Unser Gehirn vernetzt sich vier Mal im Leben neu
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Britische Forscher haben sich den Lebenszyklus unseres Gehirnes genauer angeschaut und herausgefunden, dass sich dieses komplexe Organ nicht kontinuierlich, sondern in Schüben entwickelt. Nur in bestimmten Phasen des Lebens verschaltet sich das Gehirn neu.
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Etwa so groß wie zwei Fäuste und ein Gewicht von rund eineinhalb Kilo, das ist unser Gehirn. Wichtiger für unser Dasein im Alltag als seine Größe ist vielmehr die Frage, wie gut die verschiedenen Gehirnbereiche mit mehr als achtzig Milliarden Nervenzellen miteinander verknüpft sind. Und wie sich die Nervenverbindungen in unserem Gehirn über die Jahre verändern.
Britische Wissenschaftler rund um die Gehirnforscherin Alexa Mousley von der Universität Cambridge gingen dieser Frage nach. Für eine wissenschaftliche Studie werteten sie rund 3.800 Daten von bis zu 90 Jahre alten Menschen ohne bekannte neurologische Erkrankungen aus und fanden spannende Antworten.
„Aus den Daten haben wir vier wichtige Wendepunkte im Laufe des Lebens identifiziert, und zwar im Alter von etwa neun, 32, 66 und 83 Jahren“, verrät Mousley. „Mit jeder dieser Altersstufen beginnt eine neue Epoche in der Entwicklung, die mit charakteristischen altersbedingten Veränderungen im Aufbau des Gehirnes einhergeht. Die längste Phase ist der Erwachsenenmodus, der mehr als drei Jahrzehnte anhält.“ Die Neuverdrahtung im Gehirn geht jeweils mit verschiedenen Denkweisen im Zuge von Wachstum, Reifung und Alterung einher.
„Die Phasen liefern wichtige Hinweise, wozu unser Gehirn in den verschiedenen Lebensabschnitten am besten geeignet oder wann es am anfälligsten ist“, kommentiert Mousley die Ergebnisse.
Vom Säugling zum Kind – nicht Genutztes wird abgebaut
Die erste Phase dauert von der Geburt bis etwa zum neunten Lebensjahr. Im Babyalter wird das Gehirn zunächst intensiv „verkabelt“. Es bildet eine Flut von Synapsen (= Verknüpfungen zwischen Nervenzellen), um die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten.
Im Laufe der Jahre werden jedoch die übermäßig
produzierten Synapsen wieder abgebaut, vor allem jene, die nicht weiter genutzt werden. Gleichzeitig werden die Informationswege zwischen den wichtigsten Hirnregionen gestärkt.
Dies ist entscheidend, damit das Gehirn effizient in den kommenden Lebensjahren arbeitet und lernen kann. Der erste Wendepunkt im Alter von rund neun Jahren geht der Studie zufolge mit einer sprunghaften Veränderung der kognitiven Fähigkeiten (= alle geistigen Prozesse, mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen) einher. Die Furchen und Wölbungen unseres Gehirnes nehmen ihre endgültige Form an.
Jugend und frühes Erwachsenenalter – Effizienz auf dem Höhepunkt
Zwischen etwa neun und 32 Jahren befindet sich das Gehirn in seiner zweiten Phase und auf einem Höhenflug. Ab dem neunten Lebensjahr bereitet sich das Gehirn auf die Veränderungen der Pubertät vor. Hormonelle Umstellungen sorgen dafür, dass die weiße Hirnsubstanz weiterwächst. Sie ist für die schnelle Weiterleitung von Informationen verantwortlich.
Gleichzeitig wird das Netzwerk zwischen den Hirnregionen verbessert. Die Jugend ist die einzige Phase, in der diese Effizienz der Vernetzung zunimmt.
Während dieser Umbauarbeit treten typische Pubertätsprobleme auf. Jugendliche neigen zu riskantem Verhalten, da sich jene Region im Gehirn, die für Planung und Impulskontrolle zuständig ist, zuletzt entwickelt.
Da das Gehirn in dieser Phase empfindlich auf äußere und innere Einflüsse reagiert, können in der Pubertät Depressionen oder Angststörungen auftreten. Nach dem Umbau ist das Gehirn bestens vernetzt.
Das erwachsene Gehirn – drei Jahrzehnte Stabilität
Anhand der „neuronalen Architektur“ fanden die Forscher heraus, dass jugendtypische Veränderungen der Gehirnstruktur mit etwa Anfang dreißig enden.
Im Durchschnitt ist mit Anfang 30 die maximale Leistungsfähigkeit des Gehirnes erreicht. Mit etwa 32 Jahren sind Intelligenz und Persönlichkeit vollständig ausgebildet, die neuronalen Netzwerke arbeiten bei gesunden Menschen optimal zusammen.
Die Gehirnarchitektur stabilisiert sich für rund drei Jahrzehnte, es gibt nur wenig komplexe Umbauarbeiten. Der rapide Ausbau der Vernetzung endet.
Langsam verschwinden über die kommenden Jahrzehnte erste überregionale Nervenverbindungen.
Mitte sechzig – Das frühe Altern beginnt
Ab dem 66. Jahr tritt das Gehirn in eine neue Phase des weiteren langsamen Abbaus ein. Die neuronalen Netzwerke dünnen weiter aus, was die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Hirnregionen erschwert.
Ähnlich der Pubertät ist das Gehirn nun empfindlich gegenüber Störungen. Gesundheitliche Probleme können Blutgefäße im Gehirn schädigen und die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen. Das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz steigt deutlich.
Spätes Altern – die letzte Veränderungsphase
Mit 83 Jahren erreicht das Gehirn den letzten Wendepunkt seiner Entwicklung. Die neuronale Vernetzung nimmt weiter ab, und das Gehirn hat zunehmend Schwierigkeiten, Störungen auszugleichen. Dennoch zeigen aktuelle Studien, dass das Gehirn im hohen Alter bemerkenswert anpassungsfähig ist.
Diese Studie belegt auch, dass tiefere Hirnregionen in der Lage sind, schwächere Nervensignale zu verstärken und den Abbau neuronaler Netzwerke teilweise zu kompensieren. Lesen und bewusst geistig aktiv bleiben erhält die Funktion des Gehirnes bis ins hohe Alter.
Britische Wissenschaftler rund um die Gehirnforscherin Alexa Mousley von der Universität Cambridge gingen dieser Frage nach. Für eine wissenschaftliche Studie werteten sie rund 3.800 Daten von bis zu 90 Jahre alten Menschen ohne bekannte neurologische Erkrankungen aus und fanden spannende Antworten.
„Aus den Daten haben wir vier wichtige Wendepunkte im Laufe des Lebens identifiziert, und zwar im Alter von etwa neun, 32, 66 und 83 Jahren“, verrät Mousley. „Mit jeder dieser Altersstufen beginnt eine neue Epoche in der Entwicklung, die mit charakteristischen altersbedingten Veränderungen im Aufbau des Gehirnes einhergeht. Die längste Phase ist der Erwachsenenmodus, der mehr als drei Jahrzehnte anhält.“ Die Neuverdrahtung im Gehirn geht jeweils mit verschiedenen Denkweisen im Zuge von Wachstum, Reifung und Alterung einher.
„Die Phasen liefern wichtige Hinweise, wozu unser Gehirn in den verschiedenen Lebensabschnitten am besten geeignet oder wann es am anfälligsten ist“, kommentiert Mousley die Ergebnisse.
Vom Säugling zum Kind – nicht Genutztes wird abgebaut
Die erste Phase dauert von der Geburt bis etwa zum neunten Lebensjahr. Im Babyalter wird das Gehirn zunächst intensiv „verkabelt“. Es bildet eine Flut von Synapsen (= Verknüpfungen zwischen Nervenzellen), um die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten.
Im Laufe der Jahre werden jedoch die übermäßig
produzierten Synapsen wieder abgebaut, vor allem jene, die nicht weiter genutzt werden. Gleichzeitig werden die Informationswege zwischen den wichtigsten Hirnregionen gestärkt.
Dies ist entscheidend, damit das Gehirn effizient in den kommenden Lebensjahren arbeitet und lernen kann. Der erste Wendepunkt im Alter von rund neun Jahren geht der Studie zufolge mit einer sprunghaften Veränderung der kognitiven Fähigkeiten (= alle geistigen Prozesse, mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen) einher. Die Furchen und Wölbungen unseres Gehirnes nehmen ihre endgültige Form an.
Jugend und frühes Erwachsenenalter – Effizienz auf dem Höhepunkt
Zwischen etwa neun und 32 Jahren befindet sich das Gehirn in seiner zweiten Phase und auf einem Höhenflug. Ab dem neunten Lebensjahr bereitet sich das Gehirn auf die Veränderungen der Pubertät vor. Hormonelle Umstellungen sorgen dafür, dass die weiße Hirnsubstanz weiterwächst. Sie ist für die schnelle Weiterleitung von Informationen verantwortlich.
Gleichzeitig wird das Netzwerk zwischen den Hirnregionen verbessert. Die Jugend ist die einzige Phase, in der diese Effizienz der Vernetzung zunimmt.
Während dieser Umbauarbeit treten typische Pubertätsprobleme auf. Jugendliche neigen zu riskantem Verhalten, da sich jene Region im Gehirn, die für Planung und Impulskontrolle zuständig ist, zuletzt entwickelt.
Da das Gehirn in dieser Phase empfindlich auf äußere und innere Einflüsse reagiert, können in der Pubertät Depressionen oder Angststörungen auftreten. Nach dem Umbau ist das Gehirn bestens vernetzt.
Das erwachsene Gehirn – drei Jahrzehnte Stabilität
Anhand der „neuronalen Architektur“ fanden die Forscher heraus, dass jugendtypische Veränderungen der Gehirnstruktur mit etwa Anfang dreißig enden.
Im Durchschnitt ist mit Anfang 30 die maximale Leistungsfähigkeit des Gehirnes erreicht. Mit etwa 32 Jahren sind Intelligenz und Persönlichkeit vollständig ausgebildet, die neuronalen Netzwerke arbeiten bei gesunden Menschen optimal zusammen.
Die Gehirnarchitektur stabilisiert sich für rund drei Jahrzehnte, es gibt nur wenig komplexe Umbauarbeiten. Der rapide Ausbau der Vernetzung endet.
Langsam verschwinden über die kommenden Jahrzehnte erste überregionale Nervenverbindungen.
Mitte sechzig – Das frühe Altern beginnt
Ab dem 66. Jahr tritt das Gehirn in eine neue Phase des weiteren langsamen Abbaus ein. Die neuronalen Netzwerke dünnen weiter aus, was die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Hirnregionen erschwert.
Ähnlich der Pubertät ist das Gehirn nun empfindlich gegenüber Störungen. Gesundheitliche Probleme können Blutgefäße im Gehirn schädigen und die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen. Das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz steigt deutlich.
Spätes Altern – die letzte Veränderungsphase
Mit 83 Jahren erreicht das Gehirn den letzten Wendepunkt seiner Entwicklung. Die neuronale Vernetzung nimmt weiter ab, und das Gehirn hat zunehmend Schwierigkeiten, Störungen auszugleichen. Dennoch zeigen aktuelle Studien, dass das Gehirn im hohen Alter bemerkenswert anpassungsfähig ist.
Diese Studie belegt auch, dass tiefere Hirnregionen in der Lage sind, schwächere Nervensignale zu verstärken und den Abbau neuronaler Netzwerke teilweise zu kompensieren. Lesen und bewusst geistig aktiv bleiben erhält die Funktion des Gehirnes bis ins hohe Alter.
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