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Ausgabe Nr. 06/2024 vom 06.02.2024, Foto: ORF/Hans Leitner
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Robert Palfrader
Robert Palfrader, 55, ist als Vater konsequent: „Ich werde von meinen Kindern kritisiert“
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Wir kennen ihn als Kaiser, Kabarettisten, als Schauspieler. Jetzt lernen wir Robert Palfrader, 55, auch als Schriftsteller kennen …
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Herr Palfrader, am 15. Februar erscheint Ihr Roman „Ein paar Leben später“. Wer oder was gab den Ausschlag dafür, dass Sie einen Roman geschrieben haben? Zwar gilt das als literarische „Kaiserdisziplin“, aber das dürfte doch zu weit hergeholt sein …

Ich habe lange überlegt, ob ich ein Buch schreiben soll. Was ich aber gewusst habe, war: Wenn, dann über die Familie meines Vaters und dass ich mich nur an den Leben meiner Vorfahren orientieren werde. Also keinesfalls eine Biografie schreiben würde.

Was ist an der Geschichte dieser Familie so interessant?

Man erbt neben seinem Genmaterial ja auch das Echo mehrerer Leben. Und das kann, je nach Schicksal oder Zufall, viel oder wenig, gut oder schlecht sein. Ich habe das Glück, über den familiären Zweig meines Vaters viel zu wissen. Ich weiß etwa, warum ihm fünf Staatsbürgerschaften aufgezwungen wurden, obwohl er nur in Südtirol, Niederösterreich und Wien
gelebt hat. Entschei-dungen, auf die er keinerlei Einfluss hatte, haben für ihn einen Weg vorgezeichnet, der letztlich auch meinen Weg mitbestimmt hat.

Lässt sich das Buch verfilmen?

Es ist eine unterhaltsame Geschichte, ob sie verfilmt werden könnte, sollen andere beurteilen.

Falls Sie als Autor ein Vorbild haben – ist es Thomas Bernhard?

Nein. Ich habe versucht, meinen eigenen Tonfall zu finden. Passend zur Geschichte. Ob mir das gelungen ist, weiß ich nicht. Aber ich habe mir Mühe gegeben und die Arbeit an dem Buch sehr, sehr ernstgenommen.

Zurück zum Palfrader, wie wir ihn bisher kannten. Wieso haben Sie in der dritten Verfilmung eines „Metzger“-Krimis nicht mehr die Titelrolle gespielt, sondern Simon Schwarz? Er ist ja gut, aber Sie stehen als „Metzger“ unter Kultverdacht …

Die ARD wollte das Projekt nicht weiterverfolgen, die Rechte gingen an einen anderen Sender. Und so erhielt Simon Schwarz die Rolle. Ich bewundere ihn und fand ihn großartig.

Wie geht‘s mit dem „Kaiser“, den wir im Fasching nur in einer Wiederholung sehen, und den „Staatskünstlern“ weiter?

Da wird was kommen. Was genau, das kann beziehungsweise darf ich noch nicht sagen. Aber wir arbeiten daran.

Welche Rolle spielten Ihre Frau und Ihre zwei Kinder bei Ihrem Roman-Erstling?

Die haben mir vor allem in den intensiven Monaten den Rücken freigehalten und mich mit Verständnis überschüttet. Ich bin unglaublich dankbar.

Werden Sie von Ihrem Nachwuchs auch kritisiert?

Na selbstverständlich. Allerdings interessiert sie überhaupt nicht, was ich mache – außer ich stehe auf einer Theater- oder Kabarettbühne. Mein Sohn ist jetzt 24 Jahre, meine Tochter 16. Als sie 15 war, durfte sie „Braunschlag“ ansehen. Danach fragte ich sie, wie‘s war, und sie sagte: fad (lacht).

Wie sind Sie als Papa?

Als Vater bin ich konsequent. Ich halte mich an das, was Astrid Lindgren gesagt hat: Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.

Gibt‘s eine Lesetour?

Ja, ich lese in allen Landes-hauptstädten.
m. prack
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