Anmelden
Abonnieren
Ausgabe Nr. 04/2026 vom 21.01.2026, Fotos: AFP, netflix, instagram
Artikel-Bild
Millie Bobby Brown, 21.
Artikel-Bild
Brown mit ihrem Ehemann Jacob Bongiovi.
Artikel-Bild
Artikel-Bild
Kosmetik-Linie „Florence by Mills“.
Mädchen ohne Kindheit
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
Sie wurde berühmt, bevor sie erwachsen war. Millie Bobby Brown, 21, eroberte mit dem Serien-Hit „Stranger Things“ die Welt, zahlte aber einen hohen Preis.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
Es war im Jahr 2015, als ein junges Mädchen bei einem Vorsprechen für eine kleine Serie des Internet-Senders Netflix für Begeisterung sorgte, und damit ihrem Leben eine enorme Wendung gab.

Vielleicht war es Schicksal, dass Millie Bobby Brown, damals elf Jahre alt, ausgerechnet für eine Rolle engagiert wurde, die den Namen „Elf“, auch „Elfi“ genannt, trug. Dass die Netflix-Serie „Stranger Things“ schon bald Rekorde brechen würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand.

Auch nicht die Zwillingsbrüder Matt und Ross Duffer, 41, die nach der Filmhochschule gerade einmal bei einem Kinofilm Regie geführt hatten. Hinzu kam, dass ihre künftige Hauptdarstellerin kurz davor noch eine Absage für die Megaproduktion „Game of Thrones“ verkraften musste.

Doch mit jeder Staffel wuchs die Anhängerschar von „Stranger Things“ rasant. Die finale fünfte Staffel er-
oberte auf Anhieb Platz eins der Netflix-Rangliste und ist derzeit auf diesem Internet-Kanal zu sehen.

Das Sahnehäubchen obendrauf, mit beinahe 60 Millionen Abrufen innerhalb von fünf Tagen überholte die fünfte Staffel jede zuvor ausgestrahlte englischsprachige Serie des Online-Riesen.

Die Geschichte, die Millionen Menschen fesselte, spielt in den 1980er Jahren einer amerikanischen Kleinstadt, in der sich eine Gruppe von Kindern auf die Suche nach einem verschollenen Freund begibt. Im Zentrum steht Millie Bobby Brown als geheimnisvolles Mädchen mit übersinnlichen Kräften.
Ihre Dialoge kommen mit wenigen Worten aus, ihre Ausdruckskraft ist dafür umso größer – mit Glatze, Krankenhauskittel und verletzlicher Intensität spielte sich das Naturtalent in die Herzen der Zuschauer.

Der Weg dorthin begann mit einem selbstgedrehten Video, das die Darstellerin auf Geheiß ihres Agenten an Carmen Cuba, die Verantwortliche für die Besetzungs-
liste von „Stranger Things“, schickte. Cuba war sofort begeistert. „Es war großartig“, erinnerte sie sich später. „Wirklich emotional und intensiv, mit vielen Tränen. Damit begann unser Prozess.“ Der Rest ist Geschichte – eine Geschichte, die im Jahr 2004 im spanischen Marbella ihren Anfang nahm.

Dort wurde Millie Bobby Brown als drittes von vier Kindern am 19. Februar geboren, weil ihr Vater, ein britischer Immobilienmakler, beruflich in der Region zu tun hatte. Erste Rollen ließen nicht lange auf sich warten. Doch als die Karriere ins Stocken geriet, musste die Familie aus finanziellen Gründen nach Großbritannien zurückkehren.

Lange musste die talentierte Tochter freilich nicht dort ausharren. Das „Stranger Things“-Team ließ sie zu Probeaufnahmen nach Los Angeles (US-Staat Kalifornien) einfliegen.

Mit Beginn der Dreharbeiten im Jahr 2015 nahm die Bekanntheit von Millie Bobby Brown endgültig Fahrt auf. Auftritte in Fernsehshows folgten, Magazine veröffentlichten Bilder von ihr und die Filmbosse rissen sich um sie. Ein Erfolg, der sich rasch als Segen und Fluch zugleich entpuppte.

Weil die Britin schon als Kind ungewöhnlich reif wirkte, wurde sie von der Öffentlichkeit oft für älter gehalten, als sie war. Einerseits half ihr das, dem enormen Druck der Branche standzuhalten. Andererseits wurde sie gestylt, kommentiert und beurteilt wie eine Erwachsene, inklusive gnadenloser Kritik, was das Aussehen, ihre Persönlichkeit und ihre Aussagen betraf.

Die Diskrepanz ging noch weiter, als ein Teil des Publikums den Verlust der „entzückenden Elfjährigen“ nicht verschmerzen wollte. „Ich werde mich nicht kleinmachen, um den unrealistischen Erwartungen von Menschen zu entsprechen, die nicht damit umgehen können, dass aus einem Mädchen eine Frau wird“, stellte die Schauspielerin mehrfach klar. Und so machte sie aus den Angriffen etwas Sinnstiftendes. Im Jahr 2018 ernannte sie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zur jüngsten Sonderbotschafterin der Organisation. Seither setzt sie sich weltweit für Kinderrechte und Jugendthemen ein.

Parallel dazu entpuppte sich Millie Bobby Brown als erfolgreiche Geschäftsfrau und entging mit der Entwicklung mehrerer Standbeine dem Schicksal so mancher „Kinderstars“. Mit nur 15 Jahren gründete sie ihre Schönheits- und Lebensstil-Marke „Florence by Mills“, die längst weit mehr umfasst als Kosmetik, darunter Designer-Brillen und eine eigene Kaffee-Linie.

Mit 19 Jahren veröffentlichte sie ihren Debütroman „Neunzehn Stufen“, in dem sie die Kriegsgeschichte ihrer Großmutter Ruth erzählte. Zudem hat sie sich als Filmproduzentin etabliert, spielt in eigenen Produktionen wie „Enola Holmes“ die Hauptrolle und fand in Netflix einen verlässlichen Partner.

Privat setzte die 21jährige noch eines drauf. Im Mai 2024 heiratete sie Jacob „Jake“ Bongiovi, 23, den Sohn der Rocklegende Jon Bon Jovi. Der steht als Modell und Schauspieler zunehmend selbst im Fokus der Filmbranche und hat sich mit ersten Rollen – etwa im Actionfilm „Rockbottom“ – bewusst fernab des großen Schattens seines Vaters positioniert.

Was nicht im Rampenlicht steht, ist die Beziehung des Paares selbst, wie schon die Hochzeit im engsten Familienkreis zeigte. „Es gibt Momente, die man nur einmal erlebt“, erklärte Brown danach. „Diese kleinen, kostbaren Augenblicke möchte ich für mich behalten.“ Auch den Namen der im August 2025 adoptierten Tochter hält das Paar geheim. „Sie soll selbst entscheiden, was sie möchte, wenn sie alt genug ist.“

Doch es ist nicht alles perfekt. Mit dem Ende von „Stranger Things“ verabschiedete sich Millie Bobby Brown nicht nur von einer Serie, sondern von „meiner Jugend, meiner Familie, meiner Welt“. Nach fast einem Jahrzehnt geht eine Ära zu Ende.

Dass das Leben aber weitergeht, zeichnet sich bereits ab. In diesem Jahr steht Brown vor einem ihrer bisher anspruchsvollsten Projekte. Im Drama „Perfect“ soll sie die legendäre US-Turnerin Kerri Strug verkörpern, deren Sprung bei den Olympischen Spielen 1996 trotz schwerer Verletzung Sportgeschichte schrieb. Der Drehbeginn ist für das Frühjahr unter der Regie von Gia Coppola, 38, geplant, der Enkelin des großen Francis Ford.

Ein Duo, das hoffen lässt. Denn auch Coppola ist mit der Erfolgsproduktion „The Last Showgirl“ den Filmkinderschuhen längst entschlüpft.
reiter
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung