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Ausgabe Nr. 49/2025 vom 03.12.2025, Foto: Mumpi Künster
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Die Fantastischen Vier (v.li.):
Smudo, 57, And.Ypsilon, 57, Thomas D, 56, und Michi Beck, 57.
Die Fantastischen Vier:
Auf Tour mit dem Rap-Pharao
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Jetzt ist es also offiziell. Smudo, 57, Michi Beck, 57, Thomas D, 56, und And.Ypsilon, 57, werden noch einmal ausgiebig zusammen auf „Der letzte Bus“-Tournee gehen – von Ende 2026 bis irgendwann 2028. Anschließend wollen die Stuttgarter (D) das Tempo ein bisschen reduzieren. Warum es aber gar nicht möglich ist, „Die Fantastischen Vier“ ganz zu beenden, warum der fünfzigste Geburtstag ein harter Schlag war und was er in Zukunft so vorhat, erklärte Michi Beck im Gespräch mit dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth.
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Herr Beck, was haben Sie an dem Samstagabend, an dem Sie auf der Bühne des Stuttgarter Schauspiels (D) die Abschiedstournee von „Die Fantastischen Vier“ angekündigt haben, noch gemacht?

Mir einen hinter die Binde gegossen (lacht). Ich habe zusammen mit ein paar anderen Freunden in einer Bar den Geburtstag eines alten Bekannten gefeiert. Das ging so bis halb drei ungefähr.

Zivilisiert?

Nein (lacht). Ich musste die Ereignisse ein wenig kompensieren. Du kannst ewig planen und untereinander diskutieren und gemeinsam zu einer Entscheidung kommen. Aber wenn du diese Entscheidung dann nach außen trägst, dann ist das emotional doch noch einmal etwas ganz anderes.

Können Sie das beschreiben?

Die Betroffenheit, die von draußen, speziell in den sozialen Medien, an uns herangetragen wurde, hat mich
berührt. Irgendwie ist es ein merkwürdiges Gefühl, wenn du weißt, die Katze ist jetzt aus dem Sack, und es gibt kein Zurück mehr. Zugleich muss ich noch einmal betonen, weil das gern falsch verstanden wird: Wir beenden nicht unsere Karriere. Wir gehen nur ein letztes Mal auf so eine große, lange Tournee.

Haben Sie Träume für die Zeit danach?

Ich reise gerne.
Ich liebe es, Neues zu entdecken. Ich habe eine Vorliebe für Mythologie und Geschichte und war gerade in Ägypten bei den Pyramiden, im neuen großen Museum in Kairo und auf Nilkreuzfahrt. Ich war überall, in den ganzen Tempeln, den ganzen Gräbern, das hat mich fasziniert.

Gibt es einen Ort, den Sie unbedingt sehen möchten?

Da gibt es noch so vieles. Spontan würde ich sagen, die alte Inka-Stadt Machu Picchu in Peru.

Hat der angekündigte Abschied vom Tourleben auch Altersgründe?

Natürlich, es geht auch darum, wie wir als Band live in Erinnerung bleiben wollen. Wir wollen energetisch nicht langsam auströpfeln, sondern ein letztes Mal da vorne herumspringen. Wer weiß, vielleicht lernen wir noch ein paar Instrumente und spielen mit 70 in irgendwelchen verrauchten Jazzklubs.

Im Jahr 2029 würden Sie Ihr 40. Bühnenjubiläum feiern …

Ja, uns gibt es schon lange. Ich weiß nicht, ob es weltweit eine Hip-Hop-Band gibt, die in derselben Besetzung so lange aktiv ist wie wir. Wenn die Tour beendet ist, werde ich sechzig sein. Ich finde, das ist für einen Rapper schon ein vertretbares Rentenalter.

Schreckt Sie diese Zahl?

Ich habe mich damit abgefunden. Richtig schwer war es für mich, fünfzig zu werden. Keine Ahnung, das war hart und lastete mir schwer auf der Seele.

In der Früh meines Geburtstages war ich richtig fertig und wollte überhaupt nicht aufstehen. Ich dachte,
verdammt, ich bin Rapper und werde 50 Jahre alt, das geht doch nicht. Inzwischen bin ich ein Rap-Methusalem, und bald werde ich ein Rap-Pharao sein (lacht).
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