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Ausgabe Nr. 22/2024 vom 28.05.2024, Foto: Zeppelzauer
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Thomas Stipsits wurde am 2. August 1983 in Leoben (Stmk.) geboren. Schon im Gymnasium schrieb er erste kabarettistische Texte.

Nach „Griechenland“ (2006) und „Stinatzer Delikatessen“ (2018) tourt der Kabarettist derzeit mit Viktor Gernot und dem Programm „Lotterbuben“ durchs Land. Im Kino war Stipsits in den Hauptrollen in den Komödien „Love Machine 1+2“ sowie „Griechenland“ zu sehen. Inspiriert von der südburgenländischen Heimat des Vaters und von der Fernseh-Serie „Columbo“, entwickelte er die Buchreihe „Stinatz“-Krimis.

Der zweifache Vater (Emil, 10, Lieselotte, 6) war bis 2022 mit der Schauspielerin Katharina Straßer verheiratet.
„Mein ,Stips‘ hat eine Süße“
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Der beliebte Kabarettist Thomas Stipsits, 40, hat ein neues Betätigungsfeld gefunden. Der Griechenland-Liebhaber ist unter die Bierbrauer gegangen und stellte dieser Tage sein „Stips“ vor. Ein leichtes, aber würziges Gebräu, wie er Martina Wieser erzählt hat.
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Herr Stipsits, Sie sind Kabarettist, Schauspieler, schreiben Bücher und Drehbücher und neuerdings brauen Sie Bier. Wie kam es dazu?

Bier war immer schon meine Passion, ich trinke es gerne und habe vermutlich deshalb vor zehn Jahren begonnen, mit einer kleinen Anlage für 20 Liter hobbymäßig für den Eigenbedarf zu brauen. Ich habe mich für Rezepte interessiert, Bier-Fachliteratur gelesen und einiges ausprobiert. Den Markus Führer habe ich vor Jahren beim Drehen eines Werbefilmes kennengelernt. Inzwischen hat er seinen Traum von der eigenen Brauerei verwirklicht. Unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt. Weil mir seine Bierbrau-Philosophie gefällt, habe ich vor zwei Jahren Anteile seiner Gablitzer Privatbrauerei gekauft. Markus ist ein Handwerker und ein Bier-Verrückter im positivsten Sinn, also genau das, was einen Bierbrauer ausmacht.

„Treffen sich zwei Bier-Verrückte …“, so könnte ein Witz beginnen …

Es macht mir großen Spaß, aber, und das ist kein Witz, Bierbrauen ist Arbeit, echtes Handwerk. Wir experimentieren zwar gerne, wollten aber eine klassische Biersorte kreieren, gebraut mit Hopfen aus der Hallertau in Bayern (D), dem weltweit besten Hopfengebiet.

Wie war der erste Schluck?

Das war ein besonderer, nahezu feierlicher Moment, als wir das Bier erstmals verkostet haben. Eine Ahnung, wie es schmecken wird, hatten wir ja schon. Denn wir haben beim Brauen bereits die Würze, also ohne Hefe und Alkohol, verkostet, bevor das Bier in den Gärtank gelangte. Die Geschmacksrichtung hat mir schon gut gefallen, wir haben beim zweiten Sud lediglich die Bitternoten etwas reduziert. So, wie es jetzt ist, damit bin ich glücklich.

Welchen Charakter hat Ihr Bier?

Einem Pils-Liebhaber wird unser „Stips“ womöglich zu süß sein. Ich mag die malzigen Biere mit einer gewissen Süße im Antrunk. Da wir auf das Filtern verzichten, ist das „Stips“ nicht klar, sondern, wie es in der Fachsprache heißt, opalisierend. Optisch ist gefiltertes Bier in der Bierflöte schöner, aber nicht gefiltertes schmeckt gehaltvoller und ist purer Genuss …

… dem auch Frauen was abgewinnen können?

Ja, lustigerweise haben die Frauen bis jetzt gut da-
rauf reagiert, vermutlich, weil es recht süffig ist und nicht zu viel Kohlensäure enthält. Beigefügtes Ahornmalz verleiht ihm eine zarte Honignote. Mit 4,8 Volumenprozent Alkohol ist es vergleichsweise leicht zu den herkömmlichen 5,2 Volumenprozent – frei nach dem Motto: „Von einem ,Stipserl‘ kriegst noch kein Schwipserl.“

Wollen Sie die Ausbildung zum Braumeister machen?

Das Interesse an der Braukunst ist groß, es gibt zahlreiche Hausbrauereien und entsprechende Möglichkeiten, sich bieriges Fachwissen anzueignen. Der Titel würde mir schon gefallen, mir schwebt vor, im nächsten Jahr den „Braumeister“ zu absolvieren. Jedenfalls bin ich motiviert, und es freut mich, wenn „Stips“ an Veranstaltungsorten wie dem Globe und dem Orpheum in Wien ausgeschenkt wird. Wir hatten sogar schon Lieferengpässe. Denn das Bier muss fünf Wochen lang ruhen, sonst ist es nicht zu trinken. Von daher sind wir froh, dass die Gablitzer Privatbrauerei Partner der Schremser Brauerei ist. Im Juni brauen wir dort einen Sud, damit wir bis zum Herbst genug Bier haben. Abgesehen davon, dass es zur Weihnachtszeit ein Festbier, keinen Bock, geben wird, überlegen wir bereits, Obstsäfte und Kracherl zu produzieren.

Wenn Sie nicht Bier brauen, touren Sie mit Ihrem Kollegen Viktor Gernot und Ihrem gemeinsamen Programm „Lotterbuben“ kabarettistisch durchs Land. Bleibt Ihnen bei alldem noch Zeit für eine Auszeit am Meer? Griechenland ist ja seit mehr als zehn Jahren
so etwas wie Ihre zweite Heimat …


Auf jeden Fall, ich werde von Mitte Juli bis Anfang September in meinem Häuschen auf Karpathos sein. Ein befreundetes Paar eröffnet in unserem Dorf eine kleine Ouzeri, eine Mischung aus Taverne und Kaffeehaus, wobei ich ihnen helfen werde. Über eine kleine Hausbrauerei haben wir uns auch schon Gedanken gemacht. Ich denke, das Bier würde gut schmecken, denn auf Karpathos gibt es reinstes Bergwasser. Ich bin der Meinung, dass das Brauwasser ausschlaggebend ist für eine gute Bierqualität.

Was müssen Karpathos-Urlauber unbedingt gesehen haben?

Wer Griechenland traditionell kennenlernen möchte, und bereit ist, sich auf das Ursprüngliche einzulassen, der ist auf der Insel Karpathos genau richtig. Ich weiß nicht, ob es viele andere griechische Orte gibt, an denen sich Tradition und Brauchtum besser erleben lassen. Sehenswert ist natürlich das Bergdorf Olympos, wo noch eine spezielle Tracht getragen wird, und wo das Matriarchat herrscht, in dem die Frauen bestimmen. Das Dorf war lange Zeit mit dem Auto nicht erreichbar. Mittlerweile wurde auch dort erkannt, dass der Tourismus Geld bringt.

Ihre Komödie „Griechenland oder der laufende Huhn“, Sie verfassten das Drehbuch und spielten die Hauptrolle, gilt mit 1,2 Millionen Zusehern als der meist gesehene Spielfilm im ORF seit „Maria Theresia“ im Jahr 2017. Hat Ihnen für diese wunderbare Werbung Griechenland-Tourismus Geld überwiesen?

Nein (lacht), ich glaube, die brauchen ihr Geld selber.
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