verlässlichkeit birgt und für mich schön zu spielen war. Ich hatte als Kind nicht diesen fixen Plan. Aber ich hatte immer diese große Freude an Geschichten, habe so gern gelesen, geschrieben und analysiert und mich mit manchen Charakteren identifiziert. Man könnte meinen, mein Interesse am menschlichen Handeln und an der menschlichen Psyche hätte mich auch zu einer Psychotherapeutin oder Ärztin machen können. Dazu gesellt sich bei mir aber noch die Freude am Spiel und an der Darstellung – und die hatte ich schon als Kind.
Bei Ihrem ersten Fernseh-Auftritt, einem legendären Werbefilm für Ketchup, waren Sie 17 Jahre alt. Mit 25 waren Sie mit der Krimiserie „Die Neue – Eine Frau mit Kaliber“ die jüngste Ermittlerin im deutschsprachigen Raum …
Ich bekomme immer noch ab und zu ein YouTube-Video vom Werbespot geschickt, mit dem Hinweis, wie lustig der ist. Ich blicke auf 35 Jahre meines Berufslebens und es gibt so viele verschiedene Projekte und Phasen. Als 2006 mein Sohn geboren wurde, habe ich knapp zwei Jahre nicht gearbeitet, weil ich die Zeit genossen habe. Ich dachte mir, sollte ich vielleicht 80 Jahre alt werden, und zwei Jahre davon ausschließlich beim Kind sein, dann ist das hochgerechnet nicht viel, ich brauche also kein schlechtes Gewissen meinem Beruf gegenüber haben (lacht). Die Teenager-Zeit geht zu Ende, er ist beim Zivildienst in einem Kindergarten und ein erwachsener junger Mann, der zwar noch bei uns lebt, aber ein eigenständiger Mensch geworden ist. Es beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt mit einem erwachsenen Kind. Dass mir die Rolle der Dr. Maiwald zu dem Zeitpunkt, als er maturierte, angeboten wurde, hat sich gut ergeben.
Sie wurden in den 90er Jahren als Radiomoderatorin zur „erotischsten Stimme Österreichs“ gekürt. Wie wirkt sich der Klang Ihrer Stimme auf die Tiere aus?
Früher war es die erotischste Stimme, mittlerweile wird mir eher eine beruhigende Stimme attestiert (lacht). Ich arbeite regelmäßig an meiner Stimme. Es ist mir wichtig, meine Stimme gesund zu halten, zumal ich als Kind immer wieder Probleme aufgrund von Stimmbandknötchen hatte und deshalb öfters heiser war. Durch ein spezielles Training in jungen Jahren ist alles gut geheilt. Was die Stimme von Johanna Maiwald betrifft, war mein Vorhaben, ihr einen einhüllenden Klang zu verleihen, denn Tiere reagieren bekanntlich stark auf Stimmen.
Zur Person:
Doris Schretzmayer wurde am 31. Mai 1972 in Tulln (NÖ) geboren. Sie absolvierte ihre Schauspielausbildung in Wien und Los Angeles (USA). Bis zu ihrem Kinodebüt „Tempo“ (1996) moderierte sie mit ihrer markanten Stimme im Radio und Fernsehen (etwa die Jugendsendung „X-Large“).
Bekannt wurde sie durch Rollen in „Kommissar Rex“,
„Was tun, wenn’s brennt?“ und durch die Hauptrolle in der Krimiserie „Die Neue – Eine Frau mit Kaliber“. Die Schauspielerin lebt mit ihrem Mann und Sohn in Wien.
In ihrer aktuellen Rolle als Tierärztin ist sie in „Die Maiwald“, Do., 26.3., und Do., 2.4., jeweils ab 20.15 Uhr, ZDF, zu sehen.
Als ich das Drehbuch zu lesen bekam, spürte ich sofort eine wohltuende Leichtigkeit in den Figuren ebenso wie in den Geschichten, die erzählt werden. Reizvoll war für mich auch die Aussicht, in Maria Alm im Salzburgerland drehen zu dürfen, weil es einfach schön ist, am Land zu arbeiten. Bei einer Hauptrolle beläuft sich das Arbeitspensum auf zwölf Stunden am Tag. Ich genieße es, an den freien Tagen von dieser wohltuenden Natur und den Bergen umgeben zu sein, wo man viel schneller Kraft schöpft als in der Stadt.
Zu Ihren Patienten gehören nicht nur Hunde, Katzen
und Hamster, sondern auch größere Vierbeiner wie Rinder und Ziegen. Hatten Sie keine Angst, dass Ihnen eine Kuh zu nahe treten könnte?
Bei allen Rollen, bei denen der Beruf im Zentrum der Figur steht, ist mir wichtig, einen Einblick in den Beruf zu bekommen. In diesem Fall hatte ich das Glück, mich mit zwei großartigen Tierärztinnen, die in der Nähe von Maria Alm gemeinsam eine Praxis führen, vorbereiten zu können. Tanja durfte ich bei ihren Stallbesuchen begleiten, um herauszufinden, wie ich neben der Kuh stehen muss und mich verhalte, wenn ich sie untersuche und abhöre. Tiere sind es natürlich nicht gewohnt, dass ein 30-köpfiges Filmteam und Scheinwerfer um sie herum sind. Und niemand weiß, wie die Kuh reagiert. Deshalb ist es umso wichtiger, gut darauf zu achten, wie und wo man steht. Nicht zu nah am Kopf, nicht zu nah bei den Hinterbeinen, aber trotzdem in engem Körperkontakt (lacht). Gut ist, eine Art innere stille Verbindung mit dem Tier aufzubauen, damit man die Dialoge selbstverständlich und ohne Anstrengung spielen kann.
Was gilt es bei der Arbeit mit Tieren zu beachten?
Oberstes Gebot ist die Sicherheit, das Wohlbefinden der Tiere steht über allem. Die Kuh, mit der wir drehten, wurde jeden Tag um 18 Uhr mit den anderen gemolken. Wir begannen zeitig in der Früh zu drehen, um hundertprozentig sicherzugehen, dass wir pünktlich fertig sind. Die Kuh wurde schon um 17 Uhr leicht unruhig, weil das Euter voll war. Beim Drehen mit Tieren finde ich es schön, dass das ganze Team noch konzentrierter und ruhiger als sonst ist, weil Tiere eine andere Dimension ins Geschehen bringen.
Die von Ihnen verkörperte Dr. Maiwald war in ihren 20ern viel im Ausland unterwegs, hatte jedoch von Kindesbeinen an den Plan, heimzukehren und die väterliche Tierarztpraxis zu übernehmen.
Was haben Sie mit Johanna gemeinsam?
Johanna ist nicht von ihrem Wunsch abgewichen, die Praxis vom Papa zu übernehmen. Es gibt Menschen, die wissen schon als Kind, was sie wollen, das ist eine Leidenschaft, die bleibt. Was eine ganz große Verlässlichkeit birgt und für mich schön zu spielen war. Ich hatte als Kind nicht diesen fixen Plan. Aber ich hatte immer diese große Freude an Geschichten, habe so gern gelesen, geschrieben und analysiert und mich mit manchen Charakteren identifiziert. Man könnte meinen, mein Interesse am menschlichen Handeln und an der menschlichen Psyche hätte mich auch zu einer Psychotherapeutin oder Ärztin machen können. Dazu gesellt sich bei mir aber noch die Freude am Spiel und an der Darstellung – und die hatte ich schon als Kind.
Bei Ihrem ersten Fernseh-Auftritt, einem legendären Werbefilm für Ketchup, waren Sie 17 Jahre alt. Mit 25 waren Sie mit der Krimiserie „Die Neue – Eine Frau mit Kaliber“ die jüngste Ermittlerin im deutschsprachigen Raum …
Ich bekomme immer noch ab und zu ein YouTube-Video vom Werbespot geschickt, mit dem Hinweis, wie lustig der ist. Ich blicke auf 35 Jahre meines Berufslebens und es gibt so viele verschiedene Projekte und Phasen. Als 2006 mein Sohn geboren wurde, habe ich knapp zwei Jahre nicht gearbeitet, weil ich die Zeit genossen habe. Ich dachte mir, sollte ich vielleicht 80 Jahre alt werden, und zwei Jahre davon ausschließlich beim Kind sein, dann ist das hochgerechnet nicht viel, ich brauche also kein schlechtes Gewissen meinem Beruf gegenüber haben (lacht). Die Teenager-Zeit geht zu Ende, er ist beim Zivildienst in einem Kindergarten und ein erwachsener junger Mann, der zwar noch bei uns lebt, aber ein eigenständiger Mensch geworden ist. Es beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt mit einem erwachsenen Kind. Dass mir die Rolle der Dr. Maiwald zu dem Zeitpunkt, als er maturierte, angeboten wurde, hat sich gut ergeben.
Sie wurden in den 90er Jahren als Radiomoderatorin zur „erotischsten Stimme Österreichs“ gekürt. Wie wirkt sich der Klang Ihrer Stimme auf die Tiere aus?
Früher war es die erotischste Stimme, mittlerweile wird mir eher eine beruhigende Stimme attestiert (lacht). Ich arbeite regelmäßig an meiner Stimme. Es ist mir wichtig, meine Stimme gesund zu halten, zumal ich als Kind immer wieder Probleme aufgrund von Stimmbandknötchen hatte und deshalb öfters heiser war. Durch ein spezielles Training in jungen Jahren ist alles gut geheilt. Was die Stimme von Johanna Maiwald betrifft, war mein Vorhaben, ihr einen einhüllenden Klang zu verleihen, denn Tiere reagieren bekanntlich stark auf Stimmen.
Zur Person:
Doris Schretzmayer wurde am 31. Mai 1972 in Tulln (NÖ) geboren. Sie absolvierte ihre Schauspielausbildung in Wien und Los Angeles (USA). Bis zu ihrem Kinodebüt „Tempo“ (1996) moderierte sie mit ihrer markanten Stimme im Radio und Fernsehen (etwa die Jugendsendung „X-Large“).
Bekannt wurde sie durch Rollen in „Kommissar Rex“,
„Was tun, wenn’s brennt?“ und durch die Hauptrolle in der Krimiserie „Die Neue – Eine Frau mit Kaliber“. Die Schauspielerin lebt mit ihrem Mann und Sohn in Wien.
In ihrer aktuellen Rolle als Tierärztin ist sie in „Die Maiwald“, Do., 26.3., und Do., 2.4., jeweils ab 20.15 Uhr, ZDF, zu sehen.
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