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Ausgabe Nr. 21/2024 vom 21.05.2024, Fotos: Zvg.
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Kegel-Weltmeister Matthias Zatschkowitsch, 25.
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​Die Tuba und Zauberwürfel sind Hobby und Ausgleich in einem.
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Die Tuba und Zauberwürfel sind Hobby und Ausgleich in einem.
„Mein Drall ist weltweit einzigartig“
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Wirft Matthias Zatschkowitsch, 25, die Kugeln mit seiner Spezialtechnik in Richtung Kegel, liegen
„Alle Neune“ in der Luft. In wenigen Tagen will der Doppelweltmeister sein WM-Gold verteidigen.
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In Orth an der Donau (NÖ) denkt jeder beim Namen Zatschkowitsch sofort an Kegel und Kugel. „Mein Vater, meine Mutter, meine Schwestern und Cousins, alle kegeln“, erzählt Matthias Zatschkowitsch, 25, schmunzelnd. Die Bahn auf dem Platz gegenüber des Schlosses Orth hat sein Vater Christian selbst errichtet, ein früherer Spitzenspieler, der eine Firma für Kegelbahnbau besitzt.
„Seit meinem vierten Lebensjahr hat mich der Papa mit auf die Kegelbahn genommen und ich durfte auch beim Kegelbahnbau mithelfen“, verrät der Niederösterreicher und erklärt damit, dass seine Gene schon früh aufs „Abräumen“ programmiert waren.

Training statt Diskobesuche und Freizeit

„Meine Leidenschaft war schon in der Schulzeit so groß, dass ich lieber drei Mal wöchentlich zum Training als in die Disko gegangen bin.“ Stattdessen wurden der „König“, so heißt der vorderste Kegel im Fachjargon, der „Bismarck“ (der hinterste), die „Bauern“ (außen stehend) und die „Damen“ (die Zweitäußersten) zu seinen besten Freunden.
Das zahlte sich aus, im vergangenen Jahr krönte der mehrfache Staatsmeister seine noch junge Karriere mit Gold im Team- und im Sprintbewerb der Weltmeisterschaft, in der kommenden Woche will er am Sonntag bei der WM in Brezno (Slowakei) seinen Titel verteidigen. Dabei weiß Zatschkowitsch nicht nur mehr als seine Kontrahenten über Kegelbahnen, etwa wie sie samt Unterbau aus Styropordämmung, Spanplatten und Kunststofflaufbahn aufgebaut sind. Er hat als gelernter Elektrotechniker auch ein technisches Interesse am idealen Kugelwurf, den er in vielen Stunden harter Arbeit perfektioniert hat.
Grundsätzlich muss, um alle neun Kegel abzuräumen, die „Gasse“ links oder rechts neben dem vordersten getroffen werden. „Die meisten geben der Kugel dafür einen Drehimpuls mit, bei dem sie sich in einem Bogen von außen in die Mitte der Bahn dreht“, erklärt er. „Ich hingegen spiele als wohl einziger Spieler den entgegengesetzten Drall von der Mitte nach außen.“ Für den Niederösterreicher ist das eine höchst erfolgreiche Technik. Vor allem im Sprintbewerb, bei dem es weniger Würfe gibt, war er lange Zeit nahezu unschlagbar.

Wenn er nicht gerade „abräumt“, spielt er in seiner Freizeit die Tuba. „Ich bin in der Musikkapelle Orth, aber auch im Bläserensemble ,Marchfeld Brass‘ aktiv, wo wir von Märschen bis zur Polka alles spielen“, berichtet er. Außerdem ist der 25jährige ein großer Rätselfreund, der rund ein Dutzend verschiedener „Rubiks Zauberwürfeln“ besitzt, die in allen möglichen Achsen verdrehbar sind. „Diese Würfel sind ein perfektes Konzentrationstraining vor dem Kegeln.“
Abseits von Zatschkowitsch kegelten zuletzt auch seine Landsleute Lukas Huber, 36, Lukas Temistokle, 24, Martin Janits, 27, oder Julia Huber, 30, an der Spitze mit, doch im Breitensport treten Nachwuchsprobleme auf. „Früher hatte jeder Ort eine eigene Kegelbahn. Heute müssen wir darum kämpfen, das Interesse am Leben zu erhalten.“ wk

Drei Tipps vom Weltmeister:

1. Bahn und nicht die Kegel fixieren
Um beim Abräumen die Kugel optimal mittig zu platzieren, sollte nicht auf die Kegel, sondern auf die Bahn geblickt werden. „Es ist ratsam, sich vorher jenen Punkt auf der Bahn zu suchen, wo die Kugel aufgesetzt werden soll und diese mit den Augen zu fixieren“, empfiehlt Zatschkowitsch.

2. Der dritte Schritt ist wichtig
Drei Schritte sind es vor jedem Wurf, beim zweiten wird die Hand mit der Kugel nach hinten geführt, beim dritten geworfen. „Der dritte ist der größte, bei dem der Körper für eine gute Führung weit nach unten geht und die Kugel sauber aufgesetzt wird“, so der Weltmeister.

3. Stabiler Oberkörper als halbe Miete
Wenn der Wurfarm mit der Kugel nach vorne pendelt, sollten Schultern und Brust konstant nach vorne zeigen. „Ein Verdrehen der Oberkörperachse nach links oder rechts muss weitestgehend vermieden werden, damit die Wurfrichtung stabil bleibt“, erklärt der Niederösterreicher.
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