Joan Baez:
Aus der Protestsängerin wurde eine Poetin
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Sie trat beim legendären „Woodstock-Festival“ im Jahr 1969 auf, dem Höhepunkt der Hippiebewegung und sang mit „We Shall Overcome“ die Friedenshymne schlechthin. Ein Protestlied gewissermaßen, mit dem Joan Chandos Baez zeigte, sie scheue keinen Konflikt.
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Der Auslöser dafür ist wohl einem Kindheitserlebnis geschuldet. Die am 9. Jänner 1941 in New York (USA) geborene Tochter einer Schottin und eines Mexikaners wurde wegen ihrer Hautfarbe als „Nigger“ beschimpft. Seither fühlte sie sich für alles und jeden verantwortlich. Im Jahr 1959 wurde die stimmgewaltige Sängerin beim Newport Folk Festival entdeckt, 1963 marschierte sie beim „Marsch für Arbeit und Freiheit gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung“ in Washington Seite an Seite mit ihrem Vorbild Martin Luther King. Im Jahr 1979 rief die strittige Linke die Menschenrechtsorganisation „Humanitas International Human Rights Committee“ ins Leben.
Die amerikanische Regierung stufte die Künstlerin mit der glockenhellen Stimme als Sicherheitsrisiko ein und steckte sie für 45 Tage ins Gefängnis. Ihre Platten wurden aus den Läden verbannt.
Doch ihre griffigen Protestlieder wie „We Shall Overcome“ oder „Where Have All The Flowers Gone“ waren da längst weithin bekannte Hits.
Sie sind einprägsam und prägnant und deshalb erfolgreich bei allen Schichten der Gesellschaft. Selbst ihr ehemaliger Liebhaber Bob Dylan wurde erst bekannt, als er ihre Hymnen sang. Alben wie „Joan Baez“ (1960), „Farewell, Angelina“ (1965) und „Diamonds And Rust“ (1975) machten sie zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der amerikanischen Musikszene, die nach außen hin als sanfte Kämpferin stets zuversichtlich gewirkt hat. Selbst dann noch, als ihr Ex-Mann und Mitstreiter David Harris im Jahr 1968 in San Francisco zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde.
Erst viele Jahre später gestand die Ikone des Folk, dass sie die meiste Zeit ein psychisches Wrack gewesen sei. Sie litt unter Panikattacken, Schlaflosigkeit und Phobien. Die 1970er Jahre verbrachte sie abwechselnd mit Therapien und Tourneen. In den 1980ern fehlte es ihren Platten an Ausdruckskraft und Intensität. Schließlich brachte sie eine Dekade lang überhaupt kein neues Lied zu Papier. Sie litt unter einer Schreibblockade.
Später unternahm sie kleinere Ausflüge in den Rock ‘n‘ Roll, kehrte jedoch in der letzten Phase ihrer Karriere zu den Folk-Wurzeln zurück. „Ich würde doch lächerlich klingen mit einer Rock-‘n‘-Roll-Band im Rücken“, meinte sie und brachte im Jahr 2018 ihr finales Album „Whistle Down the Wind“ auf den Markt.
Heute, im Alter von 85 Jahren, möchte Joan Baez keine Protestsängerin mehr sein, dennoch nimmt sie sich kein Blatt vor den Mund. „Die jungen Menschen wissen gar nicht mehr, wofür sie sich einsetzen sollen, weil überall alles schiefläuft.“
Obwohl längst im Ruhestand, beteiligte sie sich im April 2025 gemeinsam mit Neil Young an einer Kampagne der Trump-Widersacher Bernie Sanders und Alexandria Ocasia Cortez. Aber eigentlich liegt das Augenmerk von Baez jetzt auf der Poesie. Ein erster Lyrikband ist erschienen, „When you see my Mother, ask her to dance“ („Wenn du meine Mutter siehst, bitte sie um einen Tanz“).
Ihre Gedichte sind inspiriert von Zeitgenossen wie Bob Dylan und Jimi Hendrix, aber auch von ihrer Kindheit, ihrer früh verstorbenen jüngeren Schwester, der Sängerin Mimi Fariña. Und an Donald Trump richtete sie ein Schmähgedicht mit dem Titel „Little Green Worm“ („Kleiner grüner Wurm“).
Sie erlebe immer wieder Zeiten großer Trauer und Frustration, sagt die 85jährige. Aber wenn sie zuhause in Kalifornien ist und auf ihren Garten und die Bäume schaut, dann ist es für sie so schön wie eh und je. „Die Poesie hilft. Einfach schreiben, um den Kopf über Wasser zu halten.“
Die amerikanische Regierung stufte die Künstlerin mit der glockenhellen Stimme als Sicherheitsrisiko ein und steckte sie für 45 Tage ins Gefängnis. Ihre Platten wurden aus den Läden verbannt.
Doch ihre griffigen Protestlieder wie „We Shall Overcome“ oder „Where Have All The Flowers Gone“ waren da längst weithin bekannte Hits.
Sie sind einprägsam und prägnant und deshalb erfolgreich bei allen Schichten der Gesellschaft. Selbst ihr ehemaliger Liebhaber Bob Dylan wurde erst bekannt, als er ihre Hymnen sang. Alben wie „Joan Baez“ (1960), „Farewell, Angelina“ (1965) und „Diamonds And Rust“ (1975) machten sie zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der amerikanischen Musikszene, die nach außen hin als sanfte Kämpferin stets zuversichtlich gewirkt hat. Selbst dann noch, als ihr Ex-Mann und Mitstreiter David Harris im Jahr 1968 in San Francisco zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde.
Erst viele Jahre später gestand die Ikone des Folk, dass sie die meiste Zeit ein psychisches Wrack gewesen sei. Sie litt unter Panikattacken, Schlaflosigkeit und Phobien. Die 1970er Jahre verbrachte sie abwechselnd mit Therapien und Tourneen. In den 1980ern fehlte es ihren Platten an Ausdruckskraft und Intensität. Schließlich brachte sie eine Dekade lang überhaupt kein neues Lied zu Papier. Sie litt unter einer Schreibblockade.
Später unternahm sie kleinere Ausflüge in den Rock ‘n‘ Roll, kehrte jedoch in der letzten Phase ihrer Karriere zu den Folk-Wurzeln zurück. „Ich würde doch lächerlich klingen mit einer Rock-‘n‘-Roll-Band im Rücken“, meinte sie und brachte im Jahr 2018 ihr finales Album „Whistle Down the Wind“ auf den Markt.
Heute, im Alter von 85 Jahren, möchte Joan Baez keine Protestsängerin mehr sein, dennoch nimmt sie sich kein Blatt vor den Mund. „Die jungen Menschen wissen gar nicht mehr, wofür sie sich einsetzen sollen, weil überall alles schiefläuft.“
Obwohl längst im Ruhestand, beteiligte sie sich im April 2025 gemeinsam mit Neil Young an einer Kampagne der Trump-Widersacher Bernie Sanders und Alexandria Ocasia Cortez. Aber eigentlich liegt das Augenmerk von Baez jetzt auf der Poesie. Ein erster Lyrikband ist erschienen, „When you see my Mother, ask her to dance“ („Wenn du meine Mutter siehst, bitte sie um einen Tanz“).
Ihre Gedichte sind inspiriert von Zeitgenossen wie Bob Dylan und Jimi Hendrix, aber auch von ihrer Kindheit, ihrer früh verstorbenen jüngeren Schwester, der Sängerin Mimi Fariña. Und an Donald Trump richtete sie ein Schmähgedicht mit dem Titel „Little Green Worm“ („Kleiner grüner Wurm“).
Sie erlebe immer wieder Zeiten großer Trauer und Frustration, sagt die 85jährige. Aber wenn sie zuhause in Kalifornien ist und auf ihren Garten und die Bäume schaut, dann ist es für sie so schön wie eh und je. „Die Poesie hilft. Einfach schreiben, um den Kopf über Wasser zu halten.“
neumann
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