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Ausgabe Nr. 24/2024 vom 11.06.2024, Fotos: picturedesk.com, ORF
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Hans Moser
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Hans Moser und Paul Hörbiger als Kofferträger in "Hallo Dienstmann"
Hans Moser:
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Sein Markenzeichen war das Nuscheln in Lustspielen. Doch Hans Moser brillierte auch in ernsten Rollen.
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Sein Vater war Bildhauer, seine Mutter Milchfrau. Geboren am 6. August 1880, musste der Sohn nach der Schule eine Buchhalterlehre absolvieren. Dabei träumte Johann Julier seit früher Kindheit davon, einmal Schauspieler zu werden, was seine Eltern strikt ablehnten. Trotz seiner geringen Körpergröße von 157 Zentimetern und seinen dünnen Beinen wollte er als Mime einmal ein Großer werden. Der Sprechunterricht beim Hofschauspieler Josef Moser, der das Talent des jungen Mannes erkannte und ihn gratis unterrichtete, sollte ihm dabei helfen.

Danach nannte er sich nach seinem Lehrmeister Hans Moser und wurde von einer durchs Land ziehenden Wanderbühne engagiert.
„Was ich als Gage erhielt, war buchstäblich ein Hungerlohn“, erzählte er später. „Und es hat aus mir einen äußerst sparsamen Menschen gemacht.“

Dass ihn viele Jahre, viele Erfolge und viele verdiente Millionen später Greißler, bei denen er eine Wurstsemmel mit exakt zwei Deka Wurst kaufte, als Geizkragen einstuften, war ihm egal. Ebenso, dass ihn Damen in der Kinokassa für einen Schnorrer hielten, wenn er sagte: „I bin der Moser, i muss für die Karte eh nichts zahlen, gell?“

Das Publikum, das er im Laufe seiner Karriere in rund 150 Filmen bestens unterhalten und bei zahlreichen Bühnenauftritten begeistert hatte, verzieh ihm alles. Selbstverständlich auch, dass er einen devoten Bittbrief an Adolf Hitler geschrieben hatte, um seiner jüdischen Ehefrau Blanca ein Schicksal in einem KZ zu ersparen. Die gemeinsame Tochter Margarete war rechtzeitig nach Argentinien geflüchtet.

Neben seinen Filmen hinterließ er uns auch einen Spruch, der auf sein Leben passt: „Die Menschen verlieren zuerst ihre Illusionen, dann ihre Zähne und zuletzt ihre Laster.“ Moser starb an Lungenkrebs und rauchte bis kurz davor mit Genuss.

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