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Ausgabe Nr. 21/2024 vom 21.05.2024, Foto: www.susannesigl.com
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Claudia Jung wurde am 12. April 1964 in Ratingen (D) geboren. Sie nahm schon als Kind Gitarrenunterricht, arbeitete in ihren ersten Berufen aber als Fotolaborantin und Arzthelferin. Als sie 1984 einen Musik-produzenten kennenlernte, war ihr weiterer Weg bestimmt.

Mehr als 25 Alben hat die Sängerin bisher veröffentlicht und anlässlich ihres 40jährigen Bühnenjubiläums im kommenden Jahr, das Album „3fach JUNG“ mit ihren größten Hits und neuen Liedern herausgebracht.

Von 2008 bis 2013 saß Jung auch für die „Freien Wähler“ im bayerischen Landtag. Die Sängerin lebt mit ihrem Mann Hans Singer und ihrer Tochter Anna sowie dem Enkerl Ella auf einem Bauernhof in Bayern (D).
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Der Schlager-Liebling Claudia Jung ist gerade 60 geworden und bringt mit seinem Album „3fach JUNG“ die Liebe zur Musik erfolgreich zum Ausdruck.

Daneben genießt Jung die Zeit als Oma der kleinen Ella, muss allerdings auch mit dem einen oder anderen Zipperlein kämpfen, wie sie der WOCHE-Reporterin Barbara Reiter erzählt hat.
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Frau Jung, Sie haben kürzlich Ihren 60. Geburtstag gefeiert, im nächsten Jahr steht das 40jährige Bühnenjubiläum an. Wer sich Ihre Alben anschaut, erkennt, dass sich Ihr Stil im Laufe der Jahre oft verändert hat. Mussten Sie sich in der Schlager-Branche immer wieder neu erfinden?
Ich glaube, da gibt es keine klare Regel. Es gibt ja auch Menschen, die haben vom Anfang bis zum Ende immer die gleiche Frisur oder die gleiche Brille. Ich glaube, das ist vom Typ abhängig. Ich bin, was das angeht, experimentierfreudig und habe nicht immer gerne dieselbe Frisur. Von daher unterscheiden sich die Bilder auf meinen Platten ordentlich. Aber es ist eine nette Zeitreise.
Derzeit gibt es bei Frauen den Trend, sich die Haare nicht zu färben. Könnten Sie sich das vorstellen?
Mein Haar ist gnadenlos blondiert. Wenn das bei mir schön aussehen würde, wäre es denkbar. Aber bei mir sind da so Fleckchen am Kopf, was komisch aussieht. Da muss ich dann schon ein bisschen nachhelfen.

Ihr aktuelles Album heißt „3fach JUNG“ und enthält zwei CDs mit Ihren größten Hits und eine mit neuen Liedern, unter anderem eines für Ihre Enkelin Ella. Wie persönlich ist dieses Album?

„Ich bin für Dich da“ ist ein neues Leid, das stimmt. Alle Titel oder Texte, die auf so einem Album sind, haben in gewisser Weise irgendwas mit dem Leben zu tun. Es muss aber nicht unbedingt meines sein, ist es aber oft genug. Die schönsten Geschichten für Schlager schreibt das Leben.
Wobei es oft um die Liebe geht …
Warum nicht? Ich glaube, dass die Musik es Menschen ermöglicht, besser mit dem Thema umzugehen. Das hat schon seinen Sinn, obwohl das ja auch manchmal kritisiert wird. Aber die Liebe beschäftigt uns alle. Das ist generell in der Musik so.
Die Showbranche gilt als Haifischbecken.
Ist es wirklich so schlimm?

Ich kenne die Geschichten über das Haifischbecken. Ich sage dann immer, wer irgendwann einmal in die Politik hineingeschnuppert hat, der weiß, dass das Schlager-Geschäft allenfalls ein Goldfischteich ist. Das Thema hat viel mit Selbstbewusstsein zu tun und was der Einzelne daraus macht.

Sie sprechen aus Erfahrung, da Sie fünf Jahre im Bayerischen Landtag gesessen sind. Das war vor der Flüchtlingskrise und vieler Probleme, die sich mittlerweile aufgetürmt haben. Sind Sie froh, im Jahr 2013 aus der Politik ausgeschieden zu sein?
Na ja, ein bisschen schon, weil ich mich dann wieder mehr auf meine Musik, also auf das Eigentliche konzentrieren konnte. Beides miteinander zu vereinbaren, war wirklich schwierig. Wer Politik ernsthaft betreiben will, muss fast rund um die Uhr im Einsatz sein. Das ist schwierig. Ich bin dann halt doch nicht „Tausend Frauen“ wie es in einem meiner Lieder heißt. Aber es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit Entsetzen auf die Nachrichten schaue. In welcher Welt leben wir, in der Politiker immer öfter körperlich angegriffen werden? Da stehen mir die Haare zu Berge. Der vernünftige Diskurs scheint nicht mehr möglich zu sein.

Sind Sie ein politischerMensch geblieben?
Absolut. Es gibt mittlerweile aber Vorkommnisse, die ich nicht mehr nachvollziehen kann. Zum Beispiel, dass jedes Lager nur noch für sich kämpft, statt gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Sie sind Oma der zweijährigen Ella. Hat das Enkerl
Ihre Rolle als Schlagersängerin verändert?

Nein, das bleibt alles, wie es ist. Aber so ein Ereignis bereichert das Leben um ein Vielfaches, ich genieße es.

Stimmt es, dass Sie vegan leben?
Ja, es gab Zeiten, da habe ich ab und zu Fisch gegessen, aber mittlerweile, da ich gerade 60 geworden bin, habe ich umgedacht. Die Zipperleins fangen einfach jetzt an. Es ist für meine beginnende Arthrose definitiv besser, auf bestimmte Produkte zu verzichten. Da habe ich schnell gemerkt, dass es auch besser ist, Käse wegzulassen und Milchprodukte, nicht nur das Fleisch. Von daher bietet es sich an, vegan zu leben und den Körper nicht durch tierische Fette zu belasten. Es gibt halt Krankheiten, da ist Fleisch schlecht, wie eben bei der Arthrose, ich beuge vor.

Gibt es dann zum Beispiel zu Mittag nur Gemüse?
Was heißt denn nur Gemüse? Gemüse hat eine unglaubliche Vielfalt. Aber Pasta geht auch. In den richtigen italienischen Nudeln zum Beispiel ist kein Ei. Sie bestehen nur aus Mehl und Wasser. Und gerade im Sommer gibt es so viele Ersatzprodukte, die gegrillt werden können. Es fehlt mir an nichts.

Sie haben gemeint, mit 60 beginnen die
Zipperleins, wie machen die sich bemerkbar?

Nun ja, mit 20 Jahren bin ich nach Auftritten nachts noch nach Hause gefahren. Auch, wenn ich sechs Stunden gefahren bin, hat mir das nichts ausgemacht. Heute geht das nicht. Nach einer Show bin ich so kaputt, da bleibe ich lieber noch eine Nacht oder übernachte unterwegs. Nach einer Reise oder einer Tour bin ich mehr geplättet als das früher der Fall war.

Wenn Sie jemand kritisiert, trifft Sie das?
Es kommt darauf an. Wenn mein Mann zu mir sagen würde, wie kommst du denn daher oder wie sieht das denn aus, würde ich mir eher Gedanken machen. Wenn aber irgendjemand mit einem Profilfoto, auf dem ein Traktor zu sehen ist oder ein Hund, sich berufen fühlt, über mein Outfit, meine Haare oder sonst was zu lästern, tangiert mich das nicht im Geringsten. Ich frage mich dann immer, was das wohl für Menschen sind, die meinen, sich hinter dem Internet verstecken zu können, also ihr eigenes Gesicht nicht zu zeigen und über alles Mögliche herzuziehen. Was müssen das für arme Würstchen sein …
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