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Ausgabe Nr. 19/2024 vom 06.05.2024, Fotos: ShenYunPerformingArts 2024, henYunPerformingArts 2024 ,Edward Dai, ShenYunPerformingArts 2024, ShenYunPerformingArts 2024 ,Edward Dai
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Die Shen-Yun-Tänzerinnen begeistern mit dem Wasserärmeltanz (u.).
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Farbenfrohe Kostüme und hohe Sprünge.
Himmlisch tanzende Wesen
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Eine magische Reise durch 5.000 Jahre der chinesischen Geschichte verspricht die Aufführung des Tanz-Ensembles Shen Yun, die von 9. bis 11. Mai im Grazer Opernhaus zu sehen ist.
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Wunderbar. Ich finde die Musik und auch die Tänze einmalig“, schildert der Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Stefan Schnöll seine Eindrücke der Shen-Yun-Aufführung im Festspielhaus im vergangenen Februar. Es sei ein Eintauchen in eine für uns fremde Kultur. „Ich kann mich nicht erinnern, so etwas Perfektes je gesehen zu haben“, sagte ein anderer Zuschauer begeistert.

Kurz vor dem Ende ihrer Europa-Gastspiele ist die klassische chinesische Tanzkompanie Shen Yun nun auch von 9. bis 11. Mai auf der Bühne der Oper Graz zu sehen.

Schon der Name der Gruppe lässt erahnen, was sich die Besucher erwarten dürfen. „Shen“ steht für göttlich oder Gottheit, „Yun“ bedeutet Gefühl oder Rhythmus. Es ist die „Schönheit der tanzenden himmlischen Wesen“, die jedes Jahr rund eine Million Zuschauer rund um den Globus begeistern. „Jedes Ensemble von Shen Yun umfasst rund 70 Mitglieder – 2024 sind es insgesamt acht gleich große Tourneegruppen, die weltweit auf Tour gehen“, sagt Roswitha Wang-Moritz vom Österreichischen Falun Dafa Verein, dem lokalen Veranstalter.

Shen Yun will die authentische Kultur Chinas vermitteln

In unserem Land war Shen Yun erstmals 2008 in der Wiener Stadthalle zu sehen, seitdem „sind wir bemüht, sie jedes Jahr zu uns zu bringen, um die Mission von Shen Yun zu unterstützen und dem Publikum vor Ort die authentische Kultur Chinas näherzubringen“, sagt Wang-Moritz.

Auch in Graz werden die Besucher auf eine Reise zu prächtigen Epochen der chinesischen Geschichte mitgenommen, die in einer Explosion aus Farben und Klängen gezeigt wird. Es sind himmlische Reiche, alte Legenden und Volkstraditionen aus vergangenen Jahrhunderten, aber auch „Schurken und Helden, die auf der Bühne durch den klassischen chinesischen Tanz und animierte digitale Kulissen atemberaubend zum Leben erweckt werden.“

Dass auch die Verfolgung von Falun Dafa (oder Falun Gong) – laut Eigendefinition jener Bewegung einer Meditationsdisziplin, die auf den Grundsätzen von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht beruht – dargestellt wird, hat mit der Entstehung von Shen Yun zu tun.
Im Jahr 2006 kam eine kleine Gruppe chinesischer Künstler in New York (USA) zusammen, die es sich zur Aufgabe machte, die traditionelle Kultur Chinas wiederzubeleben. Sie gründeten „Shen Yun Performing Arts“ und wählten den klassischen chinesischen Tanz als Kunstform.

Die „Renaissance der traditionellen chinesischen Kultur“ kann nur außerhalb Chinas erfolgen. Begründet liegt das in der Machtübernahme der Kommunistischen Partei unter Mao Zedong vor 75 Jahren. Schon damals wurde die traditionelle Kultur als Bedrohung der Machthaber angesehen und sie wird es bis heute.

Chinas einstiger Name „Das Land des Göttlichen“ erzählt von einer Welt, in der Götter und Sterbliche gemeinsam auf der Erde wandelten. Die Menschen glaubten, dass die Musik, die Medizin, die Kleidung oder die Sprache von oben herab gebracht worden seien. Buddhismus und Daoismus waren als Weltanschauung und Religionen in der Gesellschaft fest verankert und das tägliche Leben war geprägt von Ritualen, die das Menschliche und das Göttliche miteinander verbanden. Auch die Künstler jener Zeit übten sich in Meditation und innerer Stille und strebten nach einer Verbindung mit dem Universum. Um echte Kunst zu schaffen, brauchte es Tugend und innere Reinheit.

Körperbeherrschung durch stundenlanges Training

Heute folgen auch die Shen-Yun-Künstler dieser edlen Tradition und zeigen seit nunmehr 18 Jahren den kulturellen Schatz vergangener Epochen in ihren jährlich wechselnden Programmen.

Das Ensemble tanzt buchstäblich durch 5.000 Jahre Historie. Begleitet wird es dabei von einem Orchester, das traditionelle chinesische und westliche Instrumente vereint. Außerdem werden Lieder in chinesischer Sprache in der sogenannten Belcanto-Technik aufgeführt.

Neben den farbenfrohen Kostümen und den wunderschönen Erzählungen sind es vor allem die hohen Sprünge und schnellen Drehungen der Tänzer, die Shen Yun so einzigartig machen. Dass die Künstler derartige Präzision auf die Bühne bringen können, verdanken sie eiserner Disziplin und hartem Training.

„Es braucht viel Hingabe und man muss Opfer bringen, aber es lohnt sich“, verrät William Li, einer der Solotänzer bei Shen Yun. Im klassischen chinesischen Tanz sei es wichtig, einen guten Halt zu haben. Das ermöglicht etwa, dass ein Tänzer sein Bein bis über seinen Kopf heben und damit einen Winkel von 180 Grad bilden kann. „Cháo tiān dēng“ (ein Schritt Richtung Himmel) heißt diese Technik, bei der es auf Beweglichkeit und Balance ankommt.

„Unser Morgentraining beginnt schon um 6 Uhr mit Aufwärm- und Streckübungen. Dann folgt klassisches chinesisches Tanztraining“, sagt Li. Das bedeutet unter anderem hunderte Kickübungen und minutenlanges Verharren im Spagat. Am Nachmittag erwarten die Künstler das schweißtreibende Konditionstraining und später noch die Proben für die Aufführung.

Aber den Einsatz sei es wert, denn „wenn nach der Vorführung der Vorhang fällt und das Publikum applaudiert, ist das eines der besten Gefühle für mich“, versichert Li. „Dann weiß ich, dass sie die ,Show‘ geliebt haben.“
rz
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