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Ausgabe Nr. 10/2026 vom 04.03.2026, Fotos: APA-Images, ORF/ZDF/Patrick Pfeiffer Konstanz, ORF/ZDF/Constantin Campean
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Franziska Weisz, 45:
„Schummeln ist nicht schlecht“
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„Mordufer: Brennen soll sie“,
Freitag, 6.3., 20.15 Uhr ORF2

Der Gerichtsmediziner gibt den Kommissarinnen einen Überblick zum Todesfall.
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Doro Beitinger (F. Weisz) und ihre Chefin Chiara Locatelli (Maria Wördemann, re.).
Franziska Weisz, 45:
„Schummeln ist nicht schlecht“
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Von ihrer Rolle als „Tatort“-Kommissarin hatte sie nach acht Jahren genug. Dafür ermittelt Franziska Weisz jetzt am Bodensee, der sie begeistert.
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Vom Beruf, den sie jetzt ausübt, träumte sie schon als Kind. „Ich habe mir jeden Film mit Jerry Lewis angeschaut, und ich liebte den ,Rosaroten Panther‘ mit Peter Sellers“, erinnert sich die am 4. Mai 1980 in Wien geborene Franziska Weisz. „Ich hätte so gern mitgespielt, mein Traumberuf war Schauspielerin. Aber ich habe es niemandem verraten, denn es erschien mir so absurd.“

Real waren damals dagegen ihre Probleme im Fach Physik. „Ohne Schummeln hätt‘ ich‘s nicht geschafft. Ein bisschen Schummeln ist nicht schlecht.“

Nach der Matura studierte die in Breitenfurt bei Wien aufgewachsene Tochter eines Fahrlehrers und einer Buchhalterin zunächst Betriebswirtschafts-lehre. Nicht lange, dann bewarb sie sich für ein Studium für Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik in England. Während der Wartezeit bekam sie durch Zufall eine Rolle in Ulrich Seidls mehrfach preisgekröntem Film „Hundstage“.

Damit war für Franziska Weisz im Grunde alles klar, doch das Studium im englischen Leicester absolvierte sie trotzdem. Um es zu finanzieren, hatte sie manchmal fünf Stellen gleichzeitig. Nach dem erfolgreichem Abschluss kehrte sie in ihre Heimat zurück, wo sie in dem Gruselthriller „Hotel“ eine Rolle ergatterte. Für ihre Leistung wurde sie mit dem „European Shooting Star“ auf der Berlinale 2005 ausgezeichnet. Sie war endgültig in ihrem Traumberuf gelandet. „Ab diesem Zeitpunkt haben auch meine Eltern realisiert, welchen Beruf ich ausübe“, sagt die Tochter lachend.

Heute lebt Franziska Weisz mit ihrem Mann, dem Regisseur Felix Herzogenrath, 50, in Berlin (D) und zählt zu den meistbeschäftigten Darstellerinnen im deutschsprachigen Raum. Ihre erste prominente Kommissarinnen-Rolle spielte sie von 2016 bis 2024 in der „Tatort“-Reihe, derzeit ist sie nun als Ermittlerin Doro Beitinger in der neuen Freitagabend-Krimiserie „Mordufer“ zu sehen.

Die Dreharbeiten bescherten ihr eine angenehme Überraschung. „Zunächst dachte ich: Oje, mit dem Nachhausefahren am Wochenende – das wird nix. Aus Sizilien (I) käme ich schneller weg“, erzählt Weisz, „aber dann war ich begeistert. Der Bodensee war für mich Neuland, und als ich dort war, wollte ich gar nicht mehr weg. Nach dem Drehtag noch schnell in den See zu springen, unkompliziert irgendwo rein, das war ein Geschenk. Wir haben dort zwei Monate gearbeitet. Ich glaube, ich habe aus diesem Aufenthalt das Maximum gemacht. Abgesehen von der wunderschönen Natur und den verschwenderischen Sonnenuntergängen, waren auch die Menschen unglaublich gastfreundlich. Während wir in Großstädten eher Augenrollen beim Drehen ernten, haben sich die Menschen in den Ortschaften am See über das Filmteam gefreut. Sie haben‘s ja auch wirklich gut – sie wohnen dort, wo andere Urlaub machen und hinfahren müssen.“

Mit ihrer Rolle ist Franziska Weisz ebenfalls hochzufrieden. „Da geht‘s ja nicht nur um die Krimi-Handlung. Für die Doro, die ich spiele, stellen sich auch Fragen wie: Verhungern die Kinder und der Hund, wenn ich den ganzen Tag arbeite, oder hält der Partner sein Versprechen, daheim mehr Verantwortung zu übernehmen?“
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