Weltklasse ohne Eis
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Im Hallenhockey ist Rot-Weiß-Rot die Nummer eins der Welt.
Sechs Akteure mit einem Hockeyschläger in der Hand – Hallenhockey ist der erfolgreichste Teamsport unseres Landes. Vor der kommenden EM führen sowohl das Damen- als auch die Herren-Nationalmannschaft aus unserem Land die Weltranglisten an.
Sechs Akteure mit einem Hockeyschläger in der Hand – Hallenhockey ist der erfolgreichste Teamsport unseres Landes. Vor der kommenden EM führen sowohl das Damen- als auch die Herren-Nationalmannschaft aus unserem Land die Weltranglisten an.
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Während im Fußball das ganze Land nach 28 Jahren Pause wieder eine WM-Qualifikation von David Alaba, 33, und seinen Kollegen bejubelt, holte unser Hallenhockey-Herrennationalteam alleine in dieser Zeitspanne 15 Medaillen bei WM und EM. Zwei Weltmeister- und zwei Europameistertitel wurden alleine in den vergangenen sieben Jahren gewonnen, derzeit amtieren sowohl Frauen als auch Männer als Vizeweltmeister und zum Drüberstreuen führen sowohl Frauen als auch Männer derzeit die Weltranglisten an und gehen als absolute Titelkandidaten in die bevorstehende Europameisterschaft.
„Hallenhockey ist die erfolgreichste Teamsportart unseres Landes, nur weiß es fast niemand“, bedauert Benjamin Kölbl, 23, der als Kapitän der Herren seine Truppe diese Woche in Heidelberg (D) aufs EM-Feld führt und die Gründe für den Höhenflug kennt.
„Wir spielen seit vielen Jahren in einer perfekt aufeinander abgestimmten Mannschaft, die vor allem durch ihre defensive Geschlossenheit die Gegner immer wieder zur Verzweiflung brachte.“ Der Deutschland-Legionär Kölbl, der derzeit seine Ausbildung zum Physiotherapeuten macht, wurde von seinem Vater zum Hockey gebracht, wo mit Schlägern, ähnlich wie im Eishockey, Tore geschossen werden (Regelkasten siehe links). „Ich finde den Sport äußerst faszinierend, es ist technisch ungeheuer anspruchsvoll, mit einem Schläger auf Torjagd zu gehen“, betont er.
Da derzeit sein Kollege Fabian Unterkircher, 27, einer der zwei besten Spieler der Welt, verletzt ist und sich überdies die Mannschaft in einem Umbruch befindet, ist er bezüglich der Herren-Europameisterschaft, die am 8. Jänner beginnt, eher vorsichtig optimistisch. „Medaillen müssen aber immer unser Ziel sein.“
Eine Woche später folgt dann auch die Damen-EM (Prag, Tschechien) ab 15. Jänner. „Wir haben mit einem Altersschnitt von etwa 24 Jahren ein äußerst junges Team, das erst in seinen Startlöchern steht“, glaubt die Schlüsselspielerin Johanna Czech, 23.
Die Spielerin, die beim AHTC Wien unter Vertrag steht und derzeit ihre Ausbildung zur Lehrerin für Sport und Latein absolviert, bildet gemeinsam mit der Deutschland-Legionärin Fiona Felber, 24, und Laura Kern, 23, eine enorm starke Achse. „Wenn ich Freunden erzähle, dass ich gerade Vizeweltmeisterin im Hallenhockey geworden bin, dann schauen sie mich mit fragenden Augen an“, schildert Czech.
„Sicher mehr als die Hälfte in unserem Land weiß gar nicht, was das ist. Die typische Frage lautet immer, ‚Wird das auf Eis gespielt?‘“, klagt Kölbl. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass unser Land just im olympischen Feld-
hockey, das bekannter ist, nicht zur Weltklasse zählt.
„Als kleines Land können wir leider nur sechs, aber
keine elf Weltklasseakteure in einer Mannschaft auf-
bieten“, kennt Sabine Blemenschütz, 61, Generalsekretärin des heimischen Hockeyverbandes, die Gründe.
„Wir haben hierzulande rund 4.000 aktive Hockeyspieler, in den Niederlanden etwa sind es 400.000. Da können wir nicht mithalten.“ Außerdem spielt das Klima eine große Rolle. „In großen Hockeyländern wie Indien wird gar nicht in der Halle gespielt und in vielen europäischen Ländern wie Niederlande oder Belgien spielen die besten Feldhockeyspieler im Winter auch nicht in der Halle“, erklärt Kölbl. Wolfgang Kreuziger
Die Hallenhockey-Regeln
Auf einem Feld in Handballgröße (44 x 22 Meter) spielen zwei Mannschaften mit fünf Feldspielern und einem Tormann jeweils auf ein Handballtor (3 x 2 Meter). Mit Eishockey-ähnlichen „Schlägern“ muss dabei ein Hartplastikball von 72 Millimeter Durchmesser in einer Spielzeit von 4 x 10 Minuten öfter ins gegnerische Tor geschossen werden, als es dem Kontrahenten gelingt, wobei der Ball nicht mit dem Fuß oder Körper gespielt werden darf.
Die Bande darf miteinbezogen, Tore aber nur innerhalb des Schusskreises vor dem Tor erzielt werden. Der Ball darf nur mit der flachen Seite des Schlägers berührt werden.
Heben ist nur im Schusskreis als Torschuss erlaubt. Zum Vergleich: Feldhockey wird mit elf Spielern auf einem Feld in Fußballplatzgröße ausgetragen.
„Hallenhockey ist die erfolgreichste Teamsportart unseres Landes, nur weiß es fast niemand“, bedauert Benjamin Kölbl, 23, der als Kapitän der Herren seine Truppe diese Woche in Heidelberg (D) aufs EM-Feld führt und die Gründe für den Höhenflug kennt.
„Wir spielen seit vielen Jahren in einer perfekt aufeinander abgestimmten Mannschaft, die vor allem durch ihre defensive Geschlossenheit die Gegner immer wieder zur Verzweiflung brachte.“ Der Deutschland-Legionär Kölbl, der derzeit seine Ausbildung zum Physiotherapeuten macht, wurde von seinem Vater zum Hockey gebracht, wo mit Schlägern, ähnlich wie im Eishockey, Tore geschossen werden (Regelkasten siehe links). „Ich finde den Sport äußerst faszinierend, es ist technisch ungeheuer anspruchsvoll, mit einem Schläger auf Torjagd zu gehen“, betont er.
Da derzeit sein Kollege Fabian Unterkircher, 27, einer der zwei besten Spieler der Welt, verletzt ist und sich überdies die Mannschaft in einem Umbruch befindet, ist er bezüglich der Herren-Europameisterschaft, die am 8. Jänner beginnt, eher vorsichtig optimistisch. „Medaillen müssen aber immer unser Ziel sein.“
Eine Woche später folgt dann auch die Damen-EM (Prag, Tschechien) ab 15. Jänner. „Wir haben mit einem Altersschnitt von etwa 24 Jahren ein äußerst junges Team, das erst in seinen Startlöchern steht“, glaubt die Schlüsselspielerin Johanna Czech, 23.
Die Spielerin, die beim AHTC Wien unter Vertrag steht und derzeit ihre Ausbildung zur Lehrerin für Sport und Latein absolviert, bildet gemeinsam mit der Deutschland-Legionärin Fiona Felber, 24, und Laura Kern, 23, eine enorm starke Achse. „Wenn ich Freunden erzähle, dass ich gerade Vizeweltmeisterin im Hallenhockey geworden bin, dann schauen sie mich mit fragenden Augen an“, schildert Czech.
„Sicher mehr als die Hälfte in unserem Land weiß gar nicht, was das ist. Die typische Frage lautet immer, ‚Wird das auf Eis gespielt?‘“, klagt Kölbl. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass unser Land just im olympischen Feld-
hockey, das bekannter ist, nicht zur Weltklasse zählt.
„Als kleines Land können wir leider nur sechs, aber
keine elf Weltklasseakteure in einer Mannschaft auf-
bieten“, kennt Sabine Blemenschütz, 61, Generalsekretärin des heimischen Hockeyverbandes, die Gründe.
„Wir haben hierzulande rund 4.000 aktive Hockeyspieler, in den Niederlanden etwa sind es 400.000. Da können wir nicht mithalten.“ Außerdem spielt das Klima eine große Rolle. „In großen Hockeyländern wie Indien wird gar nicht in der Halle gespielt und in vielen europäischen Ländern wie Niederlande oder Belgien spielen die besten Feldhockeyspieler im Winter auch nicht in der Halle“, erklärt Kölbl. Wolfgang Kreuziger
Die Hallenhockey-Regeln
Auf einem Feld in Handballgröße (44 x 22 Meter) spielen zwei Mannschaften mit fünf Feldspielern und einem Tormann jeweils auf ein Handballtor (3 x 2 Meter). Mit Eishockey-ähnlichen „Schlägern“ muss dabei ein Hartplastikball von 72 Millimeter Durchmesser in einer Spielzeit von 4 x 10 Minuten öfter ins gegnerische Tor geschossen werden, als es dem Kontrahenten gelingt, wobei der Ball nicht mit dem Fuß oder Körper gespielt werden darf.
Die Bande darf miteinbezogen, Tore aber nur innerhalb des Schusskreises vor dem Tor erzielt werden. Der Ball darf nur mit der flachen Seite des Schlägers berührt werden.
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