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Ausgabe Nr. 25/2024 vom 18.06.2024, Fotos: WILLE HEIKKINEN, McPHOTO / Alamy Stock Photo, dpa
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Ein beliebtes Ziel ist die Sommer-
sonnenwende am Nordkap.
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In Schweden wird traditionell Mittsommer mit
einem Tanz der Blumenmädchen gefeiert.
Der längste Tag des Jahres
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Die Sommersonnenwende am 20. Juni ist der längste Tag des Jahres 2024 – und auch die kürzeste Nacht. Vielerorts ist dieses astronomische Ereignis ein Grund zum Feiern.
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Helle Nächte, junge tanzende Mädchen mit Blumenkränzen im Haar und romantische Lagerfeuer, die Sommersonnenwende zählt schon seit jeher zu den schönsten Festen im Jahr.

Bereits vor mehr als 11.000 Jahren konnten Menschen im Nahen Osten den Termin der Sommersonnenwende erfassen. Auch die mindestens 5.000 Jahre alte Kultstätte
„Stonehenge“ in Südengland dient zum Teil genau diesem Zweck.

Aber auch heimische Bräuche finden sich in der langen Geschichte der Sonnwendfeiern – etwa das „Fackelschwingen“ und „Räderrollen“ in Oberösterreich, das „Scheibenschlagen“ in Kärnten und Tirol oder das „Puppenverbrennen“ in Niederösterreich und der Steiermark.

Was für viele Menschen eine lange Tradition hat, bedeutet zunächst aber lediglich, „dass der längste Tag des Jahres und damit die maximale Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und Untergang erreicht ist“, weiß der Meteorologe Konstantin Brandes vom Wetterdienst Ubimet.

Am Äquator ist alles anders

In unserem Land fällt dieser Tag – wie auf der gesamten Nordhalbkugel – normalerweise auf den 21. Juni, im heurigen Schaltjahr jedoch auf den 20. Juni (22.50 Uhr). Und das alles nur, weil unsere Erde eine schiefstehende Kugel ist. Würde unser Planet bei der Umrundung der Sonne mit rund 108.000 Stundenkilometern aufrecht stehen, also wie an einem Faden am Nordpol aufgehängt, gäbe es keine unterschiedlich langen Tage.

„Die Erdachse ist allerdings um 23,5 Grad gekippt. Und darum neigt sich unsere Nordhalbkugel während eines halben Jahres zur Sonne hin und wir erleben wärmere und lange Tage“, erklärt der Meteorologe.

Doch genau zur Sommersonnenwende hat die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne den Punkt erreicht, ab dem sich die Nordhalbkugel wieder stärker von der Sonne abwendet – es wird ganz langsam wieder kühler draußen und früher dunkel.

Am 21. Dezember (10.19 Uhr), ein halbes Jahr später, ist es dann umgekehrt – der kürzeste Tag des Jahres mit nur wenigen Stunden Sonnenlicht hat begonnen. Nach dieser Wintersonnenwende können wir aufatmen, denn die Tage werden wieder länger. Für jene, die auf der „unteren“ Hälfte der Erde leben – der Südhalbkugel – findet hingegen zeitgleich die Sommersonnenwende statt und es beginnt statt des Winters der Sommer.

Aber nicht jeder auf unserer Welt erlebt diese unterschiedlichen Jahreszeiten. Für Menschen, die in der „Mitte“ der Erde am Äquator leben, ist jeder Tag des Jahres etwa gleich lang. Außerdem ist es immer schön warm.

Am Nordpol hingegen scheint wegen der Schieflage der Erde ein gesamtes halbes Jahr lang die Sonne – und geht in dieser Zeit des sogenannten „Polartages“ nie unter. Für die Eisbären dauert ein „Tag“ also ein halbes Jahr. Dafür bricht anschließend für ein weiteres halbes Jahr die düstere „Polarnacht“ an.

Einmal näher, dann ferner

Doch obwohl wir zur Sommersonnenwende auf der Nordhalbkugel der Sonne zugewandt sind, sind wir doch weiter von ihr entfernt als im Winter.

„Schließlich bewegt sich unser Planet nicht kreisrund durch das Sonnensystem, sondern auf einer elliptischen Bahn, wodurch die Sonne nie genau den Bahnmittelpunkt bilden kann“, so Konstantin Brandes.

Das ist auch der Grund, warum der Abstand zwischen Erde und Sonne im Jahresverlauf um etwa fünf Millionen Kilometer schwankt.

„Und zwar so, dass Anfang Jänner der geringste Abstand rund 147 Millionen Kilometer aufweist, wohingegen Anfang Juli der sonnenfernste Punkt bei 152 Millionen Kilometer liegt.“ Die Hitzewelle kommt meist auch nicht rund um die Sommersonnenwende mit bis zu 16 Stunden Tageslicht, sondern erst im Juli oder August. Immerhin dauert es eine Weile, bis sich die Erdoberfläche erwärmt – besonders die Ozeane.

Nach dem gleichen Prinzip lässt sich auch erklären, weshalb es, gerade im Sommer, nachmittags zwischen 14 und 16 Uhr am wärmsten ist – und nicht um 12 Uhr mittags, wenn die Sonne am höchsten steht. Hwie
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