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Ausgabe Nr. 24/2024 vom 11.06.2024, Fotos: picturedesk.com, youtube, universal pictures
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Emily Blunt, 41, sorgt sich um ihre Kinder.youtube
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Emily Blunt besuchte mit ihrem Ehemann John Krasinski und den zwei gemeinsamen Töchtern die Tennis-US-Open.
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Mit Ryan Gosling in „The Fall Guy“.
„Ich bin eine Helikopter-Mama“
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Emily Blunt flimmert im Action-Film „The Fall Guy“ über die Kino-Leinwand. Die zweifache Mutter bringt Karriere und Familie unter einen Hut. Zudem kämpft sie gegen ihr Stottern.
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Er geht in Flammen auf, stürzt von Dächern und überschlägt sich mit sportlichen Boliden. Colt Seavers, gespielt von Ryan Gosling, 43, hat seinen Beruf als Stuntman eigentlich an den Nagel gehängt. Doch für einen Film, bei dem seine Ex-Freundin Jody Moreno (Emily Blunt, 41) Regie führt, tritt er wieder vor die Kamera. Aber dann verschwindet der Hauptdarsteller des Filmes und wird in eine finstere Verschwörung hineingezogen. „The Fall Guy“ ist die Neuverfilmung der gleichnamigen Serie aus den 80er Jahren (bei uns: „Ein Colt für alle Fälle“). Der Film ist derzeit in unseren Kinos zu sehen.

In der Schule wurde sie gehänselt

„Als wir uns am Drehort von ‚The Fall Guy‘ trafen, sagte ich: ‚Ich habe gerade einen Film namens ‚Oppenheimer‘ gedreht.‘ Und Ryan Gosling sagte zu mir: ‚Ich habe gerade an einem Film namens ‚Barbie‘ mitgearbeitet‘. Und auf einmal waren wir untrennbar miteinander verbunden“, erzählt Emily Blunt, die ursprünglich gar nicht Schauspielerin werden wollte.

„Ich habe miterlebt, wie meine Mutter in ihrem Beruf kämpfte“, erzählt die am 23. Februar 1983 in London (England) geborene Emily Olivia Laura Blunt, wie sie bürgerlich heißt. Ihre Mutter, Joanna Blunt, war Theater- und Fernsehschauspielerin, später arbeitete sie als Lehrerin, ihr Vater war Anwalt.

Emily Blunt war das zweite von vier Kindern. Die Familie lebte im Londoner Stadtteil Roehampton. Als Kind hatte sie es schwer, weil sie stotterte. „Ich bemerkte es, als ich sechs oder sieben Jahre alt war. Mein Großvater, mein Onkel und mein Cousin stotterten alle. Es fühlte sich an, als würde ein Eindringling in meinem Körper leben.“ Wie viele Betroffene konnte sie ihren Namen nur schwer aussprechen. Fremden habe sie deshalb oft einen falschen Namen genannt, sagt sie. In der Schule wurde sie wegen ihres Stotterns gehänselt. „Was auch immer du im Leben durchgemacht hast, es ebnet dir deinen Weg.“

Anstrengender Dreh für „The Fall Guy“

Den Anstoß für ihre Karriere gab der Lehrer eines Schauspielkurses. Er riet ihr, sie solle ihre Rolle mit einem Akzent spielen. „Es war befreiend. Sobald ich die Bühne betrat, war das Stottern weg.“ Noch als Schülerin wurde sie von einem Agenten entdeckt. Sie absolvierte ein einjähriges Schauspielstudium und stand danach auf Theaterbühnen sowie vor der Kamera. Das erste Mal über die Leinwand flimmerte sie 2004 mit „My Summer of Love“. Den Durchbruch schaffte Blunt an der Seite von Meryl Streep in „Der Teufel trägt Prada“, heuer hatte sie die Chance auf ihren ersten „Oscar“. Für ihre Rolle in „Oppenheimer“ war sie als beste Nebendarstellerin nominiert.

Bei ihrem aktuellen Film „The Fall Guy“ musste Blunt wie nie zuvor an ihre Grenzen gehen. „Nicht, weil ich von einem Gebäude fallen sollte, sondern weil ich die Kampfszenen selbst gemacht habe. Zudem bin ich den Strand entlanggelaufen und habe mir gleich bei der ersten Aufnahme eine Zerrung zugezogen. Ich dachte, ich sei in Form und wurde eines Besseren belehrt“, erzählt die 41jährige. Jenen Männern und Frauen, die bei brenzligen Szenen für die Hollywood-Darsteller in die Bresche springen, zollt sie Tribut. „Sie applaudieren uns sogar dann, wenn wir die lahme Version dessen machen, was sie gemacht haben. Sie springen hingegen wirklich vom Dach. Und wenn du auf eine Sprungmatte springst, sind die Stuntleute trotzdem stolz auf dich.“

Heirat in George Clooneys Villa

Emily Blunts ganzer Stolz sind freilich ihre beiden Töchter Hazel und Violet, geboren 2014 und 2016. Um sie sorgt sie sich Tag und Nacht. „Ich bin eine Helikopter-Mama. Ich sage die ganze Zeit, ‚Oh, vorsichtig.‘ Ich muss wirklich damit aufhören“, erzählt sie schmunzelnd.
Der Vater ihrer beiden Kinder ist John Krasinski, 44. Mit dem amerikanischen Schauspieler, Produzenten und Regisseur ist sie seit 2010 verheiratet. Die beiden haben sich zwei Jahre zuvor bei den Dreharbeiten zu der Sportkomödie „Ein verlockendes Spiel“ kennengelernt. „Ich glaube, ich war es, die ihn wegen eines Treffens gefragt hat.“
Ihren ersten gemeinsamen Abend verbrachten sie in seiner Wohnung und aßen Pizza. Ein Jahr später haben sie sich verlobt.

Das Jawort gaben sie sich im Juli 2010 in der Villa von George Clooney, 63. Ihn hatten sie bei den Dreharbeiten zu „Ein verlockendes Spiel“ kennengelernt. „Wir dachten, er scherze, als er uns sein Anwesen für die Hochzeitsfeier vorschlug.“ Doch George Clooney hielt sein Wort. Folglich gab es eine Traumhochzeit in dessen Villa am Comer See (Italien), die er mittlerweile verkauft hat.
Das Stottern ist die Schauspielerin, die Kochsendungen liebt, nicht ganz losgeworden. Etwa, wenn sie „müde oder verlegen“ ist. Deshalb engagiert sie sich seit Jahren als Botschafterin des „American Institute for Stuttering“, einer gemeinnützigen Organisation, die stotternden Menschen eine Sprachtherapie ermöglicht. „Diese Arbeit berührt mein Herz am meisten.“
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