Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 20/2024 vom 14.05.2024, Fotos: AdobeStock, Prokop/Ampuls Verlag/Der BioZitrusgarten, Martin Rauchenwald
Artikel-Bild
Wiener Zitrustage
17.–20. Mai, 10 bis 18 Uhr.
Ort: Große Orangerie
im Schlossp. Schönbrunn;

Eintritt: € 8,–.
Tel.: 01/811 13-0
oder www.zitrustage.at
Artikel-Bild
Besonderes Merkmal der bis zu 2,5 Kilo schweren Zedratzitrone ist die dicke, warzige Fruchtschale.
Artikel-Bild
Aus der Blüte wachsen später die Zitronen.
Artikel-Bild
„Buddhas Hand“ ist ein Publikumsmagnet –
und gewichtig.
Artikel-Bild
Ab 135 Euro sind die Bäumchen zu haben.
Im Land, wo die Zitronen blühen
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
Sauer macht lustig – wer schon einmal Zitronen gegessen hat, weiß das. Doch bei Michael Ceron
am Kärntner Faaker See sind die sonnengelben Zitrusfrüchtchen viel mehr als das. Auch über-raschende Formen und Größen sind dort zu finden.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn?“, hat schon der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe seine Leser gefragt. Er meinte natürlich Italien, den Ort seiner Sehnsüchte.

Noch heute werden Zitronen meist mit dem Mittelmeerraum verbunden. Woher sie aber tatsächlich stammen, ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Sowohl Nordostindien als auch Südwestchina kommen als Ursprungsregionen in Frage. Generell wachsen die Vitamin-C-Bomben überall dort, wo es warm ist. Auch in unserem Land.

Ganz besonders wohl fühlen sie sich jedoch in Faak am See (K), wo Michael Ceron seit 1991 einen Zitrusgarten betreibt, der aktuell mehr als 40.000 Besucher pro Jahr anlockt. Auf Chemie und Plastik verzichtet der Profigärtner dabei komplett.

„Wir sind der einzige Betrieb in ganz Europa, der Biozitronen als Topfpflanzen produziert. Meine Früchte und auch die Blätter zählen als essbare Lebensmittel. Die Bäumchen aus dem Supermarkt dagegen sind vergiftet“, erklärt der Zitronenbauer. Richtig interessant wird es jedoch erst, wenn die Pflanzen mindestens zehn Jahre alt sind. Erst dann entwickeln sie ihre volle Pracht und wandern ab 135 Euro über den Ladentisch.

„Meine ältesten Zitronenbäume haben schon 75 Jahre auf dem Buckel. Sie können theoretisch aber bis zu 800 Jahre alt werden“, sagt der Experte, in dessen Garten die Auswahl riesig ist.

Schließlich kultiviert Michael Ceron neben Zitronen auch Orangen, Limetten, Mandarinen, Bergamotten, Grapefruits und Pomeranzen.

Mit rund 330 Sorten hat er allerdings „nur“ ein Fünftel der mehr als 1.600 Zitrusarten weltweit in seinem Angebot. Die Früchtchen, die besonders gut schmecken, stehen aber natürlich alle in seinem Zitronenparadies am Faaker See. Antike italienische „Medici“-Sorten aus dem 16. Jahrhundert –
die sogenannten Zedratzitronen –
sind genauso dabei wie exotische Stücke aus dem fernen Osten. „Bei extrem seltenen Varianten wie etwa der ‚Australischen Fingerlime‘, auch Kaviar-Zi­trone genannt, werden sogar Kilopreise von bis zu 280 Euro bezahlt“, weiß der Fachmann.

Am meisten staunen die Besucher seines Zitronengartens jedoch über „Buddhas Hand“. Dabei handelt es sich freilich nicht um die Hand einer Heiligen-Statue, sondern um eine Variante der Zedratzitrone, die sich fingerförmig aufteilt.

„Diese Sorte besitzt nur wenig Fruchtfleisch und enthält somit auch weniger Säure und Bitterstoffe, sodass sie milder im Geschmack ist“, erklärt der Zitronenprofi. Dabei kann sie äußerst gewichtig werden. „3,8 Kilo wog unser bislang schwerstes Exemplar“.

Aus botanischer Sicht sind Zitronen eigentlich Beeren, da sie sich aus einem einzelnen Fruchtknoten entwickeln und auch sonst die typischen Eigenschaften einer Beere aufweisen. Dazu zählt unter anderem, dass sie selbst im reifen Zustand noch saftiges Fruchtfleisch besitzen.

Ihren betörenden, typischen Duft bekommen Zitronen durch ätherische Öle, die vor allem in den zahlreichen Drüsen ihrer Schale stecken.

Bei Michael Ceron bleiben die Zitrusfrüchte zwischen sechs und zwölf Monate am Baum. Deshalb können sie entsprechend viele Nährstoffe aufbauen und sind zudem äußerst schmackhaft. „Ich habe viele Sorten, die ich wie einen Apfel mitsamt der Schale essen kann. Da bleibt nichts übrig“, schwärmt der Experte.

Der Zitrusbaum ist zudem auch der einzige Obstbaum, der zur selben Zeit Blüten, reife und unreife Früchte trägt – ein Wunderwerk der Natur, mit drei Generationen an einer Pflanze.

„Das sieht nicht nur toll aus und duftet herrlich, es sorgt auch dafür, dass uns die frischen Zitronen nie ausgehen“, freut sich Michael Ceron, der von Kunden auch oft als „Zitrus-Doktor“ zu Hilfe gerufen wird, wenn das eigene Zitronenbäumchen nicht so richtig wachsen will.
Hwie
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung