Francis Rossi:
„Ich nehme mir kein Blatt vor den Mund“
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Der Sohn eines Londoner Eisfabrikanten wusste als Jugendlicher schon, dass er sein Leben der Musik widmen wollte. Kein Wunder also, dass der Brite Francis Rossi nicht lange brauchte, um mit „Ro-ckin‘ All Over The World“, „Whatever You Want“ oder „In The Army Now“ Gassenhauer mit seiner Band „Status Quo“ zu landen.
Heute, mit 76 Jahren, macht der einstige Band-Chef als Solokünstler von sich reden. Derzeit mit seinem neuen Album „The Accidental“. Unser Reporter Steffen Rüth hat mit ihm gesprochen.
Heute, mit 76 Jahren, macht der einstige Band-Chef als Solokünstler von sich reden. Derzeit mit seinem neuen Album „The Accidental“. Unser Reporter Steffen Rüth hat mit ihm gesprochen.
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Herr Rossi, Ihr neues Album „The Accidental“ klingt erstaunlich rockig. Derart energiegeladen waren Sie, ob mit oder ohne „Status Quo“, schon seit Jahren nicht mehr. Was ist passiert?
Na ja, ich bin 76 Jahre alt und intensiviere meine Bemühungen, vor dem Priester davonzulaufen, wie man bei uns in England sagt.
Der Titel der Platte deutet auf eine Art segensreichen Unfall hin?
So war es auch. Ein Album zu machen, ist ja nichts, was ich in meinem Alter und im generellen Umfeld, das die Musikbranche bietet, von Vorneherein in Betracht gezogen habe. Ich habe jedenfalls nicht mehr geplant, eins zu machen. Doch ich bin regelmäßig im Studio und probiere dieses und jenes aus. Mit dabei war dieses Mal neben meinem Co-Produzenten Andy Brook auch Hiran Ilangantilike, ein spitzenmäßiger Gitarrist und außerdem ein Freund von einem meiner Söhne. Er wollte Lieder schreiben, tauchte immer wieder bei uns zuhause auf, und bald schon meinte ich zu meiner Frau: „Schatz, ich habe plötzlich verdammt viel Lust, ein Album zu machen.“ Ich merkte, wie sie sich freute, dass sich meine kreative Ader wieder zurückmeldete. Also haben Andy, Hiran und ich einfach weitergemacht und auf einmal war das Album fertig.
Vor Jahren, insbesondere nach dem Tod Ihres „Status Quo“-Kollegen Rick Parfitt, haben Sie ruhigere Alben veröffentlicht. Nun hören Sie sich auf Nummern wie „Go Man Go“ oder „By My Love“ an, als wären Sie halb so alt, wie Sie sind. Fühlen Sie sich so?
Nein, das wäre eine Lüge. Das Alter macht sich bemerkbar. Ich trug dem auch Rechnung, indem ich eben akustische Alben aufgenommen und alles einen Tick habe ruhiger angehen lassen. Aber „The Accidental“ ist schon eine kleine Wiedergeburt. Und wer weiß, im Moment deutet einiges darauf hin, dass es schon bald „The Accidental 2“ geben könnte.
Sie haben eine Autobiografie mit dem Titel „I Talk Too Much“ veröffentlicht. Ist Ihr loses Mundwerk mehr Segen oder mehr Fluch?
Kommt drauf an, wen Sie fragen (lacht). Ich war fünf oder sechs Jahre alt, als unser Nachbarsmädchen jenen Satz zu mir sagte, den ich seither noch häufig zu hören bekam: „Francis, halt die Klappe.“ Ich weiß es noch genau, das war auf ihrem Kindergeburtstag. Auch Ricky mochte mein freches Mundwerk nicht. Er wurde schnell sauer, und dann trat er unterm Tisch nach mir. Er wollte nie über Dinge reden, die auch nur ansatzweise etwas mit Politik oder Religion zu tun hatten. Ich dagegen schon. Und so redete ich, je älter wir wurden, immer weniger. Irgendwann aber war mir dann egal, was andere über mich und meine Ansichten dachten. So hörte ich auf, mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Wie wichtig ist Ihnen Geld?
Es ist mir zumindest nicht egal. Es half mir, die Schule für meine acht Kinder zu bezahlen.
Na ja, ich bin 76 Jahre alt und intensiviere meine Bemühungen, vor dem Priester davonzulaufen, wie man bei uns in England sagt.
Der Titel der Platte deutet auf eine Art segensreichen Unfall hin?
So war es auch. Ein Album zu machen, ist ja nichts, was ich in meinem Alter und im generellen Umfeld, das die Musikbranche bietet, von Vorneherein in Betracht gezogen habe. Ich habe jedenfalls nicht mehr geplant, eins zu machen. Doch ich bin regelmäßig im Studio und probiere dieses und jenes aus. Mit dabei war dieses Mal neben meinem Co-Produzenten Andy Brook auch Hiran Ilangantilike, ein spitzenmäßiger Gitarrist und außerdem ein Freund von einem meiner Söhne. Er wollte Lieder schreiben, tauchte immer wieder bei uns zuhause auf, und bald schon meinte ich zu meiner Frau: „Schatz, ich habe plötzlich verdammt viel Lust, ein Album zu machen.“ Ich merkte, wie sie sich freute, dass sich meine kreative Ader wieder zurückmeldete. Also haben Andy, Hiran und ich einfach weitergemacht und auf einmal war das Album fertig.
Vor Jahren, insbesondere nach dem Tod Ihres „Status Quo“-Kollegen Rick Parfitt, haben Sie ruhigere Alben veröffentlicht. Nun hören Sie sich auf Nummern wie „Go Man Go“ oder „By My Love“ an, als wären Sie halb so alt, wie Sie sind. Fühlen Sie sich so?
Nein, das wäre eine Lüge. Das Alter macht sich bemerkbar. Ich trug dem auch Rechnung, indem ich eben akustische Alben aufgenommen und alles einen Tick habe ruhiger angehen lassen. Aber „The Accidental“ ist schon eine kleine Wiedergeburt. Und wer weiß, im Moment deutet einiges darauf hin, dass es schon bald „The Accidental 2“ geben könnte.
Sie haben eine Autobiografie mit dem Titel „I Talk Too Much“ veröffentlicht. Ist Ihr loses Mundwerk mehr Segen oder mehr Fluch?
Kommt drauf an, wen Sie fragen (lacht). Ich war fünf oder sechs Jahre alt, als unser Nachbarsmädchen jenen Satz zu mir sagte, den ich seither noch häufig zu hören bekam: „Francis, halt die Klappe.“ Ich weiß es noch genau, das war auf ihrem Kindergeburtstag. Auch Ricky mochte mein freches Mundwerk nicht. Er wurde schnell sauer, und dann trat er unterm Tisch nach mir. Er wollte nie über Dinge reden, die auch nur ansatzweise etwas mit Politik oder Religion zu tun hatten. Ich dagegen schon. Und so redete ich, je älter wir wurden, immer weniger. Irgendwann aber war mir dann egal, was andere über mich und meine Ansichten dachten. So hörte ich auf, mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Wie wichtig ist Ihnen Geld?
Es ist mir zumindest nicht egal. Es half mir, die Schule für meine acht Kinder zu bezahlen.
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