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Ausgabe Nr. 06/2026 vom 04.02.2026, Fotos: Imago, wiki/P.poschadel
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Coco Chanel
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Chanel kleidete die berühmtesten Frauen ein. Im Bild bei Romy Schneider im Jahr 1971.
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Coco Chanel herrschte wie an einem
königlichen Hof, heißt es.
Coco Chanel, eine Ikone der Mode: Sie sah auf einen Blick, was gut und richtig ist
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Die Mutter ist früh verstorben, der Vater steckte sie ins Waisenhaus. Die berühmte Modeschöpferin Coco Chanel hat sich aus ärmsten Verhältnissen nach oben gearbeitet. Ihren Vornamen verdankt sie einem Hund, der von ihr in einem Chanson besungen wurde.
Denn ursprünglich wollte sie Sängerin werden, doch dieser Versuch scheiterte kläglich.
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Ende Jänner wurde in der französischen Hauptstadt Paris gezeigt, wie die Trends der Frühjahrs- und Sommerkollektionen der Modehäuser aussehen. Vier Tage lang war die Stadt an der Seine der Mittelpunkt der besten Designer, unter anderem aus dem Hause Christian Dior, Valentino, Giorgio Armani und Chanel.

Dabei hat sich gezeigt, dass die Zeit zwar ihre Spuren hinterlässt, doch die ursprüngliche Eleganz und der Stil, den Coco Chanel geprägt hat, im Grunde gleich geblieben sind, weniger Stoff und weniger Taille.

Es ist der Stil einer Frau, deren märchenhafter Aufstieg von der Näherin in der französischen Provinz bis zur gefragten Modeschöpferin in Paris geführt hat.

Sie musste früh für sich selbst sorgen. Ihr Vater, Albert Chanel, war ein Herumtreiber, der als Straßenverkäufer sein Geld verdient hat, und sich wenig um die sechs Kinder kümmerte, die ihm seine Frau zur Welt brachte. Als Gabrielle, so der ursprüngliche Name von Coco Chanel, am 19. August 1883 in Saumur, im Westen Frankreichs, geboren wurde, waren die Eltern allerdings noch nicht verheiratet. Doch die Mutter Jeanne täuschte die Behörden bei der Eintragung ins Taufregister.

Ihr war allerdings kein Glück beschieden. Sie wurde bald krank und starb im Alter von nur 32 Jahren. Der Vater Albert zog alleine weiter, vier Kinder blieben in der Obhut eines Onkels, die beiden ältesten, die zwölfjährige Schwester und die elfjährige Gabrielle, lieferte er „wie überflüssiges Gepäck“ in einem Waisenhaus ab, wie der Autor Dieter Wunderlich in seinem Werk „EigenSinnige Frauen“ (Verlag Piper) erzählt. Dort soll es nach „Karbolseife und Armut gerochen haben“.

Doch Gabrielle Chanel fand später mit Hilfe einer Tante eine Anstellung als Näherin und verzückte die jungen Offiziere, wenn sie mit geschickten Händen deren Uniform flickte. Es dauerte nicht lange, mit 19 Jahren wurde das arme, aber hübsche Mädchen zum Tanz ausgeführt. In der Gesellschaft der prahlerisch-spendablen Offiziere erblühte Chanel. Sie kündigte ihre Stelle und trat in einem Tingeltangel als Sängerin und Tänzerin auf.

Sie sang bevorzugt das Chanson „Wer hat Coco am Trocadéro gesehen?“. Das Lied handelte von einer kleinen Verkäuferin, die ihren armen Pudel „Coco“ sucht. Weil Gabrielle Chanel dieses Lied so oft gesungen hat, nannten sie die Gäste bald selbst Coco, die glaubte, als Künstlerin Karriere machen zu können. Doch ein Engagement in einem besseren Hause endete in einer Katastrophe.

Da bot ihr ein Bekannter namens Etienne Balsans an, sie könne sich auf seinem Landsitz Royallieu nahe Paris einquartieren. Dort kam Chanel dann mit der feinen Gesellschaft in Berührung. „In dieser Atmosphäre konnte die kleine Näherin ihre Talente an den Mann bringen. Und sie zögerte nicht, ihre Chance zu ergreifen.“

Unterstützung bekam die damals 25jährige vom Engländer Arthur Capel. Er ermutigte sie, sich als Modistin zu versuchen, weil er bemerkte, wie geschickt sie Hüte aufputzte.

Capel organisierte Chanel eine Wohnung in Paris und die holte ihre jüngere Schwester Antoinette zu Hilfe. „Coco konnte weder zeichnen noch Skizzen anfertigen, aber sie sah auf einen Blick, was richtig und was falsch war, wenn eine Kundin einen ihrer Hüte aufsetzte. Ihr Talent steckte in ihren Händen und Augen“, schreibt Dieter Wunderling.

Als dann ein Fotograf während einer Theateraufführung Fotos von Damen machte, die Hüte von Coco Chanel trugen, wurde ihr Name zum Modebegriff, auch bei Kleidern.

Sie eroberte Frankreich, dann Amerika, Jacqueline Kennedy, Fürstin Gracia Patricia, Marlene Dietrich und Elizabeth Taylor trugen ihre Kreationen.

Coco Chanel hatte es in den Olymp der Modebranche geschafft. Die Liebe fürs Leben fand sie dagegen nicht. Vielleicht hätte sie Capel geheiratet, wenn er sie gefragt hätte, so blieben zahlreiche Affären.

Am 10. Jänner 1971, mit 87 Jahren, ist die Modeschöpferin während der Vorbereitungen für die neue Kollektion im Hotel Ritz in Paris gestorben. Ihre letzten Worte waren, „Sehen Sie, so ist das, wenn man stirbt.“
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