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Ausgabe Nr. 20/2024 vom 14.05.2024, Fotos: Picturedesk.com, Instagram
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Sinner eilt von Erfolg zu Erfolg.
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Sinner als Gucci Testimonial.
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Freundin Maria.
Der schüchterne Sieger
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Er war noch nie in einer Diskothek, geht lieber früh zu Bett und gilt als großer Schweiger. Der Südtiroler Tennis-Aufsteiger Jannik Sinner, 22, ist ein untypischer Sportheld.
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Sein wirres, feuerrotes Haar brachte ihm die Spitz-
namen „roter Baron“ und „Fuchs“ ein, doch Jannik Sinners, 22, Persönlichkeit ist alles andere als schrill. „Ich bin von Natur aus ein stiller Mensch“, verrät der Italiener. „Ich würde sogar sagen, schüchtern“, beschreibt ihn die frühere Schi-Olympiasiegerin Lindsey Vonn, 39, die mit dem einstigen Jugendstaatsmeister im Riesentorlauf bereits über die Pisten wedelte.

Das heutige Tennis-Ass ist auch kein Partylöwe, sondern geht gern früh zu Bett. „Ich war in meinem ganzen Leben noch nie in einer Diskothek“, erzählt er, „nicht weil ich es als Sportler nicht durfte, sondern weil es mich nie interessierte. Lieber spiele ich mit jemandem Karten.“ Seine Freundin Maria Braccini, 23, eine Schönheit aus der italienischen Toscana, versteckt er vor der Öffentlichkeit, statt sich im Licht der Schlagzeilen zu sonnen. Und während andere Tennis-
helden ganze Heerscharen jubelnder Bekannter in ihren Logen versammeln, nennt Sinner nur ganz wenige Menschen seine Freunde. „Sie kennen mich alle seit der Kindheit und halten mich nicht für einen Star“, weiß er. Dabei ist Sinner längst einer. Im Jänner gewann der stille Sieger als erster Italiener nach Adriano Panatta (73, 1976) ein Grand-Slam-Turnier und löste in seiner Heimat eine Tennishysterie aus, die ihm enorme Sponsorenverträge bescherte. Sein kometenhafter Aufstieg der vergangenen Monate, in denen er den Weltranglistenersten Novak Djokovic, 36, gleich drei Mal besiegte und auch das Masters-Turnier in Miami (USA) gewann, ebnete ihm sogar den Weg zum Millionär.

Sogar in einem Comic-Heft verewigt

Heute kassiert er mehr als 20 Millionen Euro jährlich an Werbegeldern und wurde von der Nobelmodemarke Gucci als Fotomodell in Szene gesetzt. „Mode ist mir wichtig und ich lerne ständig dazu, was es bedeutet, wirklich elegant gekleidet zu sein“, sagt Sinner. Auch bei Kindern ist er beliebt und wurde in Ausgabe 3.572 der berühmten Mickey-Mouse-Comics vor wenigen Tagen als tennisspielende Ente namens „Quacknick Spinner“ verewigt.

Der nächste Höhepunkt seiner Karriere wäre nun der Aufstieg zur Nummer eins der Weltrangliste. „Ganz oben zu stehen war immer ein Traum von mir“, gesteht er. Bei dem am 26. Mai beginnenden Grand Slam Turnier in Paris (Frankreich) könnte er sich bereits an die Spitze setzen, wenn er seine Konkurrenten Djokovic und Carlos Alcaraz, 21, deutlich hinter sich lässt, danach eröffnet sich eine weitere Chance in Wimbledon (England). Allerdings wurde das wieselflinke Tennis-Ass zuletzt von einer Hüftverletzung gebremst.

Um dem Sprung an die Spitze alles unterzuordnen, sagte er zuletzt vorsichtshalber sogar sein Heimturnier in Rom (Italien) ab, weil er in Paris angreifen möchte, sollte die Gesundheit bis dahin wieder gegeben sein.

Wäre Jannik Sinner acht Kilometer weiter nördlich geboren, wäre er ein Österreicher, sein Geburtsort Innichen ist nur einen Katzensprung von der Grenze entfernt. Sinners Eltern führen heute in Sexten (Italien) die typisch tirolerische Frühstückspension „Haus Sinner“. Dort können sich Gäste von den Eltern eines Grand-Slam-Siegers die Frühstückseier servieren lassen.

Spiele des Sohnes sieht sich Mama Sieglinde weniger gerne an. „Ich ertrage es nicht, sein Tennis im Fernsehen mitzuverfolgen, das regt mich zu sehr auf.“ Da wartet sie lieber auf den telefonischen Bericht des Sohnes, der häufig anruft, auch um Bruder Mark, 24, einen in Russland geborenen Adoptivsohn der Familie, zu informieren. Vater Hanspeter braucht seltener aufgeklärt zu werden, der gelernte Koch begleitete seinen Sohn zuletzt zu den großen Turnieren und sorgte dafür, dass er kulinarisch aufs Beste versorgt wird. Wolfgang Kreuziger
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