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Ausgabe Nr. 47/2025 vom 19.11.2025, Fotos: Bianca Puschl, Roland Holitzky
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„Ich mag das rhythmische Klappern der Nadeln“

Sophie Korak, 10, Schülerin
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„Ich stricke am liebsten Socken“

Rosa Pfeifenberger, 74, Pensionistin
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„Ich verwende gerne Wolle vom Babyalpaka“

Christine Prachoinig, 58, Angestellte im Einzelhandel
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„Selbst beim Roten Kreuz habe ich gestrickt“

Andreas Pfeifenberger 71, Pensionist
Die perfekte Masche
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Stricken ist nicht nur ein Hobby, es bietet die Möglichkeit, in eine Welt der Ruhe einzutauchen. Sich ganz den Maschen zu widmen, hat immer auch etwas Beruhigendes.
Wenn das Werk vollendet ist, macht es stolz und schenkt Freude.
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„Ich mag das rhythmische Klappern der Nadeln“
Sophie Korak, 10, Schülerin


Meine Uroma hat mir das Stricken beigebracht“, erzählt Sophie Korak stolz. „Das war vor zwei Jahren, weil ich es unbedingt lernen wollte.“

Ihr erstes Werk war ein Topflappen.
„Da habe ich ein paar Mal wieder auftrennen müssen“, sagt sie und lacht. Heute strickt sie schon ganz ohne Anleitung, wie es ihr gefällt. Derzeit arbeitet die Zehnjährige an einem pinken Schal.

„Ich mag es, wenn die Wolle nicht zu dick ist“,
erklärt sie und verweist darauf, am liebsten Schals und Hauben zu stricken. Acht Stück sind schon fertig, wobei Sophie Korak ihre Werke selten für sich behält.

„Ich verschenke sie an Freunde und Verwandte. Die freuen sich immer.“
Sie selbst mag das rhythmische Klappern der Nadeln.

„Maschen abzustricken ist entspannend“, sagt die Zehnjährige, die sich vor allem jetzt im Spätherbst und im Winter abends hinsetzt und strickt. Am heimeligsten ist es dann, wenn draußen der Schnee fällt.

Sorgfalt ist dabei wichtiger als Eile, deshalb bedarf es gut eines Monats, bis ein Schal seine Vollendung findet.

Ihre Lieblingswollfarbe ist Blau. Sie liebt ihr Hobby. „Es ist erstaunlich zu sehen, was ich alles machen kann – nur mit Wolle und Geduld“, freut sich die begabte Schülerin, die besser werden und noch dazulernen möchte.
„Irgendwann werde ich bestimmt auch die Rückwärtsmaschen beherrschen.“

„Ich stricke am liebsten Socken“
Rosa Pfeifenberger, 74, Pensionistin


Die Zeit vergeht beim Stricken wie im Flug. Es ist entspannend“, sagt Rosa Pfeifenberger (nicht verwandt mit Andreas Pfeifenberger, 71) und legt die Wolle in den Schoß. Schon in der Volksschule hat sie Stricken gelernt.

Ihr erstes Stück war eine kleine Sofadecke. Später hat sie Pullover, Socken und Jacken für ihre Kinder und ihren Mann gefertigt, heute kommen auch die Enkerln in den Genuss, Produkte ihres Hobbys tragen zu können.

„Am liebsten stricke ich Socken in allen Farben“, erzählt die 74jährige. Früher waren es Pullover, besonders gern erinnert sie sich an ein Stück, das sie einmal bei jemandem gesehen hat. „Der Pullover hatte ein wunder-
schönes Muster. Mobiltelefone mit eingebauter Kamera gab es damals ja noch nicht, also habe ich ihn mir
genau angesehen und daheim nachgestrickt. Er ist
ein Blickfang geworden.“

Gezählt hat die 74jährige ihre Werke nie, aber es
müssen weit mehr als 200 Stück sein. Wobei die
Seniorin immer nach Gefühl arbeitet, ohne Anleitung. „Einmal arbeite ich Streifen ein, dann wieder beschränke ich mich auf eine Farbe, wie es mir gefällt oder wie es die Enkerln gern haben. Für Weihnachten stricke ich immer wieder grüne Jägersocken.“

Freilich hat der Aufwand mit den Jahren nachgelassen. Früher saß die 74jährige jeden Abend mit den Nadeln da, heute nur, wenn sie Lust hat. „Das ist meistens
im Herbst und Winter der Fall.“

Als liebstes Material kommt Schurwolle zum Einsatz. „Wenn ich ein schönes Knäuel sehe, schlage ich
gleich zu“, erzählt sie und lacht.

„Ich verwende gerne Wolle vom Babyalpaka“
Christine Prachoinig, 58, Angestellte im Einzelhandel


Seit 30 Jahren schon gehört das Stricken für Christine Prachoinig zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen.
Angefangen hat sie, als ihre Kinder klein waren.
„Damals habe ich Pullover und Westen hergestellt, aber keine Socken“, erzählt sie lachend. „Ich habe immer gesagt: Socken strick‘ ich erst, wenn ich Enkerln habe.“ Inzwischen hat sie vier und die Schubladen sind voller Socken. „Die gehen flott“, meint die 58jährige zufrieden, die das Stricken in der Hauptschule erlernt hat.

An ihr erstes Werk, einen dunkelblauen Pullover, den sie mit 14 Jahren für sich selbst gestrickt hat, erinnert sie sich noch gut. „Den habe ich voller Stolz getragen.“ Heute entstehen in ihrer Freizeit Westen, Pullunder und Pullover, Babydecken, Hauben, Schals und Socken – manchmal gleich mehrere gleichzeitig.

„Derzeit mache ich eine Babydecke für eine Nachbarin, sie soll 75 mal 100 Zentimeter groß werden. Und
nebenbei sind ein paar Kindersocken in Arbeit.“
Prachoinig braucht für ein Paar Socken etwa drei Tage. „Wenn ich dranbleib‘“, sagt sie augenzwinkernd.

„Die Pullover stricke ich so, dass ich sie später verlängern kann, wenn die Kinder rauswachsen.“ Bislang hat die 58jährige mehr als 30 Jacken und Pullover gestrickt, dazu fast 40 Paar Socken.

Am liebsten arbeitet sie mit Merinowolle oder Babyalpaka. „Die ist weich, warm und trotzdem leicht. Zwar kostet ein Knäuel bereits gut zehn Euro, aber die Qualität ist einmalig.“

„Selbst beim Roten Kreuz habe ich gestrickt“
Andreas Pfeifenberger 71, Pensionist


Sein Lieblingsplatz zum Stricken ist der warme, grüne Kachelofen im Wohnzimmer. Dort sitzt Andreas Pfeifenberger auf der gepolsterten Bank, die Wollknäuel neben sich, die Nadeln klappern ruhig im Takt.

„Ich stricke in der Früh und am Abend, das ist Ent-
spannung für mich“, sagt er. „Ich stricke nur Socken.
In allen Farben. Und ich verschenke alle.“
Rund 500 Paar sind über die Jahre entstanden.

Viele davon während seiner Zeit beim Roten Kreuz, wo er 30 Jahre lang freiwillig Dienst gemacht hat. „Wenn wir keine Einsätze hatten, habe ich gestrickt. Da ist einiges zusammengekommen.“

Angefangen hat der 71jährige im Alter von zwölf Jahren. „Unsere Mutter hat meine Geschwister und mich zum Handarbeitsunterricht in der Hauptschule angemeldet – bei Frau Rauter“, erinnert sich der ehemalige Konditor aus Zederhaus (S). „Vorher hat sie uns schon Gamaschen stricken lassen, einen Meter lang.

Das war eine gute Übung.“ Heute arbeitet Pfeifenberger frei nach Gefühl und Erfahrung. Nur bei den Größen orientiert er sich an einer Tabelle. Für ein Paar Socken braucht er ein Wochenende, „je nach Zeit und Lust“.

Dabei verwendet der 71jährige ausschließlich hochwertige Sockenwolle, gern mit Farbe oder Muster. „Die Wolle bekomme ich meistens von der Familie oder von Freunden“, erzählt er. „Und ich glaube, jeder freut sich über selbstgestrickte Socken.“
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