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Ausgabe Nr. 22/2024 vom 28.05.2024, Fotos: Jürgen Fromme, Heinz Stephan Tesarek, Instagram
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Mit Borussia Dortmund (D) will Marcel Sabitzer
die Champions League gewinnen.
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Der kleine Marcel war schon fußball-begeistert, und der stolze Papa Herfried Sabitzer.
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Sabitzer mit Ehefrau Katja und Töchterchen
Mary Lou. Damals noch im Bayern-Dress.
„Marcel konnte schon als
kleiner Bub nicht verlieren“
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Als zweiter rot-weiß-roter Kicker in einem Champions-League-Finale kann der Borussia-Dortmund-Mittelfeldstratege Marcel Sabitzer, 30, am Samstag gegen Real Madrid Geschichte schreiben. Vater Herfried Sabitzer, 54, erzählt,
wie alles im Garten der Familie begann.
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Eine stimmstarke Abordnung der Familie Sabitzer samt Freunden wird sich am Samstag im Londoner Wembley-Stadion (England, 21 Uhr, live auf Servus TV) die Lunge aus dem Leib schreien, wenn ihr erfolgreichster Spross im Champions-League-Finale aufs Feld läuft. „Bei uns waren schon immer alle in der Familie fußballbegeistert. Mein Vater spielte, ich ebenso, mein Bruder und jetzt auch Marcel und dessen Cousin Thomas beim WAC in der Bundesliga“, verrät Vater Herfried Sabitzer, 54, dass sich im steirisch-stämmigen „Clan“ alles ums runde Leder dreht.

Sabitzer-Senior, einst Profi unter anderem beim LASK und GAK, bildet heute mit 84 Länderspielen gemeinsam mit seinem 30jährigen Sohn das erfolgreichste Vater-Sohn-Duo in der Geschichte des heimischen Fußballs. „Auch wenn er mit 78 Länderspielen den Löwenanteil daran hat und ich nur sechs beisteuern konnte“, meint Sabitzer-Senior. „Allerdings wurden Marcels Leistungen in der Nationalmannschaft lange Zeit nicht richtig gewürdigt.“

Erst der zweite Kicker im Finale

Gegen Real Madrid (Spanien), dessen Trainer Carlo Ancelotti, 64, nicht auf den verletzten David Alaba, 31, zurückgreifen kann, sieht er den Sohn mit Borussia Dortmund (Deutschland) am Samstag in der Außenseiterrolle. „Aber der BVB wird seine Chancen bekommen“, ist er sicher. Sabitzer ist damit nach Alaba (je ein Mal mit Bayern München und Real Madrid) erst der zweite heimische Kicker in einem Champions-League-Finale, im Vorgängerbewerb, dem Meistercup, schafften das auch Franz Hasil (79, Feyenoord), und der bereits verstorbene Edi Krieger (Brügge).

Für Sabitzer ist die Station in Dortmund die bisher erfolgreichste, mit Vereinen wie RB Leipzig, Bayern München und Manchester United hinterließ er in den vergangenen Jahren bei den Top-Adressen im Fußball Spuren wie kaum ein anderer Spieler aus unserem Land. „Wenn du Spieler von Borussia Dortmund bist, musst du immer nach dem Allerhöchsten streben“, glaubt der 30jährige. „Hier leben die Stadt und die Anhänger den Fußball wie kaum anderswo und das Stadion ist mit 80.000 Zuschauern jedes Mal ausverkauft.“

Dass sein Sohn einmal derart auf dem grünen Rasen brillieren würde, zeichnete sich für den Vater früh ab. „Seine ersten Schüsse gab er in unserem Garten auf ein Tor ab, das uns ein befreundeter Schlosser geschweißt hatte und auf dem wir anfangs nur einen Vorhang aufhängten. Marcel konnte schon damals nicht verlieren, er war extrem ehrgeizig.“

Die Eltern wissen noch, wie sich der fußballnarrische Bub in seinem Kinderzimmer Poster der Legenden Zé Roberto, 49, und Giovane Élber, 51, aufhängte und er wünschte sich jedes Jahr zu Weihnachten ein aktuelles Trikot von Bayern München, seinem Lieblingsverein.

Parallel zu den Vereinsstationen des Vaters, geboren in Wels (OÖ), aufgewachsen in Salzburg und nunmehr seit vielen Jahren in Deutschland lebend, hat er seinen steirischen Dialekt verloren. „Er bezeichnet sich selbst gar nicht mehr als Steirer“, so der in Judenburg geborene Vater, der immer noch häufig vom Sohn angerufen wird. „Dann reden wir über seine Spiele, aber die Zeiten, als er sich Tipps von mir geholt hat, sind vorbei.“

Bei den Familientreffen wird auch nicht mehr so viel über Fußball gefachsimpelt wie früher. Seit Marcel Sabitzers Frau Katja Kühne, 38, ein in der Ukraine geborenes Fotomodell, Töchterchen Mary Lou, 5, zur Welt brachte, haben sich die Perspektiven für alle verschoben. „Für mich ist das jedes Mal wunderbar, wenn uns die kleine Maus besucht. Dann heißt‘s nur Opa hier und Opa da“, gibt Großvater Herfried zu. Wolfgang Kreuziger
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