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Ausgabe Nr. 18/2024 vom 02.05.2024, Fotos: BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com, Steiermark Tourismus(, Walter Pernkopf / picturedesk.com
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Narzissen schauen

auf die Blaa-Alm, 10 Kilometer, 196 Höhenmeter, Parken vor dem Amtshaus in Altaussee oder bei der Loser Mautstation, Gebührenpflicht beachten.
www.willkommeninaltaussee.at

Narzissenfest, 30. Mai bis
2. Juni, Festprogramm unter
www.narzissenfest.at
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Die Figuren werden am Grundlsee präsentiert.
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Der Wiesenweg führt zur Blaa-Alm.
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Weißer Blütenteppich auf den Wiesen.
Wo die weißen Sterne blühen
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Im Ausseerland (Stmk.) führt ein Wanderweg durch die Narzissenwiesen.
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Ende Mai wird am steirischen Grundlsee das größte Blumenfest unseres Landes gefeiert, es dauert von 30. Mai bis 2. Juni. Für das 64. Narzissenfest werden die weißen Blüten der Narzissen zu beeindruckenden Figuren zusammengesteckt. Die Blumen dafür finden die Mitwirkenden auf den Narzissenwiesen, die in dieser Region üppig sprießen.

Aufgrund des anfangs warmen Aprils hätte die Zwiebelpflanze, die normal ab Mitte Mai blüht, bereits früher ihre weißen Köpfchen aus der Wiese gestreckt. Doch der Wintereinbruch zuletzt mit Schneefall verzögerte vorerst das Wachstum. „Mitte Mai können wir sagen, ob wir ausreichend Narzissen vorfinden. Notfalls müssen wir Margeriten verwenden. Doch die Hoffnung ist groß, dass Ende Mai in höheren Lagen noch Narzissen blühen“, erzählt Rudolf Grill, 55, Obmann des Narzissenfestvereines.

Wilde Narzissen säumen den Wiesenweg

Besucher können dieses Naturschauspiel auf dem Wiesenweg genießen. Der fünf Kilometer lange Pfad führt vom Ortszentrum Altaussee zur Blaa-Alm. Nach der Überquerung der „Donis-Brücke“ zweigt der Pfad auf eine Anhöhe ab. Der Weg verläuft durch Wald sowie Wiesen und lotst die Wanderer zum ehemaligen „Scheibenstollen“ des Altausseer Salzbergwerkes.

Nach der Durchquerung eines weiteren Waldstückes gelangen die Ausflügler zur Talstation der Loser Bergbahnen. Drei Kilometer haben sie zu diesem Zeitpunkt bereits hinter sich. „Wer den Wanderweg abkürzen möchte, kann mit dem Auto bei der Talstation parken und von dort mit der Wanderung beginnen“, gibt Grill einen Tipp.

Bei der Talstation rücken zum ersten Mal die Narzissenwiesen ins Blickfeld. Im Ausseerland wächst die sogenannte Stern-Narzisse. Die Pflanze hat zudem noch einige Begleiter, die sich zu ihr auf die Wiese gesellen. Darunter
sind die knallgelbe Trollblume, das bleitblättrige Knabenkraut oder der Storchenschnabel zu finden.

Wer sich zur Narzisse hinunterbeugt, um an ihren sternförmigen Blüten zu schnuppern, dem weht ein intensiver Duft in die Nase. Der Name „Narzisse“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „betäubend“. Von diesem starken Aroma sind die Kühe weniger angetan.

Kühe und Düngung sind schädlich für die Pflanzen

Das Weiderind und die Narzisse vertragen sich nicht. „Narzissen sind giftig und für das Vieh ungenießbar. Für die Landwirte ist die Pflanze ein Unkraut, für uns als Verein ist sie ein schützenswertes Kulturgut“, erzählt der Obmann, dessen Verein sich für den Erhalt der Narzisse einsetzt.

Auf einigen Wiesen ist die Blume bereits verschwunden. „Das hat mehrere Gründe. Sobald Kühe auf den Wiesen weiden, zertreten sie die Narzissenzwiebeln. Eine übermäßige Düngung mit Gülle führt ebenfalls dazu, dass die Pflanze verschwindet. Außerdem müssen die Wiesen nach der Blüte gemäht werden, sonst verwaldet die Fläche“, informiert Grill.

Auf dem Weg zur Blaa-Alm können sich die Besucher aber an zahlreichen wild wachsenden Narzissen erfreuen. Mit Blick auf den 1.837 Meter hohen Loser kommen die Wanderer ihrem Ziel immer näher. Die einladende Holzhütte liegt eingebettet zwischen Loser und Sandling. Die Ausflügler genießen das Panorama auf der Sonnenterrasse oder in der gemütlichen Stube, wo hausgemachte Speisen serviert werden. Die Blaa-Alm ist von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Nach der Stärkung geht es auf dem Wiesenweg zurück nach Altaussee.

Wer noch weitere Narzissenwiesen besuchen möchte, fährt am besten zum Narzissendorf „Zloam“ beim Grundlsee. Auf dem Gewässer findet in diesem Jahr der Bootskorso statt.

Am Sonntag, 2. Juni, werden ab 9 Uhr die kunstvoll gesteckten Figuren präsentiert. Ab 14 Uhr schaukeln sie über den See, eine Stunde später wird die Siegerfigur gekürt. Bei dieser Zeremonie sind auch die drei Narzissenhoheiten, die Narzissenkönigin und ihre beiden Prinzessinnen, anwesend.

Für Grill ist das ein Heimspiel, denn er stammt aus Grundlsee. Seine Familie und die Nachbarn stecken jedes Jahr eine Figur. „Ich brocke jährlich mindestens einen Kübel Narzissen“, verrät der Steirer. „Die Pflanzen werden frühestens am Donnerstag gepflückt und im Wasser frisch gehalten. Am Samstag, oft erst ab Mittag, werden die Figuren gesteckt. Die Skulpturen müssen am Sonntag schließlich noch ansehnlich sein“, erklärt Grill.

Am Samstag wird auch ein Schaustecken für Besucher veranstaltet. „Es gibt eine Gruppe, die sich darauf konzentriert, Gäste einzubinden. Die sind jedes Mal mit Begeisterung dabei.“ Das Pflücken macht aber mehr Arbeit als das Stecken. „Für eine Figur sind 40 bis 200 Kübel Narzissen notwendig. In einen Kübel passen 1.000
Narzissen. Ein geübter Pflücker benötigt eine Stunde pro Kübel, da müssen die Narzissen aber dicht wachsen. Wer sich bei der benötigten Menge verschätzt, muss in der Nacht mit der Stirnlampe auf die Wiese ausrücken“, sagt Grill schmunzelnd.
widlak
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