Erfinden statt verzweifeln
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Das alljährliche Klimagipfel-Ritual findet heuer in Brasilien, am Rande des Regenwaldes statt. Erfindergeist und neue Technologien sind beim Eindämmen der Erderwärmung entscheidend.
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Gut 50.000 Politiker, Klima-Aktivisten und Industrie-Lobbyisten geben sich noch bis 21. November in Belem die Klinke in die Hand. Die 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt am Rande des brasilianischen Regenwaldes ist Schauplatz des heurigen UNO-Klimagipfels COP30.
Das Ziel des alljährlichen Rituals ist, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Sie soll möglichst bei 1,5 Grad bleiben – im Vergleich zum vorindustriellen Niveau von 1850 bis 1900. Diese Schwelle wurde im Vorjahr schon überschritten.
Gleichzeitig zeigen sich die Auswirkungen der bisherigen Klimapolitik auf die Wirtschaft. Die europäische „Konjunktur-Lokomotive“ Deutschland ringt mit den Folgen der hohen Energiekosten, die auch eine Folge der „Energiewende“ sind. Sogar die dortigen Sozialdemokraten haben nun festgestellt: „Die Zukunft unserer Industrie ist klimaneutral. Aber der Weg dahin ist lang. Dekarbonisierung darf nicht zu Deindustrialisierung führen.“ Bei uns fordern Vertreter der schwächelnden Wirtschaft ebenfalls einen realistischeren Umstellungs-Pfad. Trotz dauernder Alarmstimmung und mahnender Zeigefinger, oder vielleicht gerade deswegen, ist der Klimawandel für viele Bürger aber in den Hintergrund gerückt. Andere Probleme halten uns in Atem – die extrem gestiegenen Lebenshaltungskosten, die Einsparungen aufgrund des maroden Staatsbudgets, die gestiegene Arbeitslosigkeit und die Kriege in der Ukraine und Gaza.
Selbst der amerikanische Milliardär Bill Gates, der vor wenigen Jahren in einem Buch vor der „Klimakatastrophe“ warnte, hält seit Neuestem wenig
vom Klima-Alarmismus. Der Kampf gegen den Klimawandel dürfe nicht zur alles bestimmenden Leitlinie werden, mahnt er in einem vor Kurzem veröffentlichten Schreiben.
„Es gibt eine Weltuntergangsvision zum Klimawandel, die wie folgt lautet“, schreibt Gates. „In wenigen Jahrzehnten wird ein katastrophaler Klimawandel die Zivilisation dezimieren.“ Die Beweise dafür seien laut dieser Vorstellung überall um uns herum zu sehen – „man muss sich nur die Hitzewellen und Stürme ansehen, die durch den globalen Temperaturanstieg verursacht werden. Nichts ist wichtiger als die Begrenzung des Temperaturanstieges.“
Aber „zum Glück für uns alle ist diese Sichtweise falsch“, erklärt der Microsoft-Mitgründer. Der Klimawandel werde schwerwiegende Folgen haben, vor allem für die Menschen in den ärmsten Ländern, aber „nicht zum Untergang der Menschheit führen“. Die Menschen würden auf absehbare Zeit an den meisten Orten der Erde leben können und es werde ihnen gut gehen. Auch wenn Anpassungen an die veränderten Klimabedingungen nötig seien.
Jedes Zehntel-Grad an Erderhitzung, das verhindert werden könne, sei von Vorteil, weil ein stabiles Klima es leichter mache, das Leben der Menschen zu verbessern.
Das größte Problem vor allem für arme Menschen sei nicht der Klimawandel, sondern „nach wie vor Armut und Krankheit“. Nicht jede Klima-Politik hilft zudem.
Ein Beispiel ist laut Gates das Verbot von klimaschädlichen synthetischen Düngemitteln vor ein paar Jahren in einem einkommensschwachen Land. Die Bauern hatten dadurch weniger Erträge. Die Auswirkungen des Verbotes waren fatal – weniger Lebensmittel, höhere Preise und eine politische Krise.
Gates will die Erderwärmung nicht kleinreden. „Der Klimawandel ist ein sehr wichtiges Problem“, sagt er. Aber eben nicht das einzige. Bei der Frage, wie es gelöst werden kann, setzt der Milliardär vor allem auf neue Technologien. „Glücklicherweise ist die Erfindungsgabe des Menschen besser als je zuvor“, ist er optimistisch.
Für die klimaneutrale Herstellung von Stahl und chemischen Grundstoffen ist laut Umweltschützern zum Beispiel der Einsatz von Wasserstoff notwendig. Bisher wird er meist mit Hilfe von Erdgas oder Strom produziert. „Grüner“ Wasserstoff, der mit Strom aus Wasser-, Wind- oder Sonnenkraft erzeugt wird, ist noch in der Minderheit. Eine Alternative wäre natürlicher Wasserstoff, der in geologischen Lagerstätten unter der Erdoberfläche vorkommt. Wie er gefördert und genutzt werden kann, daran wird von Unternehmen und Wissenschaftlern getüftelt.
Das „Auffangen“ und die Speicherung von Kohlendioxid kann das Treibhausgas in der Atmosphäre verringern. Auch der Weltklimarat hat anerkannt, dass diese Technologie für die Umsetzung der Klimaziele notwendig ist.
Dänemark eröffnete schon vor zwei Jahren sein erstes Endlager für Kohlendioxid in einem ehemaligen Ölfeld in der Nordsee. Die unterirdische CO2-Lagerstätte soll für kaum vermeidbare Abgase etwa aus der Müllverbrennung oder der Zementindustrie genutzt werden. Deutschland hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, das die Speicherung von Kohlendioxid erlaubt. Bei uns ist das im Regierungsprogramm der Dreierkoalition von ÖVP, SPÖ und NEOS ebenfalls festgeschrieben.
Eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zu Öl und Erdgas sind Wärmepumpen, die schon heute Häuser und Wohnblöcke heizen sowie kühlen können. Geothermie, die in der Erde gespeicherte Wärmeenergie, wird zunehmend auch im großen Maßstab verwendet. Schon ab dem Jahr 2028 sollen in Wien die ersten 20.000 Haushalte mit „grüner Wärme“ aus der Tiefe heizen können. Im Sommer wurde bei Tests zum ersten Mal heißes Wasser aus 3.000 Metern Tiefe gefördert.
Auch an neuen Technologien für Atomkraftwerke, bei uns ein Tabu-Thema, wird geforscht. China treibt etwa den Bau eines Thorium-Flüssigsalz-Reaktors voran. Thorium ist ein radioaktives Element, das wie Uran in der Natur vorkommt, aber in größeren Mengen. Es ist unter anderem „Abfall“ beim Abbau von seltenen Erden etwa für Mobiltelefone.
Flüssiges Salz wirkt unter anderem als Kühlungsmittel. Das Risiko einer Kernschmelze wie in Tschernobyl gilt bei diesen Reaktoren als unwahrscheinlich.
Neue Technologien werden auch beim Klimagipfel Thema sein. Der Veranstaltung selbst wird nicht selten Scheinheiligkeit vorgeworfen. Sinnbild dafür sind die Milliardäre, die mit ihren Privatjets anreisen. Weil Hotelbetten fehlen, dienen jetzt zwei Kreuzfahrtschiffe als schwimmende Unterkünfte – ausgerechnet die Symbole für Luftverschmutzung und Umweltsünden.
Das Ziel des alljährlichen Rituals ist, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Sie soll möglichst bei 1,5 Grad bleiben – im Vergleich zum vorindustriellen Niveau von 1850 bis 1900. Diese Schwelle wurde im Vorjahr schon überschritten.
Gleichzeitig zeigen sich die Auswirkungen der bisherigen Klimapolitik auf die Wirtschaft. Die europäische „Konjunktur-Lokomotive“ Deutschland ringt mit den Folgen der hohen Energiekosten, die auch eine Folge der „Energiewende“ sind. Sogar die dortigen Sozialdemokraten haben nun festgestellt: „Die Zukunft unserer Industrie ist klimaneutral. Aber der Weg dahin ist lang. Dekarbonisierung darf nicht zu Deindustrialisierung führen.“ Bei uns fordern Vertreter der schwächelnden Wirtschaft ebenfalls einen realistischeren Umstellungs-Pfad. Trotz dauernder Alarmstimmung und mahnender Zeigefinger, oder vielleicht gerade deswegen, ist der Klimawandel für viele Bürger aber in den Hintergrund gerückt. Andere Probleme halten uns in Atem – die extrem gestiegenen Lebenshaltungskosten, die Einsparungen aufgrund des maroden Staatsbudgets, die gestiegene Arbeitslosigkeit und die Kriege in der Ukraine und Gaza.
Selbst der amerikanische Milliardär Bill Gates, der vor wenigen Jahren in einem Buch vor der „Klimakatastrophe“ warnte, hält seit Neuestem wenig
vom Klima-Alarmismus. Der Kampf gegen den Klimawandel dürfe nicht zur alles bestimmenden Leitlinie werden, mahnt er in einem vor Kurzem veröffentlichten Schreiben.
„Es gibt eine Weltuntergangsvision zum Klimawandel, die wie folgt lautet“, schreibt Gates. „In wenigen Jahrzehnten wird ein katastrophaler Klimawandel die Zivilisation dezimieren.“ Die Beweise dafür seien laut dieser Vorstellung überall um uns herum zu sehen – „man muss sich nur die Hitzewellen und Stürme ansehen, die durch den globalen Temperaturanstieg verursacht werden. Nichts ist wichtiger als die Begrenzung des Temperaturanstieges.“
Aber „zum Glück für uns alle ist diese Sichtweise falsch“, erklärt der Microsoft-Mitgründer. Der Klimawandel werde schwerwiegende Folgen haben, vor allem für die Menschen in den ärmsten Ländern, aber „nicht zum Untergang der Menschheit führen“. Die Menschen würden auf absehbare Zeit an den meisten Orten der Erde leben können und es werde ihnen gut gehen. Auch wenn Anpassungen an die veränderten Klimabedingungen nötig seien.
Jedes Zehntel-Grad an Erderhitzung, das verhindert werden könne, sei von Vorteil, weil ein stabiles Klima es leichter mache, das Leben der Menschen zu verbessern.
Das größte Problem vor allem für arme Menschen sei nicht der Klimawandel, sondern „nach wie vor Armut und Krankheit“. Nicht jede Klima-Politik hilft zudem.
Ein Beispiel ist laut Gates das Verbot von klimaschädlichen synthetischen Düngemitteln vor ein paar Jahren in einem einkommensschwachen Land. Die Bauern hatten dadurch weniger Erträge. Die Auswirkungen des Verbotes waren fatal – weniger Lebensmittel, höhere Preise und eine politische Krise.
Gates will die Erderwärmung nicht kleinreden. „Der Klimawandel ist ein sehr wichtiges Problem“, sagt er. Aber eben nicht das einzige. Bei der Frage, wie es gelöst werden kann, setzt der Milliardär vor allem auf neue Technologien. „Glücklicherweise ist die Erfindungsgabe des Menschen besser als je zuvor“, ist er optimistisch.
Für die klimaneutrale Herstellung von Stahl und chemischen Grundstoffen ist laut Umweltschützern zum Beispiel der Einsatz von Wasserstoff notwendig. Bisher wird er meist mit Hilfe von Erdgas oder Strom produziert. „Grüner“ Wasserstoff, der mit Strom aus Wasser-, Wind- oder Sonnenkraft erzeugt wird, ist noch in der Minderheit. Eine Alternative wäre natürlicher Wasserstoff, der in geologischen Lagerstätten unter der Erdoberfläche vorkommt. Wie er gefördert und genutzt werden kann, daran wird von Unternehmen und Wissenschaftlern getüftelt.
Das „Auffangen“ und die Speicherung von Kohlendioxid kann das Treibhausgas in der Atmosphäre verringern. Auch der Weltklimarat hat anerkannt, dass diese Technologie für die Umsetzung der Klimaziele notwendig ist.
Dänemark eröffnete schon vor zwei Jahren sein erstes Endlager für Kohlendioxid in einem ehemaligen Ölfeld in der Nordsee. Die unterirdische CO2-Lagerstätte soll für kaum vermeidbare Abgase etwa aus der Müllverbrennung oder der Zementindustrie genutzt werden. Deutschland hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, das die Speicherung von Kohlendioxid erlaubt. Bei uns ist das im Regierungsprogramm der Dreierkoalition von ÖVP, SPÖ und NEOS ebenfalls festgeschrieben.
Eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zu Öl und Erdgas sind Wärmepumpen, die schon heute Häuser und Wohnblöcke heizen sowie kühlen können. Geothermie, die in der Erde gespeicherte Wärmeenergie, wird zunehmend auch im großen Maßstab verwendet. Schon ab dem Jahr 2028 sollen in Wien die ersten 20.000 Haushalte mit „grüner Wärme“ aus der Tiefe heizen können. Im Sommer wurde bei Tests zum ersten Mal heißes Wasser aus 3.000 Metern Tiefe gefördert.
Auch an neuen Technologien für Atomkraftwerke, bei uns ein Tabu-Thema, wird geforscht. China treibt etwa den Bau eines Thorium-Flüssigsalz-Reaktors voran. Thorium ist ein radioaktives Element, das wie Uran in der Natur vorkommt, aber in größeren Mengen. Es ist unter anderem „Abfall“ beim Abbau von seltenen Erden etwa für Mobiltelefone.
Flüssiges Salz wirkt unter anderem als Kühlungsmittel. Das Risiko einer Kernschmelze wie in Tschernobyl gilt bei diesen Reaktoren als unwahrscheinlich.
Neue Technologien werden auch beim Klimagipfel Thema sein. Der Veranstaltung selbst wird nicht selten Scheinheiligkeit vorgeworfen. Sinnbild dafür sind die Milliardäre, die mit ihren Privatjets anreisen. Weil Hotelbetten fehlen, dienen jetzt zwei Kreuzfahrtschiffe als schwimmende Unterkünfte – ausgerechnet die Symbole für Luftverschmutzung und Umweltsünden.
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