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Ausgabe Nr. 28/2024 vom 09.07.2024, Foto: Universal Music 
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„Parallel einparken kann ich nicht“
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Er wechselt gern die Musik-Richtung und fühlt sich im Hip-Hop ebenso zuhause wie im Funk, Soul, im Disco-Klang und im Pop. Vor allem aber möchte der Hamburger (D) Jan Delay, 47, mit seinen Melodien Spaß verbreiten und die Welt umarmen. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat ihn dazu befragt.
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Herr Delay, Sie sind praktisch den ganzen Sommer über auf Tour. In Ihrem neuen Lied „Hallo“ singen Sie im Refrain „Und am Ende dann die ganze Welt umarmen“. Ist das derzeit Ihr prägendes Lebensgefühl?

Ja, das trifft es gut. Ich freue mich einfach, so viel live spielen zu können. Mir macht das immer noch unheimlichen Spaß. Aber als ich dieses Lied geschrieben habe, wollte ich einfach das Gefühl wiedergeben, das ich in dem Moment hatte. Also, wann immer jemand die ganze Welt umarmen möchte – das Hören meiner Musik ist perfekt dafür geeignet (lacht).

Bei Ihrer Musik bekommt der Zuhörer generell das Gefühl „Okay, da draußen laufen viele Dinge eher nicht so gut, aber trotzdem ist es schön, jetzt hier zu sein und diesem Typen zuzuhören, mitzutanzen und überhaupt am Leben zu sein.“

Klar, vieles auf der Welt ist scheiße, aber trotzdem hilft es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und zu weinen. Das bringt einen ja nicht weiter. Wir wollen ja etwas dagegen tun, und dafür brauchen wir positive Energie. Den Teil, diese Energie zu liefern, den mache ich gerne. Deshalb finde ich es super, wenn die Menschen bei fast allen meinen Liedern den Eindruck bekommen, dass sie die Menschen aufrichten und nicht noch weiter hinunterziehen.

Sie haben auf dem aktuellen Album „Forever Jan“ die „Sportfreunde Stiller“-Hymne „Siehst du das genauso?“ in neuer Version aufgenommen. Hätte dieses empathische und umarmende Lied auch von Ihnen sein können?

Absolut. Oder sagen wir, ich habe die Musik des Liedes so bearbeitet, dass es hätte von mir sein können. Das ist ein ausgezeichneter Text, der super in die Zeit passt und der aufbauen soll, aber die Musik ist im Original auf eine schöne Art und Weise melancholisch und sehnsüchtig. In meiner Version wackelt der Arsch und die Mundwinkel gehen nach oben, und daher kommt der Text auch hoffnungsvoll und strahlend rüber.

„Forever Jan“ ist eine Zwischenbilanz nach 25 Karrierejahren. Gibt es diese heimlichen Momente, in denen Sie sich vorstellen, was Jan Delay in dreißig Jahren für ein Mensch sein wird?

Diese Frage taucht schon ab und zu auf. Dann bin ich immer froh, dass ich irgendwann diese Kunstfigur Jan Delay geschaffen habe – mit dem Hut und dem Anzug. Mit Hut und Anzug kann ich mich auch mit achtzig Jahren noch auf die Bühne stellen, ohne dass jemand sagt, „Wie peinlich, das muss doch nicht sein.“

Tragen Sie zu Hause auch Anzug und Hut?

Nein. Jan Delay und Jan Eißfeldt sind zwar dieselbe Person, nur: Auf der Bühne herrschen ganz andere Voraussetzungen. Der Herzchirurg ist ja auch derselbe, ob er nun im ultrateuer ausgestatteten Operationssaal Menschen aufschneidet oder zuhause den Rasen mäht.

Sie haben erst vor ein paar Jahren den Führerschein
gemacht. Sind Sie mittlerweile ein guter Autofahrer?


Parallel zum Straßenrand einparken kann ich immer noch nicht. Ansonsten würde ich sagen, dass ich ein guter Fahrer bin, ich bin auf jeden Fall ein defensiver Fahrer.

Das heißt, Tempo 30 in der Stadt finden Sie gut?

Ja. Ich habe ein Elektroauto, da muss ich auf den Stromverbrauch achtgeben. Bis 110 ist alles gut, bei 120 verbrauche ich doppelt so viel Energie.
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