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Ausgabe Nr. 26/2024 vom 25.06.2024, Fotos: AdobeStock, BIOSPHOTO / Alamy Stock Photo
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Stubenfliege
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Goldfliege
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Fleischfliege
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Die Begleiter des Teufels
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Was summt denn da im Haus, Hof und Garten? Die lästigen Fliegen sind jetzt einfach überall anzutreffen. Und noch dazu gibt es in unserem Land zigtausende verschiedene Arten.
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So eine Fliege mit ihrem Gesumse oder gar als unwillkommene Zugabe in der Suppe kann einem die Mahlzeit und das Wohlbefinden ziemlich verleiden. Über vielen Esstischen baumelte daher der sogenannte „Fliegenfänger“, ein klebriger Papierstreifen, der bald mit den hängengebliebenen Fluginsekten schwarz übersät war.

Die Quälgeister gab es aber nicht nur bei den „armen Schluckern“, sondern auch auf der Tafel des Kaisers. Kaum ein Maler, der auf seinem Stillleben seit dem 17. Jahrhundert
nicht einen Teller mit den herrlichsten Speisen samt Fliege
präsentierte.

„Und zwar nicht nur als genaues Abbild der alltäglichen Hygienesituation, sondern auch als symbolischer Hinweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen und als Warnung vor dem Teufel, der überall lauert“, erklärt der Fliegenforscher Bill Hansson vom Max-Planck-Institut in Jena in Deutschland. Dass die Fliege in der christlichen Mythologie als Begleiter oder Gestalt des Teufels gilt, hängt mit dem Wort „Beelzebub“ zusammen – was übersetzt soviel wie „Fürst der Fliegen“ bedeutet.

Selbst heute gilt die Fliege noch als wahres Teufelsgetier. Denn sie ist nicht nur lästig, sondern trägt auch mehr als 200 verschiedene Krankheitserreger wie Fäkalbakterien oder Salmonellen mit sich herum.

Einige Arten stechen Menschen oder Tiere wie zum Beispiel Kühe. Schließlich gibt es Fliegen, die Pflanzen aus der Landwirtschaft fressen. Darum mögen die meisten Menschen diese Insekten nicht. Gleichzeitig sind sie aber wertvoll für das intakte Ökosystem.

„Ohne Fliegenlarven im Wasser würden viele Fische und Vögel schlichtweg verhungern“, mahnt der Forscher. Fliegen helfen aber auch, Nährstoffe schnell verfügbar zu machen. Am besten verdeutlicht das der Kuhfladen auf der Weide. „Er zieht vor allem Schmeißfliegen an, die mit der Zersetzung beginnen beziehungsweise ihre Eier dort ablegen. Gleichzeitig werden deren Fressfeinde angelockt – der ewige Kreislauf beginnt“, sagt Bill Hansson.

Leben im Zeitraffer

Etwa 10.000 Fliegenarten sind allein in Mitteleuropa bekannt, die sich jeweils speziell an ihre Umgebung angepasst haben. Doch im Klettern sind sie alle Profis. „Sie haben an ihren Füßen winzige Widerhaken, mit denen sie sich an einer Wand festhalten können. Um die Haftung zu verstärken, sondern sie zusätzlich an ihren winzigen Beinhärchen einen Klebstoff ab. So können sie sich auch an glatten Oberflächen halten, etwa an einer Fensterscheibe“, berichtet der Fachmann.

Die häufigste Fliege in unserem Land – die Stubenfliege – lebt wie die meisten anderen Arten jedoch nur zwei bis vier Wochen lang. „Da bleibt kaum Zeit für die Brutpflege. Nahrung finden, sich paaren, Eier ablegen und sterben“, beschreibt der Forscher ihr Leben im Zeitraffer.

Mit bis zu 300 Flügelschlägen pro Sekunde sind Fliegen zudem äußerst flink und wendig. Trotzdem halten sie sich meist eher dicht über dem Boden auf. Hoch oben besteht schließlich die Gefahr, dass sie selbst von Vögeln oder nachts von Fledermäusen gefressen werden.

Fliegen riechen mit Antennen

Auf der Suche nach Essbarem orientieren sich Fliegen vor allem mithilfe ihres Geruchssinnes.

„Ihr Riechorgan sitzt auf ihren Fühlern, die auch Antennen genannt werden. Nur über den Geruch kann zum Beispiel die Fruchtfliege reife Früchte für die Eiablage finden“, weiß Bill Hansson.

Dass Fliegen gerne dem Duft von überreifen Früchten folgen, nutzt manch anderes Lebewesen zu seinem Vorteil. „Das Aronstabgewächs strömt Düfte aus, die wie faules Obst riechen, und lockt damit die Fluginsekten zur Bestäubung an.“ Hwie
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