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Ausgabe Nr. 48/2025 vom 26.11.2025, Fotos: APA-Images, ORF/HR/Sommerhaus/Daniel Dornhöfer, ORF/SRF/HR/Sommerhaus/Tatiana Vdovenko
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Auf Galas und Partys verzichtet Edin Hasanović gern.
Er mag Spieleabende im Freundeskreis.
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„Tatort: Licht“,
Sonntag, 30.11., 20.15 Uhr, ORF2, Das Erste

Mit ihrem Kollegen Kulina (li.) nimmt Maryam Azadi (re.) die Ermittlungen auf.
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Verfolgt eine vielversprechende Spur:
Edin Hasanovic als Hamza Kulina
Edin Hasanović, 33:
„Streit lähmt mich“
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Als „Tatort“-Kommissar ermittelt er in alten ungelösten Fällen.
Aber Edin Hasanović ist auch in der Tragikomödie „Sterben für Beginner“ (Mo., 20.15 Uhr, 3sat) zu sehen.
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Als er am 2. April 1992 geboren wurde, fielen
in Bosnien Bomben. Sein Vater, ein Heizungsinstallateur, verschwand und wurde vermutlich ermordet. Seine Mutter wollte den Sohn unter allen Umständen retten und flüchtete mit ihm nach Deutschland.

„Im Juli 1992 kamen wir mit dem Roten Kreuz in Lichtenberg, einem Bezirk der Stadt Berlin, an“, blickt Edin Hasanović zurück. „Anfangs wohnten wir in Flüchtlingsheimen. Aber das war Mama völlig egal, sie hatte einfach Angst um mich, vor Krieg, Vergewaltigung und Tod.“

In der Schule hatte der Sohn die ersten Erfolgserlebnisse. „Irgendwann hat unsere Lehrerin auf den Tisch gehauen und zu den deutschen Mitschülern gesagt: ,Wie kann es sein, dass die Flüchtlingskinder besser Deutsch reden als ihr?‘“

Dass Edin Hasanović einmal Schauspieler werden würde, zeichnete sich schon damals ab. „Ich habe ständig Menschen nachgemacht“, erzählt er. Folgerichtig spielte er bereits als Elfjähriger in dem Kinderfilm „Wer küsst schon einen Leguan?“ eine kleine Rolle. Danach meldete er sich bei einer Schauspieler-Agentur an, und es folgten im Laufe der Zeit weitere Engagements.

Die Hauptrolle in dem Kinofilm „Schuld sind immer die Anderen“ bedeutete für ihn den Durchbruch. Und nach seiner Mitwirkung in dem 2023 „Oscar“-gekrönten Kriegsfilm „Im Westen nichts Neues“ war Edin Hasanović auch international kein Unbekannter mehr.

Seit diesem Jahr hat Hasanović nun eine Rolle, die im deutschen Fernsehen zu den begehrtesten zählt. Er ist als „Tatort“-Kommissar Kulina im Einsatz. Bei Fällen, die anders sind als die üblichen. Fragen wie „Wo waren Sie gestern zwischen 20 und 22 Uhr?“, kommen nicht vor.

„Bei uns geht es um sogenannte ,Cold Cases‘, um Verbrechen, die schon länger zurückliegen und nicht gelöst wurden“, erklärt der Darsteller, der in der Rolle wie im echten Leben einen Migrationshintergrund hat. „Aber ich hoffe, dass das nicht das Spannendste an dieser Figur ist“, meint Hasanović. „Wir schreiben schließlich das Jahr 2025. Dass auch Nachkommen von Migranten zur Polizei gehen, spiegelt nur die Wirklichkeit wider.“

Im Privatleben sieht sich der Schauspieler als „Nestmenschen“. „Ja, ich wohne noch immer in Berlin, wo ich aufwuchs. Ich bin nicht der Typ für Galas, auch Partys mit vielen Gästen reizen mich nicht. Ich bleibe lieber zu Hause und plaudere im engen Freundeskreis. Und ich mag Spieleabende. Außerdem bin ich harmoniesüchtig, Streit lähmt mich.“

Das erklärt wahrscheinlich auch, wieso er seit 14 Jahren skandalfrei mit seiner deutschen Kollegin Natalia Rudziewicz, 39, liiert ist. Kinder hat Edin Hasanović bisher noch nicht, aber eine englische Bulldogge namens „Kuno“.
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