Ausgabe Nr. 46/2025 vom 12.11.2025, Fotos: picturedesk.com, Netflix, instagram, imago/Cinema Publishers Collection
Charlie Sheen, 60,
in seiner Lebensbeichte:
„Ich habe Tigerblut in mir“
in seiner Lebensbeichte:
„Ich habe Tigerblut in mir“
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Er war einer der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods – und einer der skandalträchtigsten. Charlie Sheen, 60, brachte nicht nur sich selbst an den Rand des Abgrunds. In einer Dokumentation über sein Leben kommen auch Menschen zu Wort, denen er großes Leid zugefügt hat.
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Nach all dem, was ich seinetwegen durchgemacht habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie ich hier sitzen kann.“ Und trotzdem sitzt Denise Richards, 54, auf dem Sofa eines Appartements und lässt ihr Leben mit dem Schauspieler Charlie Sheen, 60, Revue passieren.
Nicht zuletzt aufgrund der beiden gemeinsamen Kinder Sam, 21, und Lola, 20, die das einstige Ehepaar miteinander verbindet. Richards ist einer der Menschen, die sich in der Dokumentation „aka Charlie Sheen“ (auf dem Internetkanal Netflix zu sehen) an Zeiten erinnern, die es in Hollywood so nicht mehr gibt, darunter der unentwegt rauchende Jugendfreund und Schauspielkollege Sean Penn, 65, Sheens dritte Frau Brooke Mueller, 48, sein Bruder Ramon, 62, und der mittlerweile glatzköpfige John Cryer, 60, sein Kollege in der Serie „Two and a Half Men“.
„Ich habe acht Jahre mit Charlie Sheen gearbeitet“, sagt er zu Beginn. „Falls Sie sich fragen, wie das ist: Am Anfang hatte ich noch Haare.“
Sheens Vater Martin, 85, ebenfalls eine Hollywood-Größe und sein Bruder Emilio Estevez, 63, wollten an der Dokumentation nicht mitwirken. „Ich kann sie auch verstehen“, sagt Sheen, der offenbar weiß, was er seinen Angehörigen angetan hat.
Die Nabelschnur war um den Hals gewickelt
In dem Film wird erklärt, wie es zu den Tragödien in einem eigentlich privilegierten Leben kommen konnte. Er beginnt mit einer richtungsweisenden Szene.
„Im Grunde“, erzählt der seit sieben Jahren trockene und gesund aussehende Sheen bei einer Tasse Kaffee, „war ich eine Totgeburt.
Mein Vater wollte schon den Pfarrer holen, während meine Mutter etwas optimistischer war.“ Die Nabelschnur hatte sich um den Hals des Babys gewickelt, das mehr tot als lebendig geboren wurde.
„Das fing ja gut an“, resümiert der Schauspieler schmunzelnd seinen Lebensbeginn, an dem er noch Carlos Irwin Estevez hieß und seinen zweiten Vornamen dem Arzt verdankt, der ihn damals rettete. Seinen Nachnamen übernahm er vom berühmten Vater, der aufgrund von Diskriminierungen beim Vorsprechen in den 1950er und 60er Jahren, seine spanisch-irische Abstammung mit einem Künstlernamen verschleierte.
Als drittes von vier Kindern spielten Charlie und seine Brüder, darunter der Erstgeborene Emilio und der Zweitgeborene Ramon, die Filme ihres Vaters nach, festgehalten mit einer Super-8-Kamera, die belegt, wie die Kinder damals mit Kunstblut, Drehbüchern und Top-Besetzung arbeiteten.
Sean Penn, der mit seinen Eltern, einem Regisseur und einer Schauspielerin, wie die Sheens in Malibu (Kalifornien) lebte und George Clooney, 64, tauchen in diesen nun gehobenen Film-Schätzen auf. Gemeinsam mit ihm war Sheen 1983 auch in seinem ersten Film „Grizzly II“ zu sehen. „Der Film war Scheiße“, sagt Sheen.
Immerhin ergatterte der Neuling die Rolle bei seinem ersten Vorsprechen und begann so eine fast perfekte
Karriere. Bereits drei Jahre nach seinem Filmdebüt erhielt der Glückspilz 1986 die Hauptrolle im Kriegs-Drama „Platoon“ des Regisseurs Oliver Stone, der ihn noch am Set für seinen nächsten Film engagierte.
„Ich habe in New York ,Wall Street‘ gedreht und im Fernsehen die ,Oscar‘-Verleihung gesehen. ,Platoon‘ war als bester Film nominiert. Es gibt die Zeit vor ,Platoon‘ und danach.“
Sheen spielte mit 20 Jahren die Hauptrolle in einem „Oscar“-prämierten Film. „Das gibt die Richtung vor.“ Das Problem war, dass ihm der rasche Erfolg zu Kopf stieg. Darumt teilt er seine Doku in drei Abschnitte:
„Partys, Partys mit Problemen und nur noch Probleme.“
Ein Schuss in den Unterarm
Schon während „Wall Street“ und der Nachfolgeproduktion „Young Guns“ 1988 gehörten Drogen- und Alkohol-Exzesse für Sheen dazu und blieben geheim, bis er im Jahr 1990 mit einer Überdosis Kokain ins Spital eingeliefert werden musste.
Im selben Jahr brachte ihn auch ein Schuss in den Unterarm seiner damaligen Verlobten Kelly Preston in Bedrängnis, den sie selbst in einem Interview an ihrer Haustür aber als Unfall bezeichnete. „Die Waffe ist hinuntergefallen.“
Fünf Jahre später taten sich erneut Abgründe auf, als der „Callgirl“-Ring von Heidi Fleiss, 59, aufflog und damit auch Sheen als einer ihrer besten Kunden.
Seine Frau Denise Richards musste von 2002 bis 2006 nicht nur mit der Porno- und Spielsucht sowie der Untreue ihres Mannes zurechtkommen, sondern auch einer Messerbedrohung standhalten. Hollywood aber beschäftigte Sheen weiter für die Serie „Mein cooler Onkel Charlie“, für die er ab dem Jahr 2003 vor der Kamera stand.
Auch Ehefrau Nummer drei Brooke Mueller, von 2008 bis 2011 mit Sheen verheiratet, wurde von seinen Dämonen nicht geschont. Als das Paar zu Weihnachten 2009 vollgepumpt mit Drogen in Aspen (Colorado) verbrachte, rief sie mit 1,3 Promille im Blut die Polizei, weil er sie gewürgt und mit einem Messer bedroht hatte.
Sheen verbrachte einige Tage im Gefängnis und kam heraus, als Mueller ihre Aussage widerrief. „Er hätte sonst Riesen-Probleme gekriegt.“ Die Ehe war damit aber zu Ende, zwei Jahre später auch der Spitzenvertrag mit Warner Bros. und 1,8 Millionen Dollar Gage pro Folge. Was dann kam, ging als die berühmte „Tiger Blood“-Phase in Hollywoods Skandal-Geschichte ein.
„Ich habe Tigerblut und die Adonis-DNA in mir“, machte der geschasste Sheen seinem Ärger Luft und stieg mit einer Machete bewaffnet und einer roten Fruchtmischung, auf der „Tigerblut“ stand, auf das Dach eines Hauses in Beverly Hills.
Dass Sheen danach noch mit einer HIV-positiv-Beichte sowie Sex mit Männern für Aufregung sorgte, war dann noch das Tüpfelchen auf dem i.
Hollywood wäre aber nicht Hollywood ohne ein „Happy End“. Ausgerechnet ein Drogenhändler, der Sheen über Jahre mit Kokain versorgte, senkte die Dosis mit der Zeit heimlich ab und verhalf dem Mann mit den mehr als sieben Leben so zum Entzug. Heute scheint der 60jährige mit sich im Reinen zu sein und pflegt auch zu seinen Exfrauen ein gutes Verhältnis. reiter
Nicht zuletzt aufgrund der beiden gemeinsamen Kinder Sam, 21, und Lola, 20, die das einstige Ehepaar miteinander verbindet. Richards ist einer der Menschen, die sich in der Dokumentation „aka Charlie Sheen“ (auf dem Internetkanal Netflix zu sehen) an Zeiten erinnern, die es in Hollywood so nicht mehr gibt, darunter der unentwegt rauchende Jugendfreund und Schauspielkollege Sean Penn, 65, Sheens dritte Frau Brooke Mueller, 48, sein Bruder Ramon, 62, und der mittlerweile glatzköpfige John Cryer, 60, sein Kollege in der Serie „Two and a Half Men“.
„Ich habe acht Jahre mit Charlie Sheen gearbeitet“, sagt er zu Beginn. „Falls Sie sich fragen, wie das ist: Am Anfang hatte ich noch Haare.“
Sheens Vater Martin, 85, ebenfalls eine Hollywood-Größe und sein Bruder Emilio Estevez, 63, wollten an der Dokumentation nicht mitwirken. „Ich kann sie auch verstehen“, sagt Sheen, der offenbar weiß, was er seinen Angehörigen angetan hat.
Die Nabelschnur war um den Hals gewickelt
In dem Film wird erklärt, wie es zu den Tragödien in einem eigentlich privilegierten Leben kommen konnte. Er beginnt mit einer richtungsweisenden Szene.
„Im Grunde“, erzählt der seit sieben Jahren trockene und gesund aussehende Sheen bei einer Tasse Kaffee, „war ich eine Totgeburt.
Mein Vater wollte schon den Pfarrer holen, während meine Mutter etwas optimistischer war.“ Die Nabelschnur hatte sich um den Hals des Babys gewickelt, das mehr tot als lebendig geboren wurde.
„Das fing ja gut an“, resümiert der Schauspieler schmunzelnd seinen Lebensbeginn, an dem er noch Carlos Irwin Estevez hieß und seinen zweiten Vornamen dem Arzt verdankt, der ihn damals rettete. Seinen Nachnamen übernahm er vom berühmten Vater, der aufgrund von Diskriminierungen beim Vorsprechen in den 1950er und 60er Jahren, seine spanisch-irische Abstammung mit einem Künstlernamen verschleierte.
Als drittes von vier Kindern spielten Charlie und seine Brüder, darunter der Erstgeborene Emilio und der Zweitgeborene Ramon, die Filme ihres Vaters nach, festgehalten mit einer Super-8-Kamera, die belegt, wie die Kinder damals mit Kunstblut, Drehbüchern und Top-Besetzung arbeiteten.
Sean Penn, der mit seinen Eltern, einem Regisseur und einer Schauspielerin, wie die Sheens in Malibu (Kalifornien) lebte und George Clooney, 64, tauchen in diesen nun gehobenen Film-Schätzen auf. Gemeinsam mit ihm war Sheen 1983 auch in seinem ersten Film „Grizzly II“ zu sehen. „Der Film war Scheiße“, sagt Sheen.
Immerhin ergatterte der Neuling die Rolle bei seinem ersten Vorsprechen und begann so eine fast perfekte
Karriere. Bereits drei Jahre nach seinem Filmdebüt erhielt der Glückspilz 1986 die Hauptrolle im Kriegs-Drama „Platoon“ des Regisseurs Oliver Stone, der ihn noch am Set für seinen nächsten Film engagierte.
„Ich habe in New York ,Wall Street‘ gedreht und im Fernsehen die ,Oscar‘-Verleihung gesehen. ,Platoon‘ war als bester Film nominiert. Es gibt die Zeit vor ,Platoon‘ und danach.“
Sheen spielte mit 20 Jahren die Hauptrolle in einem „Oscar“-prämierten Film. „Das gibt die Richtung vor.“ Das Problem war, dass ihm der rasche Erfolg zu Kopf stieg. Darumt teilt er seine Doku in drei Abschnitte:
„Partys, Partys mit Problemen und nur noch Probleme.“
Ein Schuss in den Unterarm
Schon während „Wall Street“ und der Nachfolgeproduktion „Young Guns“ 1988 gehörten Drogen- und Alkohol-Exzesse für Sheen dazu und blieben geheim, bis er im Jahr 1990 mit einer Überdosis Kokain ins Spital eingeliefert werden musste.
Im selben Jahr brachte ihn auch ein Schuss in den Unterarm seiner damaligen Verlobten Kelly Preston in Bedrängnis, den sie selbst in einem Interview an ihrer Haustür aber als Unfall bezeichnete. „Die Waffe ist hinuntergefallen.“
Fünf Jahre später taten sich erneut Abgründe auf, als der „Callgirl“-Ring von Heidi Fleiss, 59, aufflog und damit auch Sheen als einer ihrer besten Kunden.
Seine Frau Denise Richards musste von 2002 bis 2006 nicht nur mit der Porno- und Spielsucht sowie der Untreue ihres Mannes zurechtkommen, sondern auch einer Messerbedrohung standhalten. Hollywood aber beschäftigte Sheen weiter für die Serie „Mein cooler Onkel Charlie“, für die er ab dem Jahr 2003 vor der Kamera stand.
Auch Ehefrau Nummer drei Brooke Mueller, von 2008 bis 2011 mit Sheen verheiratet, wurde von seinen Dämonen nicht geschont. Als das Paar zu Weihnachten 2009 vollgepumpt mit Drogen in Aspen (Colorado) verbrachte, rief sie mit 1,3 Promille im Blut die Polizei, weil er sie gewürgt und mit einem Messer bedroht hatte.
Sheen verbrachte einige Tage im Gefängnis und kam heraus, als Mueller ihre Aussage widerrief. „Er hätte sonst Riesen-Probleme gekriegt.“ Die Ehe war damit aber zu Ende, zwei Jahre später auch der Spitzenvertrag mit Warner Bros. und 1,8 Millionen Dollar Gage pro Folge. Was dann kam, ging als die berühmte „Tiger Blood“-Phase in Hollywoods Skandal-Geschichte ein.
„Ich habe Tigerblut und die Adonis-DNA in mir“, machte der geschasste Sheen seinem Ärger Luft und stieg mit einer Machete bewaffnet und einer roten Fruchtmischung, auf der „Tigerblut“ stand, auf das Dach eines Hauses in Beverly Hills.
Dass Sheen danach noch mit einer HIV-positiv-Beichte sowie Sex mit Männern für Aufregung sorgte, war dann noch das Tüpfelchen auf dem i.
Hollywood wäre aber nicht Hollywood ohne ein „Happy End“. Ausgerechnet ein Drogenhändler, der Sheen über Jahre mit Kokain versorgte, senkte die Dosis mit der Zeit heimlich ab und verhalf dem Mann mit den mehr als sieben Leben so zum Entzug. Heute scheint der 60jährige mit sich im Reinen zu sein und pflegt auch zu seinen Exfrauen ein gutes Verhältnis. reiter
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