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Ausgabe Nr. 49/2025 vom 03.12.2025, Fotos: Zeppelzauer
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„Waterloo“ Hans Kreuzmayr ist 80 geworden.
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Hier gibt‘s frische Polsterzipf.
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Eine traditionelle Mehlspeise mit Ribiselmarmelade.
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Auch an die kleinen gefiederten Freunde wird gedacht.
„Waterloo“ Hans Kreuzmayr ist 80 geworden: „Andrea nimmt mich an die Leine“
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Sein Lebenselixier ist die Freude an der Natur, die Heiterkeit und nicht zuletzt Andrea, die Frau seines Lebens. Im Burgenland haben die beiden ein schönes Nest und ein Vogelhaus.
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Einen Moment noch, ich ziehe mir nur noch schnell die Jacke aus, denn ich war gerade bei meinen Vogelhäuschen, um es mit Futter zu befüllen. Das ist mein Ritual, das ich alle zwei, drei Tage pflege. Den Vogerln taugt das und ich freue mich mit ihnen, wenn sie satt und zufrieden davonfliegen. Ich schaue ihnen gerne dabei zu, wenn ich auf der Terrasse mit direktem Blick auf den Neusiedler See sitze. Das ist wie ein Geschenk für mich“, erzählt Waterloo alias Hans Kreuzmayr, während er am gemütlichen Esstisch in seinem Haus in Mörbisch neben seiner Frau Andrea Platz nimmt.

Zwei Jahrzehnte lang lebte das Paar in Oberösterreich, bis sich die beiden entschieden, ins Burgenland zu übersiedeln. „Mir war dort zu wenig Sonne und wenn es in Oberösterreich 16 Grad hat, sind es hier 20. Das pannonische Klima tut uns gut, Hansi und ich sind keine Herbst- und Wintermenschen, sondern Frühlings- und Sommertypen“, erklärt die 66jährige.

Ihr Liebster ist gebürtiger Oberösterreicher, er wurde am 27. November 1945 in Altheim geboren. Nun feierte der Musiker seinen 80er, was ihn freilich völlig unbeeindruckt lässt. „Der Geburtstag ist nicht so wichtig, viel wichtiger ist, dass es mir gut geht und dass mich die Freude am Leben fit hält – und das Lachen. Denn grantig sein und böse dreinschauen, das gab und gibt es bei mir nicht. Ich habe auch gar keinen Grund dafür, denn schließlich ist die beste Frau der Welt an meiner Seite. Wir sind nun seit 26 Jahren zusammen, 24 davon verheiratet. Andrea ist ehrlich und geht einen geraden Weg. Das schätze ich an ihr, und dass ich mit meinen 80 Jahren von einer 66jährigen Frau noch so vieles lernen darf“, teilt der Jubilar Komplimente aus und steckt seiner Andrea dabei einen Polsterzipf in den Mund.

Diese traditionelle Mehlspeise aus Topfenblätterteig, gefüllt mit Ribiselmarmelade, hat Andrea Kreuzmayr frisch aus dem Backrohr serviert. Zubereitet in der im italienischen Landhausstil gestalteten Küche, die ganz allein ihr Reich ist. „Beim Kochen mische ich mich nicht ein. Das hätte gar keinen Sinn, denn meine Frau ist eine erstklassige Köchin. Wir sind Pescetarier, essen kein Fleisch, allerdings Fisch, weil wir Freunde der mediterranen Küche sind“, sagt Waterloo, der seit den 1980er Jahren als Solokünstler unterwegs ist.

Im Jahr 1976 vertrat er mit seinem damaligen Gesangspartner Robinson alias Sepp Krassnitzer unser Land beim Song Contest in Den Haag in den Niederlanden. Mit dem Lied „Das ist meine kleine Welt“ erreichte das Duo den fünften Platz. International erfolgreich waren „Waterloo & Robinson“ mit dem nostalgischen Titel „Hollywood“, in der deutschsprachigen Version bekannt als „Das war Hollywood von gestern“.

Insgesamt 35 Alben hat Waterloo veröffentlicht. „Ich war 60 Jahre lang unterwegs, hatte hundert Auftritte im Jahr – das reicht. Ich habe vieles gemacht, ich bin gelernter Tischler, habe eine Damenboutique geführt und in einem Möbelhaus gearbeitet. Ich habe nie aufgegeben, obwohl ich in einer Baracke aufgewachsen bin. Ich wurde einfach erzogen, meine Eltern waren arm, aber von meinen Eltern, die nichts hatten, lernte ich, dass man nicht aufgeben darf und sich mit Menschen umgeben soll, die einen lieben.“ Die große Liebe seines Lebens hat er beim dritten Anlauf mit Andrea gefunden. „Zusammengebracht hat uns Erik, der Sohn von Andrea, und zwar, als ich den Winnetou spielte. Ich saß gerade auf dem Pferd, als mich Erik, er war einer der Apachen, antupfte und sagte, ,Du, da hinten steht meine Mama.‘ Daraufhin wanderten meine Augen zu ihr. Auf der Bühne lernte ich, den Menschen in die Augen zu schauen, dabei spüre ich, ob sie eine Seele haben. In dem Moment, als ich Andrea sah, fühlte ich, dass sie die Frau meines Lebens ist. Die Frau, die mein nicht so einfaches Leben akzeptiert – mit meinem Beruf und meinen Kindern“, schildert Waterloo das romantische Kennenlernen bei den Karl-May-Festspielen in Winzendorf in Niederösterreich.

Mit allen fünf Kindern, er brachte vier Kinder mit, Andrea einen Sohn aus erster Ehe, ist das Paar in gutem Kontakt. „Zu meinem Erik, er war 17, bekam ich mit dem Hansi auf einmal drei Kinder – eine elfjährige Tochter und zehnjährige Zwillinge, einen Buben und ein Mädchen. Seine älteste Tochter Michaela war bereits 32, als wir uns kennenlernten. Wir fühlten uns auf Anhieb als perfekte Einheit, waren viel unterwegs und unsere ,Orgelpfeifen‘, wie ich sie nannte, immer mit dabei“, erzählt Andrea Kreuzmayr.

Das Paar hat nahezu die ganze Welt bereist. „Hansi hatte viele musikalische Engagements bei Kreuzfahrten. Die führten uns in die Karibik, über das östliche und westliche Mittelmeer und den Indischen Ozean. Wir waren auf Sansibar, Mauritius, Madagaskar, in Tansania und erst vor zwei Jahren in Südostasien, von Singapur über Indonesien bis nach Malaysien, Sri Lanka und Indien haben wir alles gesehen“, schwärmt die reisebegeisterte Fotografin, die ihre Kreativität neben dem Kochen auch beim Malen auslebt.

Eine Leidenschaft, die das Paar miteinander teilt, ist die Liebe zu Hunden. „Wir hatten zwei und beide fehlen uns. ,Axel‘ wurde 13, ,Max‘ 14 Jahre alt“, sagt Hans Kreuzmayr. „Die beiden waren unsere gemeinsamen Kinder, deshalb fehlt im Herzen ein riesiger Teil, denn es gibt keinen besseren und vertrauenswürdigeren Freund im Leben als einen Hund.

Am liebsten wäre mir ja, dass sie ewig leben (seufzt tief). Einen Hund zu haben, ist allerdings mit einer großen Verantwortung verbunden. Und da wir beide schon etwas älter sind und das arme Tier nicht allein zurücklassen wollen, haben wir beschlossen, uns keinen Hund mehr zu nehmen“, meint seine Frau mit traurigem Unterton in der Stimme.

„Für den Hansi war es eine schöne Routine, mit dem Hund spazierenzugehen. Jetzt schaue ich halt darauf, dass wir täglich eine große Runde unterwegs sind. Unsere Umgebung ist ja zum Spazierengehen wunderschön.“ – „Dann nimmt mich Andrea an die Leine“, lenkt der Charmeur das Gespräch wieder in Richtung Humor. Denn er betont immer wieder: „Ohne Lachen hat doch alles keinen Sinn.“ M. Wieser
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