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Ausgabe Nr. 09/2026 vom 25.02.2026, Foto: Thomas&Thomas
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Bettina Zimmermann:
„Bei mir ist es bunt im Kopf“
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Sie gehört seit vielen Jahren zu den Stammgästen vor der Kamera und wirkt dabei angenehm unaufgeregt. Im Gespräch erzählt sie von Tierliebe und dass Zahlen Farben haben. Ab 6. März ist Bettina Zimmermann, 50, in neuen Folgen der ARD-Reihe „Zwei Frauen für alle Felle“ zu sehen.
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Frau Zimmermann, Ihre Filmografie weist keine Lücken auf, trotz Familie und Kindern. Warum ist der Karriere-Knick bei Ihnen ausgeblieben?

Eine Filmografie sieht immer voller aus, als sie ist. Ein Film bedeutet ja nicht automatisch monatelange Arbeit. Manchmal drehe ich zwei Monate im Jahr und habe dann längere Phasen, in denen wenig passiert. Es gibt auch Produktionen mit nur ein paar Drehtagen. Ein Engagement hängt generell von vielen Dingen ab. Anfangs gehst du von einem Vorsprechen zum nächsten, dann gibt es auch Konstellations-Vorsprechen, um zu schauen, ob jemand zu einem Ensemble passt. Später bekommst du auch Rollen, weil du bestimmte Projekte gedreht hast. Das ist der Idealfall.

Sie sind 50 Jahre alt, viele Kolleginnen klagen über zu wenig Rollen für ihr Alter …

Es ist schon so, dass es ruhigere Phasen gibt. Bis zu einem gewissen Alter liegen die Rollen auf der Hand. In jungen Jahren spielst du eine Studentin, dann vielleicht eine Partnerin, später die Ehefrau und Mutter. Ich selbst habe dann festgestellt, dass es zwischen 40 und 50 ein bisschen weniger geworden ist – das war eine merkwürdige Zwischenzone. Ab dann geht es wieder bergauf, und du spielst irgendwann die Großmutter.

Sie sind ab 6. März in der ARD im Hauptabendprogramm zu sehen. In „Zwei Frauen für alle Felle“ spielen Sie eine Tierärztin. War es da hilfreich, dass Sie mit Tieren aufgewachsen sind?

Sehr. Für mich waren Kühe, Pferde, Hasen, Hunde und sogar Wildvögel nicht fremd, sondern Teil meines Alltages. Als ich das Drehbuch gelesen habe, dachte ich, da steht mein Name drauf. Beim Vorsprechen war wichtig, glaubwürdig mit Tieren umzugehen. Berührungsängste hätten da nicht funktioniert.

Ihr Kollege Hardy Krüger war kürzlich im „Dschungelcamp“ mit vielen wilden Tieren. Wäre das was für Sie?

Nein. Schon allein, weil ich mich ständig bei den Tieren entschuldigen müsste. Die werden dort teilweise ja niedergetrampelt. Ich benutze zu Hause ein Gerät namens „Schnappi“, um Insekten lebend vor die Tür zu setzen. Wenn ich das auf die Dschungel-Kakerlaken hochrechne … Aber ich verurteile niemanden. Jeder Teilnehmer hatte wohl seine Gründe, mitzumachen. Ich setze mich lieber ohne Kamera mit Freunden ans Lagerfeuer.

Als Fernseh-Tierärztin behandeln Sie demnächst
ein Meerschweinchen und ein Sportpferd. Ist „Zwei Frauen für alle Felle“ die beste Art, Kriegen und Gräueltaten aus den täglichen Nachrichten zu entkommen?


Die Aufgabe des Fernsehens ist, zu unterhalten, und nicht, uns den Spiegel vorzuhalten – dafür sind Dokumentationen da. Wir drehen eine Wohlfühl-Reihe, die mit Humor eine Geschichte erzählt. Das ist wie eine Insel, auf der man sich geborgen fühlt und abschalten kann. Ich merke an mir selbst, dass ich die Flut an Informationen kaum noch verarbeiten kann. Umso dankbarer waren mein Mann und ich für Olympia. Dort hat man gesehen, dass alle Nationen friedlich miteinander ausgekommen sind.

Da Sie Ihren Mann erwähnen: Angeblich haben Sie Ihr Haus selbst eingerichtet?

Für mich stand sogar einmal im Raum, Innenarchitektur zu studieren. Ich habe es schon als Jugendliche geliebt, mein Zimmer umzustellen. Ich bin Markenbotschafterin einer Einrichtungsfirma und durfte eine eigene Kollektion entwerfen (Anm.: Just B! von Musterring). Möbel müssen für mich einen Mehrwert haben, ähnlich einem T-Shirt oder einem Rock. Wir können nichts neu erfinden, aber definitiv funktionaler machen. Sofas haben oft das Problem, dass sie gemütlich zum Fernsehen sind, aber für Besuche ungeeignet. Deshalb habe ich eines entworfen, bei dem die Sitztiefe verstellbar ist. Es gibt auch einen ovalen Esstisch. Da hat man viel mehr Platz.

Sie sind Synästhetikerin, das ist eine besondere Gabe, und verbinden Zahlen mit Farben …

Ja, die Zahl Eins geht bei mir ins Gelbliche, Zwei hat ei-
nen Orangeton, ist aber auch noch ein bisschen Gelb von Eins. Ich habe das auch erst vor sieben, acht Jahren
erfahren, als ich in einer Sendung zu Gast war. Es ging um die Zahl Sieben, und ich meinte, sie wäre blau. Ich dachte, jeder Mensch habe dieselbe Wahrnehmung und sieht die Zahl Sechs in Grün oder Grau beim Übergang von Zehn zu Elf. Danach kommt Weiß, und so geht es weiter. Bei mir ist es wirklich bunt im Kopf.

Zur Person

Bettina Zimmermann wurde am 31. März 1975 in Burgwedel (D) geboren und ist die jüngste von drei Geschwistern. Nach der Matura absolvierte sie privat eine Schauspielausbildung in Hamburg (D) und
war als Modell tätig. Ihre Filmkarriere begann 1998.

Seit dem Jahr 2015 spielt sie in der Krimiserie „Ein Fall für zwei“ eine Staatsanwältin und ist seit 2025 in der Filmreihe „Zwei Frauen für alle Felle“ als Tierärztin zu sehen.

Zimmermann ist seit 2014 mit ihrem Schauspielkollegen Kai Wiesinger, 59, liiert und lebt mit ihm in einer Patchwork-Familie. Er brachte zwei erwachsene Kinder mit, sie hat einen 17jährigen Sohn aus einer früheren
Beziehung. Ein gemeinsames Kind wurde 2015 geboren.
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