Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 06/2024 vom 06.02.2024, Fotos: AdobeStock
Artikel-Bild
Pfau
Artikel-Bild
Papageienvögeln
Artikel-Bild
Pfeilgiftfrösche
Artikel-Bild
Wespen
Artikel-Bild
Chamäleons
Artikel-Bild
Kaiserfische
Artikel-Bild
Polarfuchs
Artikel-Bild
Mandrill-Männchen
Knallbunt täuschen, tarnen und warnen
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
Tiere sind perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Aufgrund ihrer Farbenpracht sind sie vor Feinden geschützt und sie hilft ihnen, bei der Jagd unentdeckt zu bleiben.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
Paradiesvögel gibt es in der närrischen Zeit viele unter den Menschen. Im Gegensatz zu vielen Tierarten ist uns der Farbreichtum jedoch nicht angeboren.

Tatsächlich stehen vor allem Fischen und Reptilien viel mehr Farben zur Verfügung als dem menschlichen Körper. Doch eigentlich ist die Natur eher „gedeckt“ unterwegs, denn wer in der Wildbahn überleben will, der sollte Tarnmuster bevorzugen.

So kann der Pfau mit seinen bis zu zwei Meter langen Schwanzfedern nur schlecht fliegen. Dieser Nachteil hebt sich jedoch durch die Attraktivität auf, die er mit diesem Schwanz bei seinen Hennen gewinnt, und die größere Zahl von Nachkommen, die er dadurch hat.

„Hier geht es also nicht um Anpassungen, die das eigene Überleben betreffen, sondern darum, den Paarungserfolg zu erhöhen“, weiß die deutsche Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard. In manchen Bereichen trumpfen Tiere jedoch mit besonders bunten, manchmal sogar schrillen Farben auf.

Vor allem bei den Papageienvögeln aus dem Regenwald hat die Natur ganz tief in den Farbtopf gegriffen. „Denn die hübschen Federn sind nicht nur hilfreich bei der Partnerwahl, der Farbstoff macht sie auch stärker. Er schützt zum Beispiel davor, dass Bakterien die Federn zersetzen“, erklärt die Expertin. Schön bunt sind auch viele Amphibien gefärbt.

Besonders die bis zu sechs Zentimeter großen Pfeilgiftfrösche aus den tropischen Regenwäldern stechen ins Auge. Mit Absicht, denn ihre Farben Knallrot, Knallgelb, Schwarz, leuchtendes Türkis oder Blau sollen mögliche Feinde abschrecken. Ihre Farben signalisieren ihre Giftigkeit und sichern so ihr Überleben.

Allerdings gibt es auch Tiere mit Warnfarben, die harmlos sind. „Wie Schwebfliegen, die eine schwarz-gelbe Zeichnung haben, genauso wie Wespen. Allerdings fehlt ihnen der Giftstachel“, sagt die Fachfrau.

Manche Tierarten können ihre Farbe sogar in Sekundenschnelle verändern wie die bis zu 80 Zentimeter großen Chamäleons auf der Insel Madagaskar vor Ostafrika. „Zum einen, um sich ihrer jeweiligen Umgebung perfekt anzupassen, damit Feinde sie nicht entdecken. Zum anderen drücken sie mit ihrem Farbwandel aber auch Gefühle aus – etwa Wut oder Angst bei einem Kampf oder auch Paarungsbereitschaft“, so Christiane Nüsslein-Volhard.

Bestimmte tropische Korallenfische wie die knapp 60 Zentimeter großen Kaiserfische, die Reviere bilden, wechseln in ihrer Jugend sogar mehrmals ihre Farbzeichnung, damit sie von älteren Artgenossen nicht als Nahrungskonkurrenten angesehen werden. Auch bei ihnen dient Farbe als Kommunikationsmittel. Andere Tiere setzen hingegen darauf, sich nahezu unsichtbar zu machen. Bei einigen Säugetieren wurde das Tarnverhalten durch die Evolution so perfektioniert, dass sie je nach Jahreszeiten eine hellere oder dunklere Fellfärbung anlegen.

Der Polarfuchs aus der Arktis beispielsweise ist im Winter schneeweiß und im Sommer schwarz-braun. „So verschmilzt er mit seiner Umgebung, egal, zu welcher Jahreszeit, und kann sich leichter an seine Beute heranpirschen oder vor Feinden verstecken“, schreibt der Naturfotograf Konrad Wothe in seinem Buch „Knallbunt & unsichtbar“ (Knesebeck Verlag 2015, 192 Seiten).

Im Mittelpunkt jeder tierischen Faschingsfeier würden letztendlich aber wohl die etwa 30 Kilo schweren Mandrill-Männchen aus dem westafrikanischen Regenwald stehen. Denn mit ihren scharlachroten Nasen, den blauen Knochenwülsten und den gelben Bärten trägt diese Pavian-Gattung eine im Tierreich einmalige, auffällige Ganzjahresmaske.

„Das Männchen, das die kräftigsten Farben hat, führt die Gruppe an. Die Natur hat also im Gegensatz zum Menschen triftige Gründe für ein buntes Feuerwerk der Farben“, erklärt der Fotograf mit einem Schmunzeln. Hwie
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung