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Ausgabe Nr. 21/2024 vom 21.05.2024, Fotos: Zeppelzauer
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„Flora“, die Göttin der Blumen, Blüten und
der Lebensfreude, wacht über die rosige Umgebung.
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Üppige Blütenpracht bei den Englischen Rosen.
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Im Doblhoffpark gibt es 800 verschiedene Rosensorten.
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Die barocke Orangerie mit ihrer Rosenvielfalt.
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Üppige Blütenpracht bei den Rosen.
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Üppige Blütenprach tbei den Rosen.
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Die Boote laden zur Fahrt am Teich ein.
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Üppige Blütenpracht bei den Rosen.
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Üppige Blütenpracht bei den Rosen.
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Das verwunschene (Dornröschen-)Schloss Weikersdorf.
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Der „Feenbaum“ – eine 240 Jahre alte Platane.
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Klaus Lorenz (li.) und Andreas Kastinger.
Im Reich der Königin der Blumen
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In der Kur-Stadt Baden (NÖ) erwartet die Besucher der größte Rosengarten des Landes. Das „Rosarium“ im Doblhoffpark zeigt mit 800 Rosensorten seine vielfältige Pracht.
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Kaum eine andere Blume steht so sehr als Symbol für die Liebe, wie die Rose. Und so wundert es nicht, dass der Ruf der niederösterreichischen Kurstadt Baden als „Stadt der Rosen“ auf einer „echten Liebesheirat zwischen Erzherzog Karl (1771–1847) und Henriette von Nassau-Weilburg (1797–1829) fußt. Trotz des Alters­unterschiedes von 26 Jahren“, weiß der Tourismusdirektor von Baden, Klaus Lorenz, 56.
Der Habsburger ließ damals seiner Frau zu Ehren am Eingang zum Helenental bei Baden eine weitläufige Schlossanlage errichten, die Weilburg. Der Adelige liebte aber nicht nur seine Frau, sondern war auch der „Königin der Blumen“ sehr zugetan. „Er war ein Rosenliebhaber und hatte eine umfangreiche Rosensammlung“, bestätigt der Badener Stadtgartendirektor DI Andreas Kastinger, 55. Davon ausgehend hat sich die Rosentradition in der Stadt Baden entwickelt.

„Die Weilburg ist leider am Ende des Zweiten Weltkrieges abgebrannt und das Areal selbst war ein total verwildeter Park. Heute befindet sich auf dem Gelände des ehemals herrschaftlichen Gartens das Badener „Rosarium“ –
mit rund 800 Rosensorten und etwa 25.000 Rosenstöcken der größte Rosengarten unseres Landes“, erzählt Lorenz. Eingebettet ist er in den 75.000 Quadratmeter großen Doblhoffpark, der von den gleichnamigen Besitzern im Jahr 1966, samt dem darin gelegenen Schloss Weikersdorf, an die Stadt verkauft wurde.

„Damals wurde alles darangesetzt, Baden wieder zur Rosenstadt zu machen.“ Das gelang mithilfe der heimischen Baumschulen und Staudengärtner, und 1969 wurde das nach den Plänen des Architekten Viktor Mödl­hammer geschaffene Rosarium schließlich eröffnet. „Es gibt kein vergleichbares in unserem Land“, erklärt Kastinger mit Blick auf die blühende Rosenvielfalt.

Das Areal teilt sich in mehrere Bereiche. Ein besonders schöner ist bei der barocken Orangerie zu finden, in deren vielen kleinteiligen Beeten sich die Vielfalt der Rosen im Rosarium präsentiert. Pink, zart rosa oder blutrot blühen sie hier im Sommer um die Wette. Unweit davon steht eine 240 Jahre alte Platane, „der Feenbaum meiner Kindheit. Beim Vorbeigehen hab‘ ich mir immer gedacht, wenn da keine Feen drinnensitzen, wo sollen die dann sonst sein“, erinnert sich der Tourismusdirektor schmunzelnd.

Die Sammlung des Rosenzüchters Rudolf Geschwind

Der Weg führt weiter zum Schloss Weikersdorf und dem sogenannten Schlossparterre. „Das ist eine junge Anlage, die 2013 intensiv bepflanzt wurde. Eher modern, mit einem Bezug zu den historischen Wasserbecken – neu interpretiert mit Stahlbecken. Hier haben wir eine räumliche Spannung zwischen dem Schloss und der Achse zur Frühlingsgöttin Flora, der Statue am Ende des Parterres“, beschreibt Kastinger.

Bewusst wurden auch Stauden, etwa Zierlauch und Frauenmantel,im Beet um die „Flora“ gesetzt, um die Rosen-Monokultur der Anfangsjahre zu durchbrechen.
Den Abschluss dieses Bereiches bildet eine Rosen-Pergola. „Für mich eine der schönsten Ecken im Rosarium“, meint Klaus Lorenz. „Wenn ich hier durchschaue zur Flora, hat das einen Schlosspark-Charakter, aber auch etwas Heimeliges. Mit der Liebsten durch die Pergola zu wandeln, ist einfach extrem schön“, schwärmt der Tourismusdirektor. Auch vom Federgras vor dem großen Wasser­becken, das „sich wie Wellen im Wind wiegt.“

Für Kastinger ist das Schlossparterre hingegen eine „Präsentationsfläche, da protzen wir“. Die eher „touristisch und wirkungsrelevante Inszenierung“ können die Besucher auf den Bänken entlang der Rosenbeete genießen. Ihn selbst ziehe es eher in den „landschaftlichen Bereich, diese Mischung aus Bäumen und einem halboffenen Teil, in dem immer eine andere Rose im Blickfeld auftaucht. Das spricht mich persönlich atmosphärisch mehr an“, betont Kastinger.
Ein Muss für Rosenfreunde ist die historische Geschwind-Rosen-Sammlung unweit des Schlossparterres. „Rudolf Geschwind (1829–1910) war ein bekannter Rosenzüchter der k.u.k-Zeit. Wir haben die Sammlung vor Kurzem neu aufgebaut. Da hat jede der 42 Sorten ein eigenes Beet. Jetzt hoffen wir, dass sie sich bis zum Jubiläumsjahr 2029 gut entwickeln“, erklärt Kastinger.

Rosentage und Mondschein-Picknicks im Park

Ihre volle Pracht entfalten die unzähligen Rosen Anfang Juni. „Da blühen alle auf einmal“, freut sich Lorenz. Eine Opulenz an Farben, Formen und Duft, die jedes Jahr mit den „Rosentagen“ gefeiert wird. „An deren Beginn steht das Rosenfest am 1. Juni mit einem vielfältigen Programm.“
Die Zeit der Rosentage sei dann ganz der Königin der Blumen gewidmet. „Früher war das ein Kulturspektakel, aber wir wollten den Fokus wieder auf die Hauptakteurin, die Rose, richten, etwa mit Rosenführungen“, betont Lorenz. Die Rosentage sind nach drei Wochen ohnehin vorbei, „weil dann die erste Rosenblüte vorüber ist und sie erst wieder Anfang August voll erblühen.“ Das geht dafür weit bis in den Herbst hinein, manchmal sogar bis November, weiß Kastinger.
„Rosen sind stark zehrende Pflanzen, die brauchen Kraft“, sagt der Stadtgartendirektor. Trotzdem werde auf synthetische Dünger oder Pestizide verzichtet. „Die Rosen im Rosarium werden nur biologisch nach den Natur-im-Garten-Prinzipien gepflegt.“

Ein Bereich ist den beiden besonders wichtig. „Der um den Teich, das ist ein bisschen der Volkspark. Hier machen wir regelmäßig Picknicks mitten in den Rosen. Denn das soll nicht nur ein ,Kunstpark‘ sein, sondern einer, in dem sich die Badener und die Besucher unserer Stadt auch auf die Wiese setzen und die Blütenpracht genießen können“, freut sich Lorenz. Den ganzen Sommer über etwa gibt es „unsere romantischen Mondschein-Picknicks“.
Romantisch ist auch eine Bootsfahrt über den Doblhoff-Teich, vorbei an den duftenden Rosensträuchern am Ufer. Und vielleicht flüstert dabei so mancher Rosenkavalier seiner Angebeteten die Worte „eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“ ins Ohr. rz

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Tipp:
Die Anlage ist ganzjährig kostenfrei zugänglich.
Badener Rosentage von 1. Juni bis 23. Juni mit der Blütenpracht tausender Rosen. Eröffnet werden sie mit dem Rosenfest am 1. Juni. Programm ab 14 Uhr, Eintritt frei.
Fürs leibliche Wohl sorgen
die Badener Winzer. Ab 21 Uhr spielt das „Janoska Ensemble“ Klassik, Jazz und „Beatles“.
Foto-Festival „La Gacilly –
Baden“, 13. Juni bis 13. Oktober.


Direkt am Teich liegt das Café-Restaurant Doblhoffpark, geöffnet von 10 bis 19 Uhr.

Rosarium/Doblhoffpark,
Pelzgasse 1, 2500 Baden

Tel.: 02252 86800600
www.tourismus.baden.at
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