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Ausgabe Nr. 26/2024 vom 25.06.2024, Fotos: AdobeStock, TIBE Reklamebyraa, Mari Bareksten
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Einzigartige Landschaft. Die Lofoten.
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Der von der UNESCO geschützte Geiranger-Fjord.
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Die Fahrradroute „Rallarvegen“, der „Bahnarbeiterweg“, ist 82 Kilometer lang.
Das Land der Fjorde
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Norwegen beeindruckt mit riesigen Wäldern, glitzernden Fjorden und stimmungsvollen Orten an der Küste. Mit Bahn, Bus und Schiff entdecken Urlauber die Schönheiten des Landes.
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Wir haben das Büro mit der schönsten Aussicht“, sagen Halldis und Gudrun Folkedal. Die beiden 39jährigen Zwillinge stammen aus Norwegen und sind bekannt als die „Lokführer-zwillinge“. Sie steuern die Bergenbahn, eine der schönsten Züge des Landes. Die 500 Kilometer lange Strecke führt von der Hauptstadt Oslo zur Küstenstadt Bergen.

„Die Fahrt dauert sieben Stunden. Wir rollen durch Täler und klettern die Berge empor. Unterwegs bekommen die Passagiere einige Fjorde zu sehen“, erzählt Halldis Folkedal.Nach zwei Stunden Fahrt erreicht der Zug den Bahnhof Fla im Hallingdal. „Zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt können Urlauber Bären, Amur-Leoparden und Elche im Bärenpark ,Bjorneparken‘ bestaunen.“

Danach winden sich Gleise weiter zum Bergdorf Geilo, auf die Hochebene Hardangervida und zum Bergdorf Finse auf 1.222 Meter. „Die Aussicht hier ist immer spektakulär, sogar wenn es regnet. Nach Finse kommen die Besucher nur mit dem Zug. Es gibt hier keine öffentlichen Straßen“, sagt Gudrun Folkedal.

Die Bergener lieben Regen

In Finse können die Zug-Passagiere auf das Fahrrad umsteigen. Der „Rallarvegen“, einer der schönsten Radwege Norwegens, schlängelt sich vorbei an Bergflanken und Wasserfällen bis zum Dorf Flam am Aurlandsfjord. Die Flambahn bringt die Ausflügler wieder zurück zur Bergenbahn. Innerhalb einer Stunde erreichen sie den Bahnhof Myrdal, die nächste Haltestelle nach Finse. Von hier ist es nicht mehr weit zum Endbahnhof in Bergen.

In der zweitgrößten Stadt Norwegens reihen sich bunte Holzhäuschen am malerischen Hafen entlang. „Bergen wird gerne als ,Tor zu den Fjorden‘ bezeichnet. Die Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt, um den Hardanger-Fjord sowie den Sogne-Fjord, den längsten und tiefsten Fjord Norwegens, auf einem Schiff zu erkunden. Die Bergener sind auch stolz auf ihre 200 Regentage im Jahr, weil sie dann schicke Regenbekleidung tragen können“, erzählt die Lokführerin Halldis mit einem Schmunzeln.

In Bergen können die Urlauber mit dem Bus weiter die Küste gen Norden entlangfahren. In Norwegen gibt es ein Netzwerk aus Bussen, mit denen die Ausflügler von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten fahren können. Oder sie nehmen ein Schiff.

Die vielleicht schönste Art, Norwegen zu bereisen, ist mit dem Postschiff der Hurtigruten. Es steuert täglich mehr als 30 Häfen entlang der Küste an und transportiert Fracht, Post und Passagiere. Ab Bergen bahnt sich das Schiff seinen Weg, vorbei an Inseln und Schären zur Jugendstilstadt Alesund. „Sie ist der perfekte Ausgangspunkt, um zum Geiranger-Fjord zu gelangen. Er wird als ,König der Fjorde‘ bezeichnet, weil er mit seinen 1.000 Meter hohen und senkrechten Felswänden sowie seinen zahlreichen Wasserfällen der schönste Fjord des Landes ist“, sagt Nina Kjønigsen vom Tourismusverband Norwegen.

Im weiteren Verlauf ankert das Schiff vor Trondheim. Der dort befindliche Nidarosdom ist Norwegens schönstes sakrales Bauwerk. In dieser Kathedrale wurden einige Könige gekrönt. In Trondheim können die Passagiere wieder in den Zug einsteigen und mit der „Nordlandsbahn“ ihre Fahrt fortsetzen, falls sie des Schiffes überdrüssig werden. Je weiter nördlich sie gelangen, desto kühler wird die Luft. Skandinavien zählt in diesem Jahr zu einer der beliebtesten Urlaubsdestinationen. Der Grund dafür ist das Klima im Sommer. Statt unerträglicher Hitze wie im Süden Europas bringt die warme Jahreszeit in Norwegen angenehme 25 Grad.

Mitternacht bei Sonnenlicht

Kurz vor der Stadt Bodo, die in diesem Jahr eine der Kulturhauptstädte ist, überqueren die Passagiere den Polarkreis. „Oberhalb des Polarkreises scheint die Sonne im Sommer 24 Stunden. Sie sinkt nicht unter den Horizont und taucht die Landschaft in ein goldenes Licht. Am Nordkap beginnt dieses Phänomen Mitte Mai und hält drei Monate an.“

Die Besucher können mitten in der Nacht bei Sonnenlicht Ausflüge unternehmen. In Bodo zeigt sich die Mitternachtssonne von Anfang Juni bis 8. Juli. „Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten kommen in Bodo ins Schwärmen. Gebratener Kabeljau, Lachs, Garnelen und Krabben stehen auf fast jeder Speisekarte. Eine lokale Delikatesse ist Rentierfleisch.“ Von Bodo führt die Reise weiter in den Norden, vorbei an der Inselgruppe der Lofoten, den Städten Tromsö und Hammerfest und endet am Nordkap.

Es wird gerne als der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes bezeichnet, wobei die benachbarte Landzunge Knivskjellødden noch ein Stückchen weiter in den Norden ragt. Am Nordkap befindet sich ein beliebtes Fotomotiv. Auf der Klippe, die 300 Meter aus dem Meer ragt, steht eine riesige Weltkugel aus Stahl.

In Tromsö können die Urlauber das Flugzeug besteigen und nach Oslo reisen. Sehenswert sind dort die Festung Akershus, das Opernhaus direkt am Meer, der Skulpturenpark Vigeland sowie das Königliche Schloss. Weht die Fahne auf dem Dach, ist die Königsfamilie im Haus. widlak

Auf nach Norwegen
Anreise:
Direktflüge mit den Fluglinien „Austrian Airlines“ oder
„Norwegian“.
www.visitnorway.de
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