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Ausgabe Nr. 01/2026 vom 30.12.2025, Foto: sarah lenoir
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Taylor Momsen, 32
Taylor Momsen:
Dem Rausch der Drogen entkommen
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Sie führt ein künstlerisches Leben. Nur die ersten drei Jahre waren davon ausgenommen, dann bekam die Amerikanerin Taylor Momsen, 32, ihre erste Fernsehrolle. Später erhielt sie eine Hauptrolle in der beliebten Serie „Gossip Girl“. Dann kehrte sie der Schauspielerei den Rücken und wurde Sängerin der Rockband „The Pretty Reckless“. Auch das mit enormem Erfolg. Im nächsten Jahr wird sie mit ihrer Band gemeinsam mit „AC/DC“ auf Tour gehen und ein neues Album veröffentlichen. Eine Vorab-Single gibt es schon. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat mit Momsen gesprochen.
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Frau Momsen, wie haben Sie Weihnachten verbracht?

Bei meinen Eltern. Weihnachten ist so ziemlich die einzige Tradition, die wir als Familie mit meiner jüngeren Schwester und den Verwandten noch haben. Wir kochen, essen, trinken, quatschen und spielen Spiele. Wie üblich, haben wir Pictionary gespielt, das ist ein Mal- und Ratespiel für alle Altersstufen und funktioniert bei uns immer super. Meist liegen wir dabei irgendwann vor Lachen auf dem Boden.

Leben Ihre Eltern noch in St. Louis (US-Staat Missouri),
wo Sie geboren sind?


Nein, sie leben schon seit zwanzig Jahren im Staat Maryland. Wir sind umgezogen, als ich zwölf war.

Sie haben als kleines Mädchen im Weihnachtsfilm „Der Grinch“ mitgespielt. Die grüne Kreatur möchte den Menschen Weihnachten verderben, denn er hasst alles, was Freude macht. Doch Sie wollen das Fest retten und den Grinch bekehren …

Als Kind habe ich mich nach dem „Grinch“ jedes Jahr zu Weihnachten todunglücklich gefühlt. Ich spielte neben Jim Carrey die Hauptrolle in diesem erfolgreichen Film, dabei war ich erst sieben Jahre alt. Die anderen Kinder haben mich damals ganz schön fertiggemacht, mich gemobbt, und gleichzeitig lebte ich plötzlich in einer ganz anderen Welt als meine Freundinnen. Sagen wir, ich bin durch eine grantige, missliebige Phase gegangen, in der ich vom Gemüt her viel näher am „Grinch“ war als an meinem lieben Charakter Cindy Lou.

Sie haben kürzlich mit „Christmas Is Killing Me“ ein nicht nur besinnliches Weihnachts-Album veröffentlicht. Wollten Sie damit mit dem „Grinch“ abrechnen?

Ich wollte mich endlich meiner „Grinch“-Vergangenheit stellen und was „Cooles“ mit „Where Are You Christmas“ machen. Und so habe ich frische, spritzige Weihnachtslieder geschrieben, die eines gemeinsam haben: Sie erzählen Teile meines Lebens, meiner eigenen Geschichte auf eine Weise, die alle Knöpfe von Weihnachtsliedern liebenden Menschen drückt.

Im kommenden Jahr wird es auch wieder ein Album von Ihrer Band „The Pretty Reckless“ geben. Die erste Single „For I Am Death“ ist bereits draußen und ist ein anspruchsvolles, hartes Rocklied. Im Video wirken Sie gar etwas angsteinflößend …

(lacht) Keine Sorge, ich tue nichts. Wir wollten zunächst mit einer Nummer voller Kraft und Aggression rausgehen, die gleichzeitig total gut live zu spielen ist. Auf dem Album wird es dann wieder jede Menge Stücke darüber geben, wie ich mich durch mein Leben arbeite und versuche, meinen Platz in der Welt zu erkämpfen, ungeschützt und ungefiltert.

Ihr bislang letztes Album „Death By Rock And Roll“ wurde Anfang 2021 veröffentlicht. Die Platte war von einer dunklen Phase Ihres Lebens geprägt, in der Sie den Suizid eines nahestehenden Kollegen sowie den Unfalltod eines engen Freundes erlitten haben. Sie erkrankten an Depressionen, wurden drogenabhängig und haben sich monatelang abgekapselt. Wie geht es Ihnen heute?

Gut, danke der Nachfrage. Wirklich. „Death By Rock And Roll“ basierte auf dem Verlust dieser immens wichtigen Menschen. Das alles zu verkraften, war sehr, sehr hart für mich. Nur ganz langsam fand ich wieder Gefallen an der Musik. Und es waren ausgerechnet die „Beatles“, die ich mir wieder anhören konnte, nachdem ich lange nur Stille ertrug. Dieses Album war, abgesehen von den Therapiesitzungen, heilsam und therapeutisch für mich. Das nächste setzt diesen Weg fort, aber schreibt auch ein neues Kapitel meines Lebens.

Sie sind heute eine erfolgreiche Sängerin. Fehlt Ihnen die Schauspielerei gar nicht?

Die Schauspielerei war meinen Eltern geschuldet. Mit drei Jahren habe ich meinen ersten Werbefilm gedreht, und danach war das immer irgendwie Teil meines Lebens. Du hinterfragst das als kleines Mädchen ja noch nicht. Ich ging zu Vorsprechen wie andere Kinder zur Schule. Erst als ich die Kontrolle über mein eigenes Leben zu übernehmen begann, als Teenager, wurde mir bewusst, dass mich niemand zwingen kann, einen Beruf auszuüben, den ich gar nicht so gern mochte. Und so hörte ich 2011, nach vier Jahren in der Serie „Gossip Girl“ damit auf, Schauspielerin zu sein.

Das klingt unspektakulär …

Niemand außer mir war von diesem Schritt begeistert. Aber ich wusste, ich will Musik machen. Und so ging es nahtlos mit „The Pretty Reckless“ weiter, meiner Lebensaufgabe.
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