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Ausgabe Nr. 47/2025 vom 19.11.2025, Fotos: Glasner Christian, zvg
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Mona Arbinger an der Pole-Stange.
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Mona Arbinger mit ihren Pokalen.
Von der Erotikbühne
aufs Sportlerpodium
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Einst nur von Stripklubs aus dem Rotlichtmileu bekannt, gehört das „Pole-Dancing“, der Tanz an der Stange, heute zu einem akrobatischen Trendsport, der sogar olympisch werden möchte.

Mona Arbinger, 43, war die erste rot-weiß-rote Meisterin und ist immer noch das Maß aller Dinge.
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Drei bis vier Minuten bleiben dem gestählten Körper von Mona Arbinger, 43, bei „Pole-Dance“-Bewerben eine Jury mit ihren akrobatischen Tricks zur Vergabe vieler Punkte zu überzeugen.

Etwa mit dem sogenannten „Iron X“, bei dem sie mit beiden Händen an der Stange hängt und mit seitlich gegrätschten Beinen waagrecht in der Luft zu schweben scheint.

Andere Figuren heißen „Superman“ oder „Titanic“, oft wird zur Musik kopfüber gehangen oder ein Spagat geformt, die Bewegungen sollen stets tänzerisch leicht aussehen.

„Als Bewerbsdisziplin ist Pole-Tanz ein wahrer Kraftsport, der enorm starke Muskeln benötigt, denn du musst ständig dein eigenes Körpergewicht halten“, erklärt sie. Beim jüngsten heimischen Bewerb, der „Pole-Dance-Revolution“ in Wien, klassierte sich Arbinger als beste rot-weiß-rote Akteurin auf Platz zwei. Doch schon 2010 war sie beim historisch ersten Bewerb unseres Landes die Siegerin und durfte sich „Miss Pole Dance Austria“ in Einzel und Doppel (zwei Frauen an der Stange) nennen.

„Erst ein Jahr davor hatte ich die faszinierenden Tricks und Figuren dieses Sports im Fernsehen gesehen und mir gleich aus England eine Stange für die Wohnung bestellt“, erzählt die Niederösterreicherin von den Anfängen, als es im Osten unseres Landes weder Vereine noch Bewerbe gab. Also absolvierte Arbinger in Deutschland die Trainerausbildung und eröffnete selbst ein Studio. „Zwei Jahre später war der Zustrom enorm und Pole-Tanz kam in Mode“, erinnert sie sich an das Jahr 2012, als auch die erste WM dieses Sports stattfand.

„Heute gibt es weltweit zahlreiche Bewerbe. Manche mit der Betonung auf die Akrobatik, andere, bei denen es mit aufwändigen Kostümen und Kulissen darum geht, tänzerisch eine Geschichte zu erzählen.“ Wer hierzulande „Pole-Dancing“ betreiben möchte, kann in einem der rund 100 dafür ausgestatteten Tanzschulen oder in Arbingers Studios in Wien oder Schwadorf (NÖ) die Grundbegriffe lernen. Ein Grundkurs mit fünf Einheiten zu je 75 Minuten kostet dort 129 Euro.

Vor allem im Hobby- und Fitnessbereich liegt das Stangentanzen voll im Trend, das für viele noch den starken Reiz des Verruchten ausstrahlt.

„Wir Pole-Tänzerinnen lieben diese erotische Komponente, die an der Stange stets mitschwingt, denn der Sport stammt ja aus dem Rotlichtmilieu“, gibt Arbinger unumwunden zu.

„Viele Frauen kommen nur deswegen, warum auch nicht? Beim Tangotanzen knistert‘s ja genauso.“ Es gibt sogar Kurse, bei denen mit Stöckelschuhen an der Stange getanzt wird, Männer hingegen verirren sich nur selten zu ihr ins Studio. „Das sind dann oft diejenigen, die selbst gern Stöckelschuhe tragen“, weiß sie.

Wer aber auch immer den Sport erlernen will, sollte hart im Nehmen sein.

„Anfangs, wenn du die Kraft noch nicht hast, haust du dich an der Stange ständig grün und blau“, warnt die Trainerin. Früher oder später wird es auch unumgänglich, sich mit den chemischen Hilfsmittelchen auseinanderzusetzen.

Für festen Griff gibt es Magnesiumpräparate oder Wachs, für Hautpartien, auf denen mehr gerutscht werden soll, Gleit-Sprays. Beim Gewand heißt die Devise ganz klar: Weniger ist mehr.
„Mit Schlabbergewand kannst du nicht Pole-Tanzen“, betont Arbinger. „Besser ist, es bleibt viel Haut frei, da wir ja den Stangenkontakt brauchen.“ Es gäbe auch gute Gründe, zu speziellen Pole-Kostümen zu greifen. „Die sind an heiklen Stellen wie im Schritt extra breit geschnitten“, verrät Arbinger lächelnd. „Damit bei den offenherzigen Bewegungen nichts durchblitzt.“
Kreuziger
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