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Ausgabe Nr. 05/2024 vom 30.01.2024, Fotos: picturedesk.com, KLZ/Nadja Fuchs, Sky/B28, Sky/B 28 Produktion/Stefanie Schumacher
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Cheyenne Ochsenknecht und Nino Sifkovits.
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Ihren Rindern geht es gut im neu gebauten Tierwohlstall.
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Schlachten und Fleisch verarbeiten gehören auch dazu.
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In der Doku-Serie „Unser Hof
– mit Cheyenne und Nino“ geben die beiden Einblicke in ihren Alltag.
Zwei Jungbauern mit „KUHlness“-Faktor
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Die Tochter des deutschen Schauspielers Uwe Ochsenknecht hat ihre „High-Heels“ gegen Gummistiefel getauscht. Der Liebe wegen zog Cheyenne Ochsenknecht von Berlin (D) auf einen steirischen Bauernhof, wo sie mit ihrem Mann, zwei Kindern und 50 Riesen-Rindern lebt. Zurzeit macht die 23jährige eine Ausbildung zur landwirtschaftlichen Facharbeiterin.
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Statt auf den roten Teppich geht es für Cheyenne Ochsenknecht mittlerweile täglich in den Kuhstall. Seit 2020 lebt die 23jährige mit ihrem Mann Nino Sifkovits, 27, auf dem „Chianina-Hof“ in der steirischen Gemeinde Dobl-Zwaring unweit von Graz.

Die Jungbäuerin mit dem prominenten Namen – ihre Eltern sind der deutsche Schauspieler Uwe Ochsenknecht (68, „Das Boot“, „Schtonk“) und dessen Ex-Frau, das Modell Natascha Ochsenknecht, 59, – liebt das Landleben schon von Kindheit an. Der Umzug von der Großstadt Berlin (D) in den kleinen Ort in der Steiermark ist ihr deshalb nicht schwergefallen.
„Ich bin im Raum München in einem Dorf aufgewachsen. Bayern und die Steiermark sind recht ähnlich, deswegen liebe ich die Menschen und die Mentalität.“

Dass ausgerechnet ein Steirer ihr Herz erobert hat, war
„irgendwie Zufall“, erzählt ihr Mann. Nach seiner Matura und eineinhalb Jahren Mitarbeit am elterlichen Bauernhof beschloss Nino Sifkovits, „etwas komplett anderes zu machen. Ich bin nach Berlin und habe erst einmal als Kellner gearbeitet“. Kennengelernt haben sich die beiden durch einen gemeinsamen Freund, den Fußballer Valentino Lazaro.

„Wir waren eine kleine Freundesgruppe, zu der auch Cheyenne gehörte. Irgendwann hat es gefunkt zwischen uns beiden und seit 2019 sind wir ein Paar“, erinnert er sich. „Die erste Zeit haben wir in Berlin gelebt. Ich habe mich dort wohl gefühlt.“ Das habe sich geändert, als Cheyenne Ochsenknecht schwanger wurde und der erste Corona-Lockdown aus Berlin eine Geisterstadt machte.
„Wir waren voll Euphorie, Eltern zu werden und plötzlich schien mir das Leben hier ohne Perspektiven zu sein.“ Es galt eine Entscheidung zu treffen. Entweder für Berlin oder ein Leben auf dem Bauernhof. Für Cheyenne Ochsenknecht war klar, „Ich will sofort in die Steiermark.“ Es ist „ihr freier Wille gewesen“, meint ihr Mann lachend.

Die Quereinsteigerin, die bereits mit fünf Jahren im Kinofilm „Wilde Kerle 2“ vor der Kamera stand und später als Modell erfolgreich war, tauschte voll Begeisterung den Laufsteg gegen das beschauliche Landleben. „Es gab damals schon den einen oder anderen, der dies belächelt hat. Ich konnte aber, denke ich, fast alle vom Positiven überzeugen.
Ich meine das hier auf der Landwirtschaft total ernst“, sagt Ochsenknecht.
Bis zur Geburt von Tochter Mavie im März 2021 half sie tatkräftig mit.

Im August 2022 heirateten die Jungeltern und vor acht Monaten kam Sohn Matteo auf die Welt. Tiere füttern, Stall ausmisten, zwei Kinder umsorgen – das Leben am Bauernhof ist eine Herausforderung für die jungen Eltern.
„Derzeit bleibt kaum Zeit, wir sind von 6.30 bis 21.00 Uhr mit Hof, Kindern und Schule eingeteilt. Ich würde gerne mehr helfen, nach meiner Ausbildung zur landwirtschaftlichen Facharbeiterin werde ich aber wieder voll durchstarten“, sagt sie.

Tierwohl und Transparenz sind den beiden wichtig

Aber nicht nur die Familie wuchs, auch der Hof, auf dem Ninos Vater Gerald Sifkovits vor rund 18 Jahren begann, Chianina-Rinder zu züchten, wurde erweitert. „Mittlerweile halten wir 30 Schweine, rund 70 Schafe und 50 Rinder.“ Die aus der italienischen Toskana stammenden weißen Riesen-Rinder zählen zu den ältesten und größten Rinderrassen der Welt. Stiere können bis zu zwei Meter groß werden und bringen rund 1.800 Kilo auf die Waage. „Die Chianina-Rinder züchten wir, weil sie einfach besonders und äußerst selten sind.“ Auch das Fleisch dieser Rinder sei einzigartig, schwärmt der diplomierte Fleischsommelier.

Für ihn stand fest, dass er den Hof auf neue Beine stellen wollte. Moderner sollte er werden, offener. Gerade als Direktvermarkter sei es wichtig, den Menschen zu zeigen, was alles dahintersteckt und was gutes Fleisch ist. „Uns beiden ist wichtig, dass es den Tieren gut geht“, erklärt er.
Als logische Konsequenz folgte 2023 der Bau eines neuen Tierwohlstalles. „Wenn du jung bist und etwas bewegen möchtest, musst du auch etwas riskieren.“

Mehrere hunderttausend Euro kostete der Stallneubau. Viel Geld für die junge Familie. Obwohl es Förderungen gab, mussten sie Kapital aufnehmen. „Das war nicht zu vermeiden. Cheyennes Eltern sind zwar sehr bekannt, aber sie selbst steht seit ihrem 17. Lebensjahr finanziell auf eigenen Beinen“, weiß Sifkovits.

Ihre Eltern seien aber sehr stolz auf ihren Weg von der Stadt hin zur Landwirtschaft. „Ein eher unüblicher Weg, aber für mich der beste, den ich wählen konnte“, ist sie überzeugt. Wie dieses Leben auf dem Bauernhof ausschaut, zeigen die beiden gerne in den sozialen Medien. Alleine auf der Internet-Plattform „Instagram“ hat Cheyenne Ochsenknecht knapp 640.000 „Follower“, denen sie beweist, dass sich Landwirt sein und Party machen durchaus vereinbaren lassen. „Ich möchte Vorurteile brechen und vor allem der jüngeren Generation aus der Stadt vermitteln, wie wichtig dieser Beruf ist und wie extrem ,cool‘ er sein kann.“

Eine eigene Fernseh-Serie über das Leben am Hof

Einblicke in den Alltag auf dem Chianina-Hof gibt das Paar auch in der Dokuserie „Unser Hof – mit Cheyenne und Nino“, die auf dem Privatsender SKY ausgestrahlt wird.
Mittlerweile kommen fast täglich Menschen vorbei, um die Tiere und den Hof zu sehen, erzählt die Jungbäuerin. „Zum Glück haben wir aber immer noch genug Privatsphäre. Für mich ist es das Allerschönste, wie unsere Kinder aufwachsen und Bezug zur Natur und den Tieren haben. Besser geht es nicht in meinen Augen. Sie lernen so viele wichtige Dinge für ihr weiteres Leben“, ist Cheyenne Ochsenknecht sicher.rz










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