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Ausgabe Nr. 23/2024 vom 04.06.2024, Foto: SalzburgerLand Tourismus
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Ein nasses Spektakel
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Vor den Toren der Stadt Salzburg befindet sich eine fantastische Welt. In der Schlossanlage von Hellbrunn werden mithilfe der Kraft des Wassers kuriose Spiele vorgeführt. Während des Rundganges erleben die Besucher wunderliche Dinge und nasse Überraschungen.
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Eine Krone schwebt auf einer Wasserfontäne in der Luft, aus einer Wand schießt plötzlich ein Wasserstrahl den Besuchern entgegen und ein Hirsch speiht Wasser aus seinem Geweih. Im Schloss Hellbrunn (S) tauchen die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes in eine Welt des Wassers ein.

Der Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems erbaute vor den Toren der Stadt Salzburg vor etwas mehr als 400 Jahren ein Lustschloss zur Unterhaltung seiner Gäste. Ebenso alt sind die technischen Konstruktionen, die damals wie heute die Wasserspielereien antreiben.

Fünf Grotten unter dem Schloss
„Die Gartenanlage rund um das Lustschloss ließ er zum Gaudium seiner Gäste mit Grotten, Spritzdüsen und hydraulisch angetriebenen Figuren bestücken“, erzählt Christian Sernatinger, 44, der seit einem halben Jahr der neue Schlossverwalter ist.

Die Besucher können die Anlage alleine oder während einer Führung besuchen. Die erste Station ist das Römische Theater. In der Mitte steht der Fürstentisch aus Marmor, rundherum ließen sich die Gäste des Hausherrn auf Hockern nieder.

Wollte sich ein Gast vom Tisch entfernen, wurde er durch Wasserstrahlen daran gehindert. Sowohl aus den Hockern als auch aus dem Boden rund um den Tisch spritzte es. Wer fliehen wollte, wurde nass. Nur der Fürst selbst blieb bei diesem Spektakel trocken.

Die Besucher dürfen gerne bei Tisch Platz nehmen – vorausgesetzt, sie werden gerne nass. „Unsere Gäste kommen auch trocken durch die Wasserspiele. Dabei geht aber der Spaßfaktor verloren, den die Anlage bietet“, sagt
Sernatinger.

Den nächsten wasserspeienden Schauplatz erleben die Gäste auf der Rückseite des Schlosses. Dort befindet sich der Altemps-Brunnen, der größte Brunnen der Schlossanlage. Er wird von einer natürlichen Quelle gespeist. Das Wasser fließt über mehrere Stufen in drei Becken.

Auf den ersten Blick wirkt der Brunnen wie ein friedlicher Ort. Doch wer vom Schloss aus die Brunnenanlage betreten möchte, muss mit Überraschungen rechnen. Immer wieder schießen Wasserstrahlen aus dem Boden, den Wänden oder auch aus Statuen.

Beim Brunnen geht es hinab zu den fünf großen Grotten, die sich unter dem Schloss befinden. Die größte ist die Neptungrotte „Die mag ich am liebsten. Sie bietet viele überraschende Momente“, sagt der gebürtige Bayer.

Wasserpfeifen imitieren das Zwitschern von Vögeln
Eine Kuriosität ist nicht zu übersehen. Eine riesige Marmorstatue des Meeresgottes Neptun empfängt die Besucher. Zu seinen Füßen streckt das „Germaul“ den Besuchern die Zunge heraus und verdreht dabei die Augen. Sittikus wollte seinen Kritikern damit zeigen, was er von ihnen hält. Ein paar Meter weiter betreten die Besucher die Vogelsanggrotte. Zum Plätschern des Wassers mischen sich die Stimmen von zehn verschiedenen Vögeln. Die täuschend echten Geräusche werden von Wasserpfeifen erzeugt, die mithilfe eines Wasserrades, eines Blasebalges und eines Orgelwerkes angetrieben werden.

Das Wasser ist die treibende Kraft hinter jeder Attraktion. Auch die zierlichen Figuren der Wasserautomaten werden mithilfe des kühlen Nasses in Bewegung gesetzt. In fünf kleinen Grotten entlang des Fürstenweges vollführen kleine Püppchen rhythmische Bewegungen.

Die Besucher sehen einen Töpfer und einen Müller bei der Arbeit. Die komplizierteste Technik ist in der vierten Grotte verborgen. Darin versucht Perseus, Sohn des obersten Gottes Zeus, einen Drachen zu töten, der sich hin- und herbewegt. Perseus hebt sein Schild und sein Schwert, um die Königstochter Andromeda zu retten.

Wer dem Weg weiter folgt, steht plötzlich vor dem „Mechanischen Theater“. Kleine, bewegliche Figuren veranschaulichen das Treiben einer Kleinstadt. Ein Barbier rasiert einen Mann, Wachen marschieren durch die Stadt und ein Bauer fährt eine alte Frau in einer Scheibtruhe über die Straße.

141 Figuren bewegen sich mit Wasserkraft zu Orgelmusik
Das Gewusel wird von 200 Figuren dargestellt, davon sind 141 beweglich. Die kleinen Puppen werden von Zahn- und Wasserrädern bewegt. Der Lärm, der dabei entsteht, wird von Orgelmusik übertönt.

Neben den Wasserspielen gibt es in Hellbrunn einen weitläufigen Park, Teiche mit Karpfen und Stören sowie das Monatsschlössel zu entdecken, in dem das Salzburger Volkskundemuseum untergebracht ist. Das Schloss Hellbrunn kann ebenfalls besichtigt werden.

In den Räumen wird in einer Ausstellung die Welt des Fürsterzbischofs Sittikus gezeigt. Obwohl der einstige Hausherr zu Scherzen aufgelegt war, können sich die Gäste beim Besuch des Schlosses bei einer Sache sicher sein. Nass werden sie hier bestimmt nicht. widlak
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