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Ausgabe Nr. 47/2025 vom 19.11.2025, Fotos: Mario Anzuoni / REUTERS / picturedesk.com, APA-Images / REUTERS / Mario Anzuoni, AFP
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Goldie Hawn wird 80 und weiß: „Oma zu sein, ist die schön ste Rolle meines Lebens“
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Hollywoods Vorzeige-Familie – Schauspielerin Kate Hudson mit ihrem Stiefvater Kurt Russell
und Mama Goldie Hawn.
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In „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ spielte Hawn 1987 an der Seite von Kurt Russell, der auch im echten Leben ihr Partner ist.
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Drei Ehefrauen auf Rachefeldzug – Goldie Hawn mit Diane Keaton (li.) und Bette Midler (re.) in „Der Club der Teufelinnen“.
Goldie Hawn wird 80 und weiß:
„Oma zu sein, ist die schönste Rolle meines Lebens“
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Mit Filmen wie „Der Tod steht ihr gut“ oder „Der Club der Teufelinnen“ krönte sich Goldie Hawn zur Königin der Hollywood-Komödien. Diese Woche feiert die „Oscar“-Preisträgerin und achtfache Großmutter ihren 80. Geburtstag. Berühmt für ihr ansteckendes Lachen, blickt die ewig junggebliebene Blondine auf sechs Jahrzehnte im Rampenlicht zurück.
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Wir werden es ganz entspannt angehen, denn das wünscht sie sich“, sagt Oliver Hudson zum bevorstehenden 80. Geburtstag seiner Mutter Goldie Hawn. Die Hollywood-Schauspielerin verzichtet dabei gerne auf eine glamouröse Feier und will den besonderen Tag lieber ganz schlicht im Kreise ihrer Familie verbringen.

„Die bestmögliche Zeit mit meinen Liebsten zu haben,
das ist mein Ein und Alles. Meine Familie ist mein
wahres Glück, sie ist so wichtig“, bestätigt Hawn.

Und das Glück wächst stetig. Mittlerweile halten sie acht
Enkelkinder auf Trab. „Oma zu sein, ist das Großartigste
überhaupt, es ist die schönste Rolle meines Lebens“, ist
Hawn überzeugt. „Die Kleinen wissen, dass sie bei ihrer
,Gogo‘ – so nennen sie mich statt Oma – Sachen bekommen, zu denen ihre Eltern Nein sagen.“

Die Familie hatte für die am 21. November 1945 in
Washington (USA) geborene Goldie Jeanne Hawn immer schon eine große Bedeutung.

„Ich hatte eine sichere und glückliche Kindheit in Takoma Park (eine Stadt im amerikanischen Bundesstaat Maryland) vor den Toren Washingtons, wo ich mich manchmal hässlich fühlte, aber immer geliebt“, erinnert sie sich zurück.

Vom Ballett zur Go-Go-Tänzerin

Dort wuchs Hawn gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Patti, 87, in einem „alten Backstein-Doppelhaus am Ende einer ruhigen Sackgasse“ auf. Der Vater Edward Rutledge Hawn (1908–1982) war Musiker. „Als ich klein war, war ich wahnsinnig in meinen Vater verliebt.“

In ihrer Autobiografie „A Lotus grow in the Mud“ (dt. „Ein Lotus wächst im Schlamm“, Verlag Bantam) erinnert sie sich an gemeinsame Angelausflüge mit ihm und wie wertvoll diese Zeit mit dem Vater für sie war. Er war es auch, der sie lehrte, mitfühlend und realistisch zu bleiben. Ihre Mutter Laura (1913–1993) – deren Eltern Max und Fanny Steinhoff einst aus der österreichisch-
ungarischen Monarchie in die USA ausgewandert waren – beschreibt sie als „typisch jüdische Mama. Sie wollte, dass ich einen jüdischen Zahnarzt heirate, aber ich wollte viel lieber am Broadway tanzen.“

Ein Kindheitstraum, denn schon während ihrer Schulzeit liebte sie nichts so sehr wie das Ballett. „Beim Tanzen verschwand alles – Schulaufgaben, Burschen und meine Einsamkeit. Das war es, was ich konnte“, schreibt sie in ihrem Buch. Sie wollte später sogar als Tanzlehrerin arbeiten. Doch ihr Leben nahm eine andere Wendung. Mit 19 Jahren verließ Goldie Hawn ihre Heimatstadt und zog nach New York (USA). Dort musste sie sich als „Go-Go-Tänzerin“ über Wasser halten.

„Als ich anfing, auf Tischen zu tanzen, wollte ich es meinen Eltern nicht erzählen. Ich verdiente damals
25 Dollar, damit konnte ich meine Miete bezahlen“, sagt sie. Eine Zeit, an die sie keine guten Erinnerungen hat.

„Ich tanzte in einer Bar, als mir ein Typ seinen Penis zeigte.“ Es war nicht die erste sexuelle Belästigung, die
ihr widerfuhr. In ihren Memoiren beschreibt sie etwa, wie sie als Elfjährige im Kinderzimmer von einem
Schulfreund ihrer Schwester Patti unsittlich berührt wurde oder als junge Frau beinahe auf der „Casting-Couch“ gelandet wäre.

Der schauspielerische Durchbruch gelang Goldie Hawn im Jahr 1968 als „blondes Dummchen“ in der Fernseh-Serie „Rowan & Martin‘s Laugh-In“.

Zu internationaler Bekanntheit verhalf ihr die Rolle der naiven jungen Geliebten in „Die Kaktusblüte“ (1969) an der Seite von Walter Matthau und Ingrid Bergman. Dafür gewann sie mit nur 24 Jahren einen „Oscar“ als beste Nebendarstellerin. Ihr quirliges Lachen und ihre Kulleraugen machten Hawn schnell zum Publikumsliebling. Mit Filmen wie „Schütze Benjamin“, „Ein Vogel auf dem Drahtseil“, „Der Club der Teufelinnen“ oder „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ wurde sie schließlich zur Königin der Hollywood-Komödien.

Immer wieder gab es Spekulationen über Schönheitsoperationen. Hawn äußerte sich nicht dazu, meinte nur, dass das Thema „sehr persönlich“ sei.

Privat lebt Goldie Hawn seit mehr als 40 Jahren mit ihrem Schauspielkollegen Kurt Russell, 74, ohne Trauschein zusammen. „Wir sind auch so glücklich. Warum sollten wir etwas Perfektes ändern?“, meint Hawn darauf angesprochen. Mit ihm hat sie den gemeinsamen Sohn Wyatt Russell. Der 39jährige war Eishockeytorwart und ist jetzt Schauspieler.

Aus ihrer kurzen Ehe mit Bob Hudson Ende der 70er Jahre stammen ihre beiden älteren Kinder – Oliver, 49, und Kate Hudson, 46 –, die ebenfalls Schauspieler sind.

Jüdisch aufgewachsen, ist Hawn heute Buddhistin.

Gemeinsam mit Kurt Russell gründete sie die Stiftung „Goldie Hawn Foundation“, die Kindern zu mentaler Stärke verhelfen soll.

Stark ist auch ihre eigene Einstellung zum Thema Alter. „Du musst wirklich begreifen, dass es kein Zurückdrehen der Uhr gibt. Es ist doch wunderbar zu wissen, dass man altert, denn das bedeutet, dass man noch auf diesem Planeten ist. Für mich ist deshalb jeder Tag, an dem ich aufwache, ein Geburtstag“, ist Goldie Hawn froh. rz
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