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Ausgabe Nr. 16/2024 vom 16.04.2024, Fotos: Robert Herbst, ROBERT HERBST
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Blick auf Stift Göttweig.
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Besucher des „Weinfrühlings“.
Wo Wein eingeschenkt wird
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Am 27. und 28. April öffnen 220 Winzer in Niederösterreich ihre Keller und Weinfässer.
Besucher können den neuen Jahrgang verkosten und obendrein einiges erleben.
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Die meiste Zeit sind Kellergassen idyllische Oasen der Langsamkeit. So manch ausländischer Besucher fragt sich gerne, wer denn in diesen kleinen Häuschen wohnt. Die Antwort kann nur lauten: „Der Wein natürlich.“ Denn der größte und wichtigste Teil der Presshäuser ist unter der Erde versteckt.

In den Kellerröhren lagern die kostbaren Schätze in Holzfässern. Beim „Weinfrühling“ haben Besucher nun die Gelegenheit, die edlen Tropfen zu verkosten. „Am 27. und 28. April laden die drei niederösterreichischen Weinbaugebiete Kamptal, Kremstal und Traisental zum Verkosten des neuen Jahrganges. 220 Weingüter öffnen ihre Weinkeller und Winzerhöfe. Ein Viertel der Betriebe hat auch am 1. Mai geöffnet. Zusätzlich werden verschiedene Veranstaltungen rund um den Wein angeboten“, erzählt Wolfgang Schwarz vom Verein Weinstraße Kamptal.

Freunde des Weines brauchen nur ein Mal Eintritt zu bezahlen und können sich drei Tage lang an den Spezialitäten erfreuen. „Das Eintrittsband kostet € 25,– und ist bei den teilnehmenden Weingütern und in den Tourismusbüros in Krems, Langenlois und Herzogenburg erhältlich. Wer sich den Eintritt bis 26. April im Vorverkauf auf unserer Internetseite sichert, bekommt die Karte um fünf Euro billiger“, informiert der Wein-Kenner.

Das Auto können die Besucher an diesen Tagen getrost stehen lassen. Einige teilnehmende Orte sind an das Bahnnetz angebunden. „Zudem gibt es vier eigens eingerichtete Busrouten, die die Besucher direkt zu den Winzern bringen. Dieses Angebot bieten wir kostenlos an.“

Das Kamptal lässt sich wunderbar mit der Bahn bereisen. Der Zug windet sich parallel des Flusses Kamp, der dem Tal seinen Namen gibt, durch die sanfte Hügellandschaft. In Langenlois, der größten Weinstadt unseres Landes, lässt sich der Besuch des „Weinfrühlings“ mit dem Wandern durch die Rieden kombinieren. Ein sieben Kilometer langer Weinweg bringt den Besuchern die Arbeit im Weingarten näher.

Entlang der Strecke treffen die Spaziergänger auf überdimensionale Objekte und interaktive Stationen. Ein riesiges Sektrüttelpult lädt ein, Flaschen nach Belieben in runde Öffnungen zu stecken.

Der Pfad führt durch die Langenloiser Lagen mit klingenden Namen wie Dechant, Käferberg oder Schenkenbichl. Im April werden jeden Samstag – im Mai und Juni zusätzlich am Freitag – Wein und Sekt ausgeschenkt.

Mit einem Glas in der Hand lässt es sich gleich leichter über die Skulpturen am Wegesrand sinnieren. Etwa über den meterlangen Regenwurm, der sich in den Boden gräbt. Oder die drei Meter hohe Rebschere, die mit der Spitze im weichen Lehm steckt. Eine Plattform bietet zudem Ausblicke auf die Landschaft.

In die Weite schweift der Blick auch auf der Heiligensteinwarte in Zöbing. Von der Kellergasse des Dorfes, wo zum Weinfrühling einige Heurige geöffnet sein werden, führt ein halbstündiger Weg hinauf zum Aussichtsturm. Die Besucher begutachten dabei die Weinterrassen des Rieslingberges. „Der Riesling und der Grüne Veltliner sind die beiden Hauptsorten der Region. Die Winzer bauen aber auch andere Sorten an, wie Burgunder, Muskateller sowie Rotweine“, sagt Schwarz.

Nahtlos ans Kamptal schließt das Kremstal mit der Stadt Krems und ihren engen, mittelalterlichen Gassen an. Im Nachbarort Rohrendorf befindet sich eine der längsten Kellergassen unseres Landes. Beachtliche 72 Presshäuser reihen sich in der 1.650 Meter langen Gasse aneinander.

Eine der Hauptattraktionen des Tales ist das Stift Göttweig, das weithin sichtbar auf einem Hügel thront. Der Prachtbau mit dem zweitgrößten Barocktreppenhaus Europas kann täglich besichtigt werden. Im Stift werden verschiedene Führungen um je € 14,– pro Person angeboten.

Einige Ausflugsziele hält auch das Traisental bereit. Das Stift Herzogenburg und das Renaissanceschloss Walpersdorf sind zwei architektonische Meisterbauten. Einen Zungenbrecher bietet der Parapluiberg in Nußdorf, für die Beschreibung des Ausblickes auf die Weinberge bedarf es dagegen keinerlei Worte. widlak


Festliche Tage

Kamptal:
Weinbar der Winzervereinigung „Junge Wilde Winzer“ sowie Käse- und Raclettesemmeln gibt es beim
Heurigen in Heiligenstein 33, Zöbing

Heurigenmusik und Ausschank von Wein am 27.4. ab 18 Uhr
im Weingut Eisenbock,
Hauptstraße 2 in Schönberg.

Kremstal:
Besuche im Weinkeller, Rätselrallye
am Weinberg oder in der Steiner
Altstadt für Kinder (€ 3,–) und
Erwachsene (€ 8,–) beim Weingut Mayer Resch, Steiner
Kellergasse 40 in Krems am Stein.


Holzofenpizza beim Weingut
Müller-Grossmann, 27.4. und 28.4.,
Lindengasse 25 in Furth-Palt.

Traisental:
Kostenlose Führungen durch die Rieden mit den Traisentaler Weinbegleitern, Sonntag, 28.4., ab 14 Uhr in Nußdorf beim Gemeindeamt.

Wein und Gin gibt es beim Winzer Bernhard Steyrer am Sa., 27.4., bis 23 Uhr, Pointweg 10, Kuffern.
www.weinfruehling.info
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