Wie Winter-Kälte
dem Körper zusetzt
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Der Winter zeigte sich in diesem Jahr eiskalt. Das bringt unseren Körper nicht nur zum Zittern. So manche Reaktion ist ebenfalls eine direkte Antwort auf die frostigen Temperaturen.
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Ist unser Körper winterlicher Kälte ausgesetzt, reagiert er mit diversen Stressreaktionen, um sich zu schützen. Die Spannweite reicht von harmlosen Reflexen bis hin zu Veränderungen, die gesundheitlich bedenklich sein können. Was dahinter steckt, ist leicht erklärt.
Und plötzlich tropft die Nase
Kaum sind wir ein wenig an der frischen Luft spaziert, bilden sich schon erste Wassertröpfchen, die aus der Nase fallen oder am Rand eines Nasenloches baumeln. Ganz ohne Erkältung reagieren viele Nasen „verschnupft“ auf kalte Winterluft. Warum das so ist, erklärt der HNO-Arzt Dr. Gregor Fischer. „Unsere Nase ist im Winter wie eine Klimaanlage. Sie sorgt dafür, dass die eingeatmete Luft stets angenehm temperiert ist. 31 bis 34 Grad Celsius sind ideal. Damit die Lunge durch die kalte Luft nicht gereizt wird, befeuchtet die Nase auch noch die trockene Atemluft. Spürt die Nase Kälte, erweitern sich die Blutgefäße in den Nasenmuscheln und die Durchblutung wird erhöht.
Das warme Blut heizt die Atemluft auf. Durch das Anschwellen der Blutgefäße hat das Nasensekret jedoch weniger Raum, um abzufließen. Daher rinnt es nach vorne und wir merken, dass die Nase tropft.“
Tränen, die kein Weinen sind
Unsere Augen sind im Winter widrigen Bedingungen ausgesetzt. Kalte Luft oder kalter Wind bringen sie zum Tränen. „Die Kälte provoziert eine vermehrte reflektorische Tränenproduktion. Reflektorische Tränen sind eine Schutzreaktion des Auges auf äußere Reize. Leider sind diese Tränen minderer Qualität. Die Augen trocknen schneller aus, weil der Tränenfilm schneller verdunstet.
Häufig kommt bei Betroffenen dazu, dass die Zusammensetzung ihres Tränenfilms gestört ist oder zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird. Besonders bei längeren Aufenthalten im Freien ohne geeigneten Schutz sind die Augen stark belastet.
Dies kann zu kratzenden, brennenden und juckenden Augen führen“, erklärt der Augenarzt Dr. Christoph Faschinger aus Graz.
„Wer im Winter an gereizten Augen leidet, sollte eine Tränenfilmanalyse machen lassen“, rät Markus Gschweidl, Augen- und Kontaktlinsenoptiker in Klosterneuburg (NÖ).
Er empfiehlt, auf eine ausreichende Befeuchtung in den Wohnräumen zu achten (50 Prozent), Räume nicht zu überheizen und über den Tag verteilt mehrfach Wasser und Tee zu trinken. Sind die Augen gerötet und angeschlagen, helfen Benetzungstropfen. Ärzte und Optiker empfehlen eine Beratung.
„Es ist nicht egal, was Sie sich in die Augen tropfen“, mahnt Gschweidl.
Hohes Risiko für kranke Herzen „Extreme Kälte soll niemand auf die leichte Schulter nehmen“, warnt Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. Tätigkeiten im Freien sollten bei Minusgraden möglichst vermieden werden. Tatsächlich setzt starke Kälte Herz-Kreislauf-Patienten besonders zu, wie der Österreichische Herzverband bestätigt.
Konkret können Angina Pectoris-Patienten, die unter einer verminderten Durchblutung der Herzkranzgefäße leiden, ein anfallsartiges, stechendes Enge- und Schweregefühl spüren. In der kalten Jahreszeit werden die Beschwerden schlimmer.
„Es heißt sogar Kälte-Angina-Pectoris“, sagt die Kardiologin Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer. Kälte belastet das kranke Herz gleich zweifach. Bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, um den
Wärmeverlust zu minimieren. Das erhöht den Blutdruck. In Folge kommt es zu einer erhöhten Herzleistung.
Das Herz muss kräftiger pumpen, um den Widerstand der verengten Gefäße zu überwinden. Das wiederum kann das Herzinfarktrisiko erhöhen.
Kälte, die einem die Luft raubt
Weht der erste eisige Wind, spüren Menschen mit Asthma, eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, oder mit COPD das oft zuerst. Der Grund, kalte Luft verengt die Bronchien.
Ärzte raten bei Atemwegserkrankungen daher, vorrangig durch die Nase zu atmen. Zusätzlich sollten Mund und Nase mit einem leichten Schal geschützt werden. Das erwärmt und befeuchtet die Luft, bevor sie in die Lunge gelangt.
Vorsorglich sollten Asthmatiker beim Wechsel von warmen Räumen ins kalte Winterwetter einen bronchienerweiternden Spray zur Hand haben. Ebenso hilft es, vor dem Verlassen des Hauses Tee zu trinken.
Ein Schal vor Nase und Mund schützt bei Atemwegserkrankungen auch vor Wassertröpfchen im Nebel.
Diese Feuchtigkeit führt zu einer vermehrten Wassereinlagerung in den Schleimhäuten der Atemwege, die dadurch anschwellen. Beides verursacht Atemnot.
„Winter-Kneippen“ gegen den „Winter-Blues“
Die Gesundheitslehre von Sebastian Kneipp kann auch bei Schnee und Frost angewendet werden. Für die Vorbereitung sind ein paar Regeln zu beachten.
Schneetreten:
Ideal ist frischer, weicher Schnee. Das kostet nur beim ersten Mal ein bisschen Überwindung. Nehmen Sie ein Frotteehandtuch und warme Socken mit. Die Außentemperatur sollte nicht unter minus fünf Grad Celsius liegen.
Gehen Sie nun so lange barfuß durch den Schnee bis es unangenehm wird (Anfänger: 30 Sekunden; Geübte: bis zu drei Minuten). Mit den Armen in der Luft kreisen.
Anschließend sofort ab in die Wärme, Füße trocknen, Wollsocken überstreifen, weiter bewegen oder
ins warme Bett legen.
Achtung: Nicht auf verharschten Schnee treten.
Es besteht die Gefahr von Schnittverletzungen.
Schneetreten ist nicht geeignet:
Für Menschen, die frieren, bei Harnwegsinfektionen, Blasen- oder Nierenerkrankungen, arterieller Durchblutungsstörung mit Schmerzen beim Gehen, Frauen mit Monatsblutung.
Wandern durch den Wald:
Zur Kneipp'schen Lehre gehört auch die Bewegungstherapie. Im Winter ist ein Spaziergang im Wald zu empfehlen. Die Luftreinheit und winterliche Schönheit entspannen einen gestressten Körper und Geist.
Gehen im kalten Wasser oder auf kalten Steinen:
Zur Abhärtung und Durchblutungsförderung. Das Gehen in einem kalten Bachbett mit Steinen trainiert die Gefäße, stärkt das Immunsystem und belebt die Beine. Die Steine im Bachbett massieren die Fußreflexzonen.
Achtung: Die Steine im Bachbett müssen rund sein. Nur so lange im Bachbett gehen, bis es unangenehm wird.
Und plötzlich tropft die Nase
Kaum sind wir ein wenig an der frischen Luft spaziert, bilden sich schon erste Wassertröpfchen, die aus der Nase fallen oder am Rand eines Nasenloches baumeln. Ganz ohne Erkältung reagieren viele Nasen „verschnupft“ auf kalte Winterluft. Warum das so ist, erklärt der HNO-Arzt Dr. Gregor Fischer. „Unsere Nase ist im Winter wie eine Klimaanlage. Sie sorgt dafür, dass die eingeatmete Luft stets angenehm temperiert ist. 31 bis 34 Grad Celsius sind ideal. Damit die Lunge durch die kalte Luft nicht gereizt wird, befeuchtet die Nase auch noch die trockene Atemluft. Spürt die Nase Kälte, erweitern sich die Blutgefäße in den Nasenmuscheln und die Durchblutung wird erhöht.
Das warme Blut heizt die Atemluft auf. Durch das Anschwellen der Blutgefäße hat das Nasensekret jedoch weniger Raum, um abzufließen. Daher rinnt es nach vorne und wir merken, dass die Nase tropft.“
Tränen, die kein Weinen sind
Unsere Augen sind im Winter widrigen Bedingungen ausgesetzt. Kalte Luft oder kalter Wind bringen sie zum Tränen. „Die Kälte provoziert eine vermehrte reflektorische Tränenproduktion. Reflektorische Tränen sind eine Schutzreaktion des Auges auf äußere Reize. Leider sind diese Tränen minderer Qualität. Die Augen trocknen schneller aus, weil der Tränenfilm schneller verdunstet.
Häufig kommt bei Betroffenen dazu, dass die Zusammensetzung ihres Tränenfilms gestört ist oder zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird. Besonders bei längeren Aufenthalten im Freien ohne geeigneten Schutz sind die Augen stark belastet.
Dies kann zu kratzenden, brennenden und juckenden Augen führen“, erklärt der Augenarzt Dr. Christoph Faschinger aus Graz.
„Wer im Winter an gereizten Augen leidet, sollte eine Tränenfilmanalyse machen lassen“, rät Markus Gschweidl, Augen- und Kontaktlinsenoptiker in Klosterneuburg (NÖ).
Er empfiehlt, auf eine ausreichende Befeuchtung in den Wohnräumen zu achten (50 Prozent), Räume nicht zu überheizen und über den Tag verteilt mehrfach Wasser und Tee zu trinken. Sind die Augen gerötet und angeschlagen, helfen Benetzungstropfen. Ärzte und Optiker empfehlen eine Beratung.
„Es ist nicht egal, was Sie sich in die Augen tropfen“, mahnt Gschweidl.
Hohes Risiko für kranke Herzen „Extreme Kälte soll niemand auf die leichte Schulter nehmen“, warnt Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. Tätigkeiten im Freien sollten bei Minusgraden möglichst vermieden werden. Tatsächlich setzt starke Kälte Herz-Kreislauf-Patienten besonders zu, wie der Österreichische Herzverband bestätigt.
Konkret können Angina Pectoris-Patienten, die unter einer verminderten Durchblutung der Herzkranzgefäße leiden, ein anfallsartiges, stechendes Enge- und Schweregefühl spüren. In der kalten Jahreszeit werden die Beschwerden schlimmer.
„Es heißt sogar Kälte-Angina-Pectoris“, sagt die Kardiologin Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer. Kälte belastet das kranke Herz gleich zweifach. Bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, um den
Wärmeverlust zu minimieren. Das erhöht den Blutdruck. In Folge kommt es zu einer erhöhten Herzleistung.
Das Herz muss kräftiger pumpen, um den Widerstand der verengten Gefäße zu überwinden. Das wiederum kann das Herzinfarktrisiko erhöhen.
Kälte, die einem die Luft raubt
Weht der erste eisige Wind, spüren Menschen mit Asthma, eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, oder mit COPD das oft zuerst. Der Grund, kalte Luft verengt die Bronchien.
Ärzte raten bei Atemwegserkrankungen daher, vorrangig durch die Nase zu atmen. Zusätzlich sollten Mund und Nase mit einem leichten Schal geschützt werden. Das erwärmt und befeuchtet die Luft, bevor sie in die Lunge gelangt.
Vorsorglich sollten Asthmatiker beim Wechsel von warmen Räumen ins kalte Winterwetter einen bronchienerweiternden Spray zur Hand haben. Ebenso hilft es, vor dem Verlassen des Hauses Tee zu trinken.
Ein Schal vor Nase und Mund schützt bei Atemwegserkrankungen auch vor Wassertröpfchen im Nebel.
Diese Feuchtigkeit führt zu einer vermehrten Wassereinlagerung in den Schleimhäuten der Atemwege, die dadurch anschwellen. Beides verursacht Atemnot.
„Winter-Kneippen“ gegen den „Winter-Blues“
Die Gesundheitslehre von Sebastian Kneipp kann auch bei Schnee und Frost angewendet werden. Für die Vorbereitung sind ein paar Regeln zu beachten.
- Vor Beginn die Körpertemperatur erhöhen (schnell gehen, am Stand laufen).
- Je niedriger die Außentemperatur ist, desto länger aufwärmen, bis der Körper (vor allem die Füße) warm sind.
- Nur so viel entkleiden wie unbedingt notwendig.
- Je kälter es ist, desto kürzer die Anwendung.
- Für ausreichend Nacherwärmung sorgen.
Schneetreten:
Ideal ist frischer, weicher Schnee. Das kostet nur beim ersten Mal ein bisschen Überwindung. Nehmen Sie ein Frotteehandtuch und warme Socken mit. Die Außentemperatur sollte nicht unter minus fünf Grad Celsius liegen.
Gehen Sie nun so lange barfuß durch den Schnee bis es unangenehm wird (Anfänger: 30 Sekunden; Geübte: bis zu drei Minuten). Mit den Armen in der Luft kreisen.
Anschließend sofort ab in die Wärme, Füße trocknen, Wollsocken überstreifen, weiter bewegen oder
ins warme Bett legen.
Achtung: Nicht auf verharschten Schnee treten.
Es besteht die Gefahr von Schnittverletzungen.
Schneetreten ist nicht geeignet:
Für Menschen, die frieren, bei Harnwegsinfektionen, Blasen- oder Nierenerkrankungen, arterieller Durchblutungsstörung mit Schmerzen beim Gehen, Frauen mit Monatsblutung.
Wandern durch den Wald:
Zur Kneipp'schen Lehre gehört auch die Bewegungstherapie. Im Winter ist ein Spaziergang im Wald zu empfehlen. Die Luftreinheit und winterliche Schönheit entspannen einen gestressten Körper und Geist.
Gehen im kalten Wasser oder auf kalten Steinen:
Zur Abhärtung und Durchblutungsförderung. Das Gehen in einem kalten Bachbett mit Steinen trainiert die Gefäße, stärkt das Immunsystem und belebt die Beine. Die Steine im Bachbett massieren die Fußreflexzonen.
Achtung: Die Steine im Bachbett müssen rund sein. Nur so lange im Bachbett gehen, bis es unangenehm wird.
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